Ein Stück Selbstständigkeit erlangen - Bosnien-Herzegowina

42 Jugendliche und Erwachsene mit Behinderungen haben in drei Tageszentren der Caritas Mostar einen Arbeitsplatz gefunden. Eine kleine Sensation in einem Land, in dem Menschen mit Behinderungen und ihre Familien immer noch am Rande der Gesellschaft stehen.

Zum Beispiel Mario: Er kam 1983 in einem kleinen Dorf in Zentralbosnien auf die Welt. Während des Krieges flüchtete seine Familie nach Mostar wo sie seitdem in einem nicht fertig gestellten, einfachen Haus am Rande Mostars lebt. Marios Vater starb vor zwei Jahren an den Folgen einer Alkoholkrankheit. Da die Witwenrente noch immer nicht geregelt ist, haben Mario und seine Mutter kein verlässliches Einkommen. Seit 2009 arbeitet Mario in der Caritas-Tagesheimstätte „Nazaret“.

Besondere Freude findet Mario an der Arbeit im Glashaus, das 2015 errichtet wurde und wo die jungen Menschen Gemüse für andere Caritas-Einrichtungen anbauen. Neben der Ausbildung und Arbeit in verschiedenen Werkstätten, wo z.B. Bilderrahmen, Kerzen und Holzspielzeug hergestellt werden, bietet die Tagesheimstätte „Nazaret“ auch andere Aktivitäten: Es werden Ausflüge gemacht, Ausstellungen der Produkte organisiert und Fußball- oder Tischtennisturniere besucht. Denn neben der konkreten Schaffung von Arbeitsplätzen für Jugendliche mit Behinderungen und der sozialen Reaktivierung ist es ein erklärtes Ziel, die Öffentlichkeit für die Anliegen von Menschen mit Behinderungen zu sensibilisieren und einen Beitrag zur Integration zu leisten. In einer Region, in der Menschen mit Behinderungen meist daheim „versteckt“ wurden, gilt es schon als kleine Sensation, wenn eine Gruppe von „Nazaret“ in Mostar einen Spaziergang macht.

Trotz kleiner staatlicher Unterstützung ist die Caritas Mostar beim Betrieb der Tagesheimstätten nach wie vor auf Spenden aus dem Ausland angewiesen.

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