Gleiche Möglichkeiten für alle - Armenien

Die blinde Zhanna (hinten, Mitte) ist glücklich, dass sie endlich auch zur Schule gehen kann. 

 

 „Ich habe grenzenloses Vertrauen, dass die Menschen hier in Armenien eine inklusive Gesellschaft schaffen werden, von der sie nicht einmal zu träumen gewagt haben“, sagt die Expertin Angela Gredler am Ende von zehn intensiven Trainingstagen zur inklusiven Schulbildung in Armenien. Die Schulen werden dadurch auf die Integration von Kindern mit Behinderungen vorbereitet. 

 

Kinder und Jugendliche mit Behinderungen haben oft keinen Zugang zu Bildung. Laut UNICEF gehen in Armenien rund 20% der Kinder mit Behinderungen, die bei ihren Eltern leben, nicht zur Schule. Bei Kindern mit Behinderung in Fremdunterbringung liegt die Rate sogar bei über 70%. Damit wird ihnen ein grundlegendes Menschenrecht genommen. Wenn heute die gesellschaftliche Teilhabe und die Chance zur Entfaltung der eigenen Potentiale und Möglichkeiten verweigert wird, nimmt man ihnen auch die Möglichkeit, künftig am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Deshalb will die Caritas Armenien diesen Kindern und Jugendlichen Zugang zu Bildung ermöglichen. 

 

So wie beispielsweise Zhanna, die mit ihrer Familie in Gjumri lebt. Spezielle Schulen für Kinder mit Sehbehinderung gibt es nur in der Hauptstadt Yerewan, die zwei Autobusstunden von Gjumri entfernt liegt. Ihre Mutter Nara wollte sie aber mit sechs Jahren nicht ins Internat  in Yerewan schicken. Deshalb ist die inzwischen zehnjährige Zhanna nicht in die Schule gegangen. Ihre Mutter erinnert sich: „Als Zhanna mitbekommen hat, dass ihre Freundinnen aus der Nachbarschaft wohin gegangen sind, wohin sie nicht durfte, war sie sehr traurig. Manchmal weinte sie, wenn sie zufällig gehört hatte, wie die anderen sich in Richtung Schule aufmachten“. Durch die Unterstützung der Armenischen Caritas konnte Zhanna endlich in eine Schule in Gjumri eingeschult werden und geht nun in die zweite Klasse. Zhanna liebt es, in die Schule zu gehen. Am meisten gefällt ihr der Armenisch- und Russischunterricht. Sie kann auch auf Englisch bis 10 zählen.

 

Dieses Projekt wird gefördert von der Europäischen Union, der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit und der Caritas Tirol. 

 

Hier dazu der Film "Befähigung ist die Chance" der Caritas Armenien.