Hurrikan "Matthew": Caritas hilft in Haiti

Hurrikan „Matthew“, der am 4. Oktober über Haiti hinweg fegte, hat 2,1 Millionen Menschen getroffen. Lokale Akteure und Organisationen sprechen von bist zu 800 Todesfällen. Ein herber Schlag für eines der ärmsten Länder der Welt, in welchem 59 Prozent in Armut und 25 Prozent in extremer Armut leben.

Laut einem Assessment des World Food Programme (WFP) benötigen 806.000 Menschen dringend Hilfe in Form von Nahrungsmittel. Die Lebensmittelpreise sind auf allen Märkten in Grand Anse, Sud und Nippes sind gestiegen und weiterhin sind viele Straßen nicht befahrbar, was die Versorgung der Betroffenen erschwert.

 

Zerstörte Häuser und Cholera-Ausbreitung

Zudem haben 175.000 Menschen weiterhin keine Unterkunft. Etwa 370.000 Häuser sind betroffen und etwa 30.000 wurden zerstört. Weiterhin Sorgen bereitet die Ausbreitung der Cholera. Nach Schätzungen gab es von 4. Oktober bis 7. Dezember etwa 9.600 Fälle – darunter 2.300 in der Region Sud und 2.250 in Grand Anse. Um eine Ausbreitung zu lindern hat die UNICEF 756.191 Menschen geimpft, darunter 288.000 Kinder unter 14 Jahren.


  • 2 Millionen Menschen sind vom Hurrikan betroffen.

    2 Millionen Menschen sind vom Hurrikan betroffen.

  • Hurrikan „Matthew“ war im Oktober mit voller Wucht auf Haiti getroffen.

    Hurrikan „Matthew“ war im Oktober mit voller Wucht auf Haiti getroffen.

  • Sechs Jahre nach dem verheerenden Erdbeben haben die Menschen in den betroffenen Regionen wieder alles verloren.

    Sechs Jahre nach dem verheerenden Erdbeben haben die Menschen in den betroffenen Regionen wieder alles verloren.

  • Mit der Hilfe aus Österreich werden wir die Menschen nicht im Stich lassen.

    Mit der Hilfe aus Österreich werden wir die Menschen nicht im Stich lassen.

Nothilfe im Oktober

Die Caritas Österreich konnte nach dem Hurrikan am 4. Oktober, dank bestehender Kontakte - welche nach dem Erdbeben 2010 aufgebaut wurden - schnelle Hilfe leisten. Um den Menschen in der akuten Not schnelle Hilfe zu leisten wurden in einer ersten Phase Essens- und Hygienepakete verteilt, sowie mittels „Cash for Work“ versucht, die Nachbarschaftshilfe zu fördern und somit besonders schwache Personen, wie ältere Menschen, zu unterstützen. 

 „Die Verteilung war wirklich beeindruckend gut und ruhig organisiert“, zeigt sich Daniela Pamminger, Mitarbeiterin der Caritas Österreich vor Ort, von der Partnerorganisation beeindruckt. Ein Begünstigter erzählt: „Ich habe schon viele Verteilungen mitgemacht, aber bei dieser bin ich erstmals auch als Mensch mit Würde behandelt worden.“

  • Verteilung von Essens- und Hygienepaketen

    Verteilung von Essens- und Hygienepaketen

  • Auslandshilfe-Mitarbeiterin Miriam Ebner im Gespräch mit Betroffenen

    Auslandshilfe-Mitarbeiterin Miriam Ebner im Gespräch mit Betroffenen

Langfristige Hilfe in der Landwirtschaft

Die Landwirtschaft stellt etwa 50 Prozent der Arbeitsplätze in Haiti bereit, welche 25 Prozent des BIP des Landes erwirtschaftet. Dennoch werden zu wenig Lebensmittel produziert, um die Ernährung für die Gesamtbevölkerung zu gewähren. Es besteht ein großer Bedarf an Samen, Werkzeug und Trainings, um den Menschen die Möglichkeit zu geben, sich unabhängig ihre Lebensgrundlage sichern zu können.

In einer zweiten Phase (bis Ende Februar) werden deshalb Saatgut, Werkzeug sowie Wellblech verteilt. Insgesamt werden durch das Nothilfeprojekt 1.100 Personen unterstützt.

Speziell sollen 1.000 Haushalte unterstützt werden, um ihre landwirtschaftlichen Tätigkeiten wieder aufnehmen zu können und eine nachhaltige Bewirtschaftung und somit ihre Lebensgrundlage, zu gewährleisten.

Um dieses Vorhaben umzusetzen sind mehrere Maßnahmen in Planung:
  • Bau von drei Gemeinschaftszentren
  • Verteilung von Samen an von der Landwirtschaft abhängige Haushalte
  • Einrichtung einer Samenbank zur nachhaltigen Sicherung
  • Einrichtung von Baumschulen mit schnell wachsenden Kulturen
  • Rehabilitierung zerstörter Heimgärten
  • Nutztiere werden zur Verfügung gestellt.

Bei der Umsetzung all dieser Maßnahmen werden die Begünstigten mit Fachwissen und Trainings unterstützt und begleitet.

Bitte helfen Sie uns, die langfristige Hilfe aufrecht zu erhalten!

Die Hilfe des Caritasnetzwerks

Direkt nach dem Hurrikan startete Caritas Internationalis im Auftrag der Caritas Haiti einen Emergency Appeal, um möglichst schnell betroffene Familien zu unterstützen. Die Caritas konzentrierte sich auf entlegene Gebiete, da die Versorgung in den Städten besser funktionierte und verteilte vorwiegend Nahrungsmittel und Hygieneartikel.

In den ersten zwei Monaten wurden 2.850 Haushalte mit dem Notwendigsten versorgt. In weiteren 10 Monaten sollen 6.250 Familien (31.250 Menschen) mit landwirtschaftlichen Werkzeugen, Samen, Vieh beliefert und beim Wiederaufbau ihrer Häuser unterstützt werden.

Weiteres geplant sind Maßnahmen, um die Verbreitung von Krankheiten zu hemmen sowie Umweltschutzaktivitäten. Insgesamt sind Nothilfe- und Rehabaktivitäten in der Höhe von 3.097.000 Euro geplant.