Erdbeben und Tsunami in Indonesien

"Momentan erheben wir mit der Caritas Indonesien noch das ganze Ausmaß der Katastrophe. Klar ist: Die Situation ist weit schlimmer als befürchtet, die Menschen brauchen rasch Hilfe, bitte helfen Sie mit!" Das verheerende Erdbeben und der darauffolgende Tsunami vom 28. September 2018 haben über 2.000 Menschen auf der indonesischen Insel Sulawesi getötet. Über 5.000 Menschen werden nach wie vor vermisst. Caritas Österreich Auslandshilfechef Christoph Schweifer: "Wir sind in großer Sorge um jene Menschen, die bisher noch nicht erreicht werden konnten. In der Katastrophenhilfe erfahrene Einsatzteams der Caritas Indonesien sind schon ins betroffene Gebiet unterwegs, um mit Soforthilfe zu beginnen. Es ist entscheidend, dass jetzt rasch die richtigen Maßnahmen gesetzt werden. Es geht um medizinische Versorgung und vor allem darum, Notunterkünfte zur Verfügung zu stellen. Wir wissen von massiven Zerstörungen, zu befürchten ist, dass Hunderttausende Menschen betroffen sind."

Caritas Österreich hilft vor Ort und bittet um Spenden!

Die Opferzahl nach dem verheerenden Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami steigt stündlich an, und leider gibt es von vielen Dörfern der ebenfalls betroffenen 300.000-Einwohner-Region Donggala bisher keine Information. Die lokale Caritas wurde von den örtlichen Behörden dringend um Hilfe gebeten. Einsatzteams der Caritas versuchen nach wie vor, in das Katastrophengebiet rund um Donggala und der Stadt Palu zu gelangen. Silvia Holzer von der Caritas Österreich ist seit 15. Oktober in der Krisenregion unterwegs.

Caritas Präsident Michael Landau: „Wir wissen von unseren Partnern vor Ort, dass die Infrastruktur wie Straßen, Strom- und Telefonnetz, komplett zerstört ist. Das erschwert eine rasche Hilfe. Umso wichtiger ist es, dass nun den Menschen rasch geholfen wird."

Dringend benötigte Hilfe

In der betroffenen Region fehlt es an allem. Die Caritas Österreich hat bisher 140.000 Euro für lokale Partnerorganisationen zur Verfügung gestellt.

In Kooperation mit der nationalen Caritas Karina sowie dem CRS Indonesien helfen wir den Menschen direkt vor Ort. Nahrungsmittel wie Reis und Nothilfegüter wurden an über 1.000 Menschen verteilt. Weitere 300 Familien konnten mit Matratzen, Hygieneartikeln, Wasser, Nahrungsmitteln, Matten und Kübeln versorgt werden. darüber hinaus wurden 500 Familien in den am schwersten betroffenen Gebieten Palu und Donggala mit Hygienepaketen unterstützt.

Über die indonesische Partnerorganisation IDEP wurden weiters 2.500 Menschen über so genannte Family Buckets erreicht. Ein Family Bucket kostet 110 Euro und deckt den Bedarf einer Familie für knapp 2 Wochen. Ein Family Bucket enthält unter anderem Reis, Bohnen, Öl, Hygieneartikel, eine Zeltplane, Plastikmatte, Decken, Teller und Besteck.

Mit Ihrer Spende sind wir in der Lage, die Menschen rasch und unbürokratisch mit dem Nötigsten zu versorgen. 

Ihre Spende für den Katastrophenfonds ermöglicht uns rasche und unbürokratische Hilfe!

Hilfe im Caritas Netzwerk

Die Tsunami-Katastrophe von 2004 traf Indonesien ziemlich unvorbereitet. Seit damals haben sowohl Verwaltung wie auch Hilfsorganisationen einiges dazugelernt: Es wurde eine eigene Katastrophenschutzbehörde eingerichtet, und auch die Caritas Indonesien hat in den vergangenen 14 Jahren systematisch ihre Kompetenzen und Kapazitäten in der Katastrophenhilfe ausgebaut. Schweifer: "Als Caritas Österreich sind wir langjähriger Kooperationspartner der Caritas Indonesien und arbeiten auch jetzt eng mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort. Gemeinsam können wir rasche und effiziente Hilfe leisten - bitte unterstützen Sie uns dabei!"

  • © Caritas Internationalis

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  • © CRS Fatwa Fadillah

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  • © CRS Fatwa Fadillah

Häufige Fragen zur Hilfe der Caritas in Indonesien

 

Wie kann ich für die Caritas spenden?

Spendenkonto – Kennwort: Tsunami Indonesien
Erste Bank
BIC: GIBAATWWXXX
IBAN: AT23 2011 1000 0123 4560

Onlinespendenmöglichkeit auf dieser Seite unter www.caritas.at/indonesien

Was macht die Caritas vor Ort?

Die Caritas Österreich hat zwei KollegInnen nach Sulawesi entsandt. Vor Ort wird mit der lokalen Caritas Karina sowie mit CRS (US Amerikanische Caritas) eine Bestandsaufnahme gemacht und geklärt, wo und wie die Nothilfe durchgeführt werden kann. Wie wir bei früheren Katastrophen gesehen haben, ist es extrem wichtig, mit den lokalen Partnern, mit den Behörden, mit den anderen Organisationen die Nothilfe abzustimmen. Es geht in erster Linie um die Verteilung von Nothilfepaketen die etwa Hygieneartikel, Lebensmittel, Decken, Schlafmatten, Kochutensilien beinhalten.

Wer kontrolliert die Verteilung? Wie wird überprüft, dass die Spenden nicht in falsche Hände geraten? 

Die Caritas arbeitet mit verlässlichen lokalen Partnerorganisationen vor Ort und ausschließlich mit ihnen wird die Hilfe abgewickelt. Das bedeutet: lokal verankert, angesehen und in der Bevölkerung bekannt. Darüber hinaus überprüfen auch Caritas MitarbeiterInnen regelmäßig vor Ort die Finanzgebarungen.

Die Koordination mit der Regierung und anderen Hilfsorganisationen findet laufend vor Ort durch unsere KatastrophenhelferInnen und die lokalen Partner statt.

Wem wird mit den Spenden geholfen?

Als Caritas sind wir, gemeinsam mit unseren lokalen Partnern verpflichtet, den betroffenen Menschen nach humanitären Prinzipien Hilfe anzubieten und zu leisten.

Der Kernauftrag der Caritas lautet "Not sehen und handeln".

Das heißt, wir fokussieren in unserer Hilfe auf Menschen am Rande der Gesellschaft (die, die am meisten betroffen und am bedürftigsten sind). Das ist die Basis für die Auswahl der Menschen, für die wir Hilfe leisten.

Die Not der Menschen ist entscheidend für die Hilfe, nicht ihre Herkunft, ihre Religion, ihr Geschlecht.

Die Caritas Indonesien bereitet aktuell Nothilfeaktivitäten vor und unterstützt die Menschen nach diesen humanitären Prinzipien, die Hilfe erfolgt über die katholischen Strukturen vor Ort.

Was tun die internationalen Hilfskräfte der Caritas, wenn sie nicht ins Katastrophengebiet kommen können?

Eine Organisation, ob national oder international, muss die geplante Hilfe zunächst bei der Regierung anmelden und diese gibt dann die Freigabe. Nach dieser Freigabe kann man in das Katastrophengebiet. Wir arbeiten deswegen mit lokalen Partnerorganisationen aus Indonesien zusammen, welche in das betroffene Gebiet reisen können.

Wir schicken MitarbeiterInnen vor Ort um unseren eigentlichen Auftrag zu erfüllen, nämlich sicherzustellen, dass das, was wir durch Spenden finanzieren, auch ankommt und gut umgesetzt wird (Qualitätsüberprüfung, Monitoring).

Bei Großkatastrophen haben die lokalen Partner manchmal nicht genug Ressourcen und suchen daher um Unterstützung an. Dann unterstützt die Caritas Österreich diese bei der Umsetzung der Nothilfe oder auch im Wiederaufbau. Die MitarbeiterInnen helfen dabei bei Logistik (Hilfsgüter beschaffen, versenden, etc.), Verteilungen und unterstützen auch sonstige Aufgaben, die von der Partnerorganisation angefragt werden. 

Werden auch Sachspenden entgegengenommen?

Nein. Alle notwendigen Sachspenden können vor Ort bzw. in anderen Regionen Südostasiens günstiger eingekauft werden. Denn Transport – vor allem per Flugzeug - und Zoll wären zu teuer.  Ausnahmen werden nur gemacht, wenn beispielsweise  Unternehmen eine Lieferung in der Größenordnung eines Transportflugzeugs liefern können und auch die Kosten für den Transport übernehmen.

Ich möchte gerne den Kindern selbst helfen. Kann ich ein Kind adoptieren? Oder kann ich ein Kind für ein paar Monate nach Österreich holen?

Nein. Die Hilfsorganisationen in Österreich vermitteln keine Adoptionen. Für viele Kinder wäre die Trennung von Verwandten, Freunden, die überlebt haben, ein weiterer großer Schock, nachdem sie wegen der Katastrophe schon Traumatisches hinter sich haben. Prinzipiell gibt es kaum seriöse Organisationen in Dritt-Welt-Ländern, die Adoptionen abwickeln könnten. Die Gefahr, dass hier Kinderhandel im Spiel ist, ist zu groß. Es ist wichtig, den Kindern in ihrem Heimatland zu helfen. Für Adoptionen wenden Sie sich bitte an einen Notar bzw. Rechtsanwalt, der gemeinsam mit Ihnen die notwendigen Schritte klärt.

Kann ich als Freiwillige oder Freiwilliger mitarbeiten?

Vielen Dank für Ihr Angebot, das wir aber leider ablehnen müssen. Wir arbeiten mit lokalen Partnern, die über große Erfahrung in der Nothilfe verfügen. Die lokalen Partner werden von hunderten freiwilligen MitarbeiterInnen unterstützt. Sie sprechen die lokale Sprache, kennen die Region, sind vertraut mit der Kultur ihres Landes. Von Österreich aus entsenden wir nur Delegierte mit fundierten Kenntnissen in der Nothilfe.

Falls Sie Interesse an einem Freiwilligeneinsatz im Bereich Humanitäre Hilfe haben, gibt es die Möglichkeit, sich für EU-weit ausgeschriebene Projekte bei „EU Aid Volunteers“ unter folgendem Link zu bewerben. https://ec.europa.eu/echo/who/jobs-and-opportunities/eu-aid-volunteers_en