Leben ohne Gewalt - Weißrussland

Ein junge Frau hält ein kleines Kind im Arm.

Tanja träumte oft von einer heilen Familie, dass ihr Mann eine Arbeit findet und ihre Familie versorgen kann. Aber tägliche Gewalt gehört heute zur Normalität.

Ein Vorwand war schnell gefunden, um auf sie einzuschlagen. Als ihr Mann wieder einmal betrunken auf sie einschlägt, wird sie schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Nach dem Krankenhausaufenthalt kommt sie kurz bei ihrer Nachbarin unter. Doch dort kann sie nicht bleiben, sie muss zurück zu ihrem Ehemann. Tanja ist kein Einzelschicksal.

In Weißrussland sind etwa 80 Prozent der Frauen im Laufe ihres Lebens von häuslicher Gewalt betroffen. Besonders in armen Familien gipfelt die soziale Not oft in Gewalt. Trotzdem gibt es in Minsk, einer Großstadt mit circa 1,8 Mio. EinwohnerInnen, kein Frauenhaus, in denen Betroffene Hilfe und Schutz suchen können.

Gemeinsam mit der Partnerorganisation Gender Perspektives, einer Frauenorganisation in Weißrussland, versucht die Caritas Oberösterreich, die Situation von Opfern häuslicher Gewalt zu verbessern. Betroffen davon sind nicht nur Frauen, sondern auch Kinder - etwa 100 Kinder sterben pro Jahr an den Folgen häuslicher Gewalt. Neben Krisenplätzen, die Opfer aufsuchen können, wenn sie aus der Gewaltspirale ausbrechen wollen, werden erstmals auch Angestellte staatlicher Sozialzentren ausgebildet, um betroffene Frauen und Kinder besser betreuen, beraten und schützen zu können.

Not in Weißrussland

Dieses Projekt wird aus Mitteln der Europäischen Union und der Austrian Development Agency (ADA), der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, finanziert.