Bildung und Betreuung für irakische Flüchtlingskinder - Irak

Im Irak sind 3,4 Millionen Menschen vor den Gräueltaten der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) auf der Flucht. Der Großteil dieser Binnenvertriebenen hat in der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak Zuflucht gefunden. Nur ein Zehntel von ihnen ist in offiziellen Camps untergebracht, die meisten leben in selbst organisierten Unterkünften in den Städten. Besonders problematisch ist die Situation von mehr als 550.000 Menschen, die unter erbärmlichen Bedingungen in leerstehenden Rohbauten, Schulen, Kirchen oder Moscheen leben, die weder Schutz vor den Witterungsbedingungen bieten, noch über Sanitäreinrichtungen verfügen.

Insgesamt sind über 10 Millionen Menschen im Irak auf humanitäre Hilfe angewiesen. Schätzungsweise 3 Millionen Menschen leben in vom IS kontrollierten Gebieten und können daher von Hilfsorganisationen nur schwer erreicht werden. In diesen Gebieten herrscht mitunter akute Knappheit an Nahrungsmitteln, Wasser und Medikamenten sowie große Lücken in der Versorgung der Bevölkerung mit Gesundheitsdienstleistungen. Die Rückeroberung der vom IS besetzten Gebiete durch die irakische Armee geht mit weiteren großen Fluchtbewegungen der Zivilbevölkerung einher.

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So hilft die Caritas

In Ozal, weniger Autominuten von Erbil entfernt, unterstützt die Caritas ein von einer Partnerorganisation (JRS) geführtes Gemeindezentrum. Hier erhalten Binnenflüchtlinge Bildung, psychosoziale Betreuung und Unterstützung bei der Schaffung neuer Lebensgrundlagen.

Obwohl mittlerweile die meisten Flüchtlingskinder ins öffentliche Schulsystem integriert sind, ist eine gute Ausbildung für sie nach wie vor nicht gewährleistet: Überfüllte Klassenzimmer und wenig Möglichkeiten der Lehrpersonen, auf die einzelnen SchülerInnen einzugehen, machen es Flüchtlingskindern schwer, dem Unterricht zu folgen. Mit gravierenden Auswirkungen auf ihre Zukunft.

Im Community Center erhalten Kinder unterschiedlichen Alters Nachhilfeunterricht, werden psychosozial betreut und bekommen ein sinnvolles Freizeitprogramm geboten. So wird beispielsweise Kindergartenbetreuung für Drei- bis Fünfjährige angeboten. Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren erhalten Nachhilfeunterricht in Mathematik, Englisch und Computerbenutzung. Im Hinblick auf anstehende Abschlussprüfungen ist das Nachhilfeprogramm für 13 bis 18-jährige Jugendliche umfassender und beinhaltet zusätzlich die Fächer Physik und Chemie sowie Intensiv-Sprachkurse in Englisch und Arabisch.

Zusätzlich wird mit den Kindern und Jugendlichen gebastelt, es werden gemeinsam Geschichten erzählt und vorgelesen, die Buben und Mädchen betreiben Sport und können auch Workshops zu unterschiedlichen Themen besuchen. Auch LehrerInnen sind Teil des Programmes und können durch spezielle Trainings unterschiedliche Lehrmethoden kennenlernen und ihre Kompetenzen verbessern. Durch das Engagement der österreichischen SpenderInnen erhalten insgesamt 260 Kinder Unterstützung beim Lernen und Freizeitangeboten, bei denen ihre emotionale Ausdrucksfähigkeit gefördert und der Umgang mit erlebten Traumata erleichtert wird.