Nothilfe für Kroatien nach dem Beben

Am 29. Dezember 2020 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 6,4 das Zentrum Kroatiens, etwa 60km südöstlich der Hauptstadt Zagreb, in der Nähe der Städte Petrinja und Sisak. Es war das stärkste Beben seit 140 Jahren.

Mindestens sieben Menschen kamen dabei ums Leben und Dutzende weitere wurden verletzt. Zehntausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Auf Grund der zahlreichen Nachbeben mussten und müssen weiterhin Erhebungen laufend korrigiert werden. Das gesamte Schadensausmaß ist noch nicht klar.

Männer stehen vor eingestürzten Gebäuden und schaufeln Trümmer weg

Krankenhäuser, Kindergärten und weitere wichtige Gebäude zerstört

Die Schäden an Gebäuden und der Infrastruktur sind weit verbreitet, darunter auch das größte Krankenhaus der Region und eine Reihe anderer Einrichtungen des Gesundheitswesens. Krankenhäuser in der Region mussten evakuiert werden, Altenheime und Kindergärten, sofern sie nicht eingestürzt sind, bleiben bis auf weiteres geschlossen. Häuser und Kirchen wurden zerstört. Besonders groß ist Not der Menschen in den strukturschwachen, ländlichen Gebieten, den vielen Dörfern und kleinen Ortschaften. Denn dort sind die Menschen von ihrer kleinen Landwirtschaft abhängig, die sie nun nicht mehr betreiben können.

So hilft die Caritas

Die Caritas Kroatien ist seit den ersten Tagen der Katastrophe zusammen mit der Diözesan-Caritas Sisak vor Ort und leistet Soforthilfe in Form von Lebensmitteln und anderen Hilfsgütern. Dabei ist sie in engem Austausch mit der Regierung bzw. den lokalen Behörden, die derzeit das Ausmaß der Schäden erhebt und kategorisieren. 

Die Solidarität direkt nach dem Beben war riesig. Marko Cvitkušić, Generalvikar der Diözese Sisak, berichtet: „Es gibt zahlreiche Hilfsinitiativen, hunderte Freiwillige helfen den Menschen, wo sie können. Dafür sind wir sehr dankbar.“ Der Bedarf an Sachspenden sei ausreichend gedeckt, so der Generalvikar. „Wir bitten daher vor allem um Unterstützung beim Wiederaufbau und um Geldspenden“ 

In kürzester Zeit wurden von der Caritas Zagreb und der Caritas Sisak Freiwilligentrupps zusammengestellt, die vor allem die Menschen in den ländlichen Gebieten aufsuchen. Täglich sind 200 Freiwillige unterwegs. Mittlerweile konnten so ca. 2.500 Betroffene erreicht werden und mit dem Notwendigsten wie Lebensmittelpakete, Hygienematerial oder warme Kleidung versorgt werden.

  • Derzeit leben viele Menschen in notdürftigen Unterkünften, wie alten Wohnmobilen, die oft nicht beheizbar sind.

    Derzeit leben viele Menschen in notdürftigen Unterkünften, wie alten Wohnmobilen, die oft nicht beheizbar sind.

  • Die Container werden von einem kroatischen Unternehmen gefertigt.

    Die Container werden von einem kroatischen Unternehmen gefertigt.

  • Der Nothilfeantrag von Caritas Internationalis und der Beitrag der Caritas ÖSterreich sollen mindestens 200 dieser Container ermöglichen.

    Der Nothilfeantrag von Caritas Internationalis und der Beitrag der Caritas ÖSterreich sollen mindestens 200 dieser Container ermöglichen.

  • Ein Ausstattungs-Beispiel für einen Container für mehrere Personen.

    Ein Ausstattungs-Beispiel für einen Container für mehrere Personen.

Wohncontainer, um nicht im Freien schlafen zu müssen

In diesen ländlichen Gebieten können die Menschen ihre zerstörten Häuser aber auch nicht verlassen, weil sie z.B. ihr Anwesen und Vieh versorgen müssen. Sie übernachten in den Kellern der zerstörten Häuser, in Autos oder sogar im Freien, unter provisorischen Nylon- oder Planendächern.

Die Caritas Österreich stellt daher im Rahmen eines Nothilfeantrages der Caritas Internationalis beheizbare Wohncontainer zur Verfügung, in denen die Menschen die kalten Wintermonate verbringen können, während ihre Häuser wieder aufgebaut werden. Mit insgesamt 50.000 Euro beteiligt sich die Caritas Österreich am Nothilfeantrag.

Die Container sind komplett ausgestattet und können auch je nach Bedarf der Haushalte (Familien, alte Menschen) angepasst werden. Die Kosten pro Wohncontainer belaufen sich auf 7.000 Euro pro Stück.

Unterstützen auch Sie diese und weitere Hilfsmaßnahmen mit Ihrer Spende für Kroatien.

FAQ Hilfe für Kroatien

Die Soilidarität mit den Menschen in Kroatien ist groß. Seit dem Erdbeben erreichen uns und unsere Mitarbeitende in den Einrichtungen immer wieder Fragen dazu, wie geholfen werden kann. Hier ein paar Antworten

Die Caritas Kroatien hat ein ausgezeichnetes Netzwerk von lokalen Freiwilligen, die derzeit bei den Aufräumarbeiten und bei der Erhebung der Schäden mithelfen. Aktuell wird niemand aus dem Ausland gebraucht.

Allerdings könnte in den nächsten 6 Monaten der Bedarf nach ausgebildeten Handwerkern steigen, die bereit sind, alte oder alleinstehende Menschen bei den Renovierungsarbeiten zu unterstützen. Dazu können wir aber erst dann mehr sagen, wenn die aktuellen Aufräumarbeiten abgeschlossen sind und klar ist, welche Arbeiten wo gemacht werden müssen.

Die Caritas Österreich unterstützt die lokalen Caritasorganisationen in Zagreb und Sisak bei ihren Bemühungen im Wiederaufbau. Dafür werden dringend Spenden benötigt.

Derzeit ist in Absprache mit dem Staat und den Gemeinden geplant, einerseits Materialien für die Renovierungen von Häusern (vor allem in den Dörfern im Erdbebengebiet) zu organisieren, sowie Container zur Verfügung zu stellen, in denen Familien in der Nähe ihres Hauses wohnen können, bis das Haus wieder bezogen werden kann.

Die Bilder von der Situation sind dramatisch und viele Menschen kontaktieren uns und wollen selber helfen. Die Solidarität aus den Nachbarstaaten und auch aus Kroatien ist gigantisch und es haben sich Autoschlangen gebildet, die sogar für die Einsatzkräfte das Vorwärtskommen schwierig machen.Auf diese Art wurden innerhalb kürzester Zeit die Lagerkapazitäten im Katastrophengebiet komplett überlastet. Es müssen deswegen Freiwillige gefunden werden, die die gespendeten Sachen sortieren und so aufbereiten, dass sie gut verteilt werden können.

Deshalb haben wir nach Absprache mit unseren lokalen Partnern, den Caritasorganisationen in Sisak und Zagreb entschieden, keine eigenen Hilfstransporte zu organisieren.

Vor Ort kann alles eingekauft werden, oft zu günstigeren Preisen, als bei uns – vor allem wenn man in großen Mengen einkauft. Außerdem ist es uns wichtig, durch weniger Transporte einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

Es gibt viele kroatische Organisationen und Vereine in ganz Österreich, die gemeinsam Transporte organisieren. In vielen Städten gibt es einen Hrvatski Dom, mehrere dieser Vereine haben rasch reagiert und sammeln Sachspenden, die sie dann gemeinsam in die Region bringen.

Falls Sie nicht Kroatisch können: googeln Sie einfach „hrvatski dom + Namen der Stadt“ (Wien = Beč), Sie werden auf jeden Fall Ansprechstellen finden.

Wir machen in der Auslandsarbeit keine Einzelfallhilfe. Am besten ist es, wenn sich Ihre Freunde oder Verwandten an die lokale Gemeinde wenden. Dort wird die Hilfe der verschiedenen Organisationen und des Staates koordiniert.