Flüchtlingssituation in Griechenland und Mazedonien

Auf dem griechischen Festland leben gleichbleibend etwa 46.000 Flüchtlinge unter äußerst widrigen Umständen. Brennpunkte der Flüchtlingsunterbringung sind die Regionen rund um die beiden größten Städte des Landes: Athen und Thessaloniki. Die Bedingungen in vielen der aktuell 31 temporären, griechischen Regierungslager, sind nach wir vor völlig ungenügend. Nach der Räumung des inoffiziellen Lagers Idomeni wurde der Großteil der Flüchtlinge ebenfalls in neue Regierungslager im Industriegebiet von Thessaloniki umgesiedelt. Doch auch hier wird die Infrastruktur und Ausstattung der Lager den Bedürfnissen der Menschen nicht gerecht. Eine ausreichende Versorgung mit Wasser, Nahrungsmitteln, Sanitäranlagen und medizinischer Hilfe ist nicht gegeben. 

Auch in Mazedonien sind Flüchtlinge, die nach Schließung der sogenannten Balkan-Route im März 2016 hier gestrandet sind, weiterhin auf Hilfe von außen angewiesen.

Hilfspakete

  • Mit 30 Euro kann eine vierköpfige Familie mit Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln versorgt werden.
  • Ein Hygienepaket für eine Person in Griechenland kostet 4 Euro. 

So hilft die Caritas in Griechenland

Die Caritas hat bisher insgesamt 320.000 € für die Flüchtlingshilfe in Griechenland zur Verfügung gestellt. Im Mittelpunkt steht die Versorgung der Menschen mit Wasser, Nahrungsmittel- und Hygienepaketen, aber auch der Schaffung und Instandhaltung von Sanitäranlagen. Zusätzlich dazu wird ein gemeinsame Notunterkunftsprojekt der Caritas Griechenland und der Caritas Schweiz mit 100.000 € unterstützt. In Reaktion auf die sich verschärfende humanitäre Lage in Nordgriechenland hat sich die Caritas auch der im Regierungslager Cherso gestrandeten Flüchtlinge angenommen. Der Fokus liegt vor allem auf besonders verletzlichen Gruppen wie Frauen und Kindern, die mit sauberer Unterwäsche und Hygienekits ausgestattet werden und psychosoziale Unterstützung erhalten, um besser mit den erlebten traumatischen Erfahrungen umgehen zu können. Außerdem werden Bananen und lokales saisonales Gemüse wie Tomaten, Gurken, Zwiebeln und Zitronen verteilt, die großen Anklang bei den Menschen finden und einen wichtigen Beitrag zur täglichen Vitaminversorgung darstellen. Zusätzlich dazu erhalten Kinder dringend benötigtes, wasserfestes Schuhwerk zum besseren Schutz vor Schlamm und Nässe. Nach Auflösung des Lagers in Idomeni konzentrieren sich die Verteilungen nun hauptsächlich auf die Lager Oreokastro und Nea Kavala. 

Mit Unterstützung von Nachbar in Not verteilt die Caritas über einen lokalen Brennholzhändler Holz und ermöglicht es den Flüchtlingen somit, sich warm halten zu können und zu kochen. Neben dem kürzlich geräumten inoffiziellen Lager Idomeni finden die Verteilungen auch in den Regierungslagern Nea Kavala und Cherso statt. Ein weiterer positiver Aspekt der Holzverteilungen ist der Schutz der Gesundheit der Flüchtlinge, die ansonsten oftmals dazu übergehen, Abfälle zu verbrennen, um sich zu wärmen. Außerdem sorgt die Holzverteilung dafür, dass die lokale Vegetation nicht geschädigt wird und trägt somit zur Aufrechterhaltung einer respektvollen Beziehung zur lokalen Bevölkerung bei.

So hilft die Caritas in Mazedonien

Insgesamt hat die Caritas bisher ca. 280.000 € für die Unterstützung von Flüchtlingen in Mazedonien bereitgestellt.

Aktuell werden in Zusammenarbeit mit der Partnerorganisation Mutter Theresa im Lager Tabanovce festsitzende Flüchtlinge mit frischen Früchten und Gemüse versorgt. Dadurch wird eine ausgewogene Ernährung und die Versorgung mit ausreichend Vitaminen sichergestellt. Aufgrund der stetig steigenden Temperaturen erhalten die Menschen außerdem frische Unterwäsche und leichte T-Shirts. Diese werden dringend benötigt, da die Flüchtlinge vor Monaten mit warmer Kleidung in Mazedonien angekommen sind, bzw. diese auf der Durchreise von NGOs erhalten haben und keine adäquate Kleidung für den Sommer besitzen.

Des Weiteren wird die Unterstützung eines von der Partnerorganisation JRS geführten "Safe House" für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Skopje fortgesetzt. Hier finanziert die Caritas hauptsächlich zusätzliches Personal wie LehrerInnen für Englisch und Mathematik sowie ÜbersetzerInnen. Dadurch können die derzeit 18 im Safe House lebenden Kinder und Jugendlichen die Zeit während ihres Aufenthalts sinnvoll nutzen. Mit Mitteln der Caritas werden außerdem Freizeitaktivitäten wie kleine Ausflüge, Picknicks, Kino- und Zoobesuche etc. sowie Hygieneartikel und Kleidung finanziert.