Überlebenshilfe in der Winterkälte

Aktuell herrschen in vielen Teilen Serbiens Temperaturen von -28°C bis -30°C und die Prognose für die kommenden Wochen bleibt winterlich. Viele Orte sind von der Umwelt abgeschnitten, darunter auch die Flüchtlingslager in Preševo und Bujanovac im gebirgigen Süden des Landes an den Grenzen zu Mazedonien und Bulgarien. Durch die riesigen Schneemengen können keine Menschen mehr in die Unterkünfte gebracht werden. Auch an der Grenze zu Ungarn in der Nähe der beiden "Transitzonen" harren bei eisiger Kälte ständig etwa 150 Menschen im Freien aus.

So hilft die Caritas

Die Caritas Österreich hat bis jetzt insgesamt mehr als 1,3 Millionen Euro für Nothilfeaktivitäten zur Versorgung von Flüchtlingen in Griechenland, Mazedonien, Serbien, Rumänien, Ungarn, Kroatien, Slowenien und Albanien zur Verfügung gestellt. Die Caritas Serbien versorgt derzeit, auch mit Unterstützung aus Österreich, tausende Menschen täglich mit Frühstück, heiße Suppen und Tee sowie Lebensmittelpaketen. Warme Winterkleidung und Decken werden verteilt.

Situation in Serbien

In Serbien beteiligt sich die Caritas Österreich an den Nothilfeaktivitäten des internationalen Caritasnetzwerkes. Aktuell befinden sich rund 7.000 Flüchtlinge in Serbien. In den Camps von Preševo, Kanjiža und Subotica, sowie entlang der Flüchtlingsrouten werden Frauen, Kinder und Kranke mit Hygieneartikeln und Bekleidung versorgt. Ärzte behandeln Kranke und Verwundete. Zudem werden Sets mit wetterfester Kleidung verteilt. Die Flüchtlinge erhalten Winterkleider, Schlafsäcke und psychologische Hilfe, für Kinder werden Freizeitaktivitäten angeboten. Dank der Hilfe der österreichischen SpenderInnen konnte auch die Infrastrukturen der Lager verbessert werden, zum Beispiel bei der Abfallentsorgung und mit der Beheizung der Sanitätszelte.

Etwa 1.000 Menschen kampieren im Stadtzentrum Belgrads. Sie trotzen den eisigen Temperaturen zum Teil im Freien, einige halten sich in unbewohnten Abrisshäusern auf. Ein Mensch ist bereits erfroren. Wenn die Winterhilfe nicht aufgestockt wird, ist mit weiteren Todesfällen zu rechnen. 

Situation in Mazedonien

In Mazedonien existiert nach wie vor ein illegaler Korridor nahe der Grenzdörfer Llojane und Vaksince, von wo aus die Menschen mithilfe von Schmugglern über die Berge nach Serbien weiterziehen. Bis sie in der Lage sind, mit Schleppern über die Berge zu wandern, mieten sich die bessergestellten Flüchtlinge bei Dorfbewohnern ein. Geflüchtete Menschen, die nicht über die finanziellen Möglichkeiten verfügen, harren mit ihren Familien in der bitteren Kälte aus.

Aktuell sind ca. 270 Personen in den Transitcamps Gevgelija und Tabanovce registriert. Mehr als 700 weitere Flüchtlinge werden rund um die Camps vermutet.

Griechenland

Mit Stand Dezember 2016 befinden sich 60.000 Flüchtlinge in Griechenland. Die Versorgung in den Camps ist äußerst schwierig. Die Menschen leiden unter den schlechten Lebensbedingungen vor Ort, viele Camps wurden immer noch nicht winterfest gemacht. Die Temperaturen fallen in der Nacht unter 0 Grad.