Zwei Frauen und ein Kind auf einem Feld im Südsudan

Konflikt im Südsudan

Seit über einem Jahr kommt es im Südsudan immer wieder zu schweren bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen, Anhängern der Opposition bzw. unabhängigen Rebellengruppen.

Im Juli sind bei Kämpfen im Südsudan im Vorfeld des Unabhängigkeitstages rund 300 Personen ums Leben gekommen. Seither eskalierten Konflikte auch in Yambio und Yei. Im Oktober 2016 waren 1,6 Millionen Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht, beinahe eine Million Menschen sind in den Norden Ugandas geflüchtet.

 

Weitere bewaffnete Konflikte

Obwohl sich die Lage in Juba seither stabilisiert hat und MitarbeiterInnen internationaler Organisationen, die ursprünglich evakuiert worden waren, wieder ins Land zurückgekehrt sind, bleibt die Lage angespannt. In einigen Landesteilen, so Unity, Yei, und, in geringerem Ausmaß, Yambio gibt es immer wieder bewaffnete Konflikte. So wurden in Yei und Unity Zivilisten vertrieben, getötet, vergewaltigt, beraubt und Kinder zwangsrekrutiert. Yei wurde zum Ziel jener intern Vertriebener aus Dörfern, die keine Mittel haben, um nach Uganda zu fliehen.

 

Direkte Angriffe auf humanitäre Organisationen

Unsicherheit, einschließlich direkter Angriffe auf Hilfslieferungen und MitarbeiterInnen humanitärer Organisationen, erschwert deren Arbeit und führt zu einer Verschlechterung der Versorgung mit Leistungen und Gütern des täglichen Bedarfs.

 

Gesundheitsversorgung zusammengebrochen

So ist unter anderem die Gesundheitsversorgung in vielen Teilen des Südsudans zusammengebrochen. Nicht zuletzt wegen der Fluchtbewegungen und dem unzureichendem Zugang zu Sanitäreinrichtungen und sauberem Wasser konnte sich die Cholera stärker verbreiten als 2015.

  • Etwa jeder zweite Einwohner im Südsudan ist von Hunger bedroht.

    Etwa jeder zweite Einwohner im Südsudan ist von Hunger bedroht.

  • Schwere Ernteausfälle erschweren die Lebensbedingungen in der Region zusätzlich.

    Schwere Ernteausfälle erschweren die Lebensbedingungen in der Region zusätzlich.

  • Auch der Schutz von Frauen und die Ernährung von Kindern ist ein großes Anliegen.

    Auch der Schutz von Frauen und die Ernährung von Kindern ist ein großes Anliegen.

  • Versorgung mit Nahrungsmitteln und medizinische Betreuung stehen deshalb im Mittelpunkt.

    Versorgung mit Nahrungsmitteln und medizinische Betreuung stehen deshalb im Mittelpunkt.

  • Das Überleben der Menschen und Frieden in der Region muss gesichert werden.

    Das Überleben der Menschen und Frieden in der Region muss gesichert werden.

  • Hunger ist eine globale Tragödie. Gemeinsam können wir helfen!

    Hunger ist eine globale Tragödie. Gemeinsam können wir helfen!

4,8 Millionen Menschen von Hunger bedroht

Die Hungersnot im Südsudan hat ein katastrophales Ausmaß erreicht. Die Vereinten Nationen warnen, dass 2016 rund 4,8 Millionen Menschen von akutem Hunger betroffen sind. Also etwa jede/r zweite EinwohnerIn im Südsudan.

 

Keine Landwirtschaft, extreme Inflation

Aufgrund der Unsicherheiten im Land können viele Menschen ihre Felder nicht bestellen, gleichzeitig haben ausbleibende Regenfälle 2016 zu teilweise schweren Ernteausfällen geführt. Der Zusammenbruch der Wirtschaft des Landes wird durch extreme Inflation deutlich. Obwohl seit der Ernte im September die Preise für Nahrungsmittel wieder etwas gefallen sind, bleiben auch Grundnahrungsmittel für weite Teile der Bevölkerung unerschwinglich.

Evakuierung von Mitarbeitern der Caritas

Die Caritas Österreich hat in der Diözese Tombura-Yambio (Western Equatoria State) ein lokales Büro etabliert, das im Regelfall von zwei internationalen Delegierten und einem lokalen Mitarbeiter besetzt ist. Im November 2016 mussten die MitarbeiterInnen aufgrund der verschlechterten Sicherheitslage evakuiert werden, im Dezember konnten die MitarbeiterInnen von Uganda retour in den Südsudan reisen und ihren Projektaktivitäten wieder nachgehen.

 

Arbeit wieder aufgenommen

Die laufenden Projekte der Caritas Österreich in der Region Tombura-Yambio mussten zwischenzeitlich ihre Aktivitäten einschränken, inzwischen hat sich die Lage in den Projektgebieten wieder soweit beruhigt, dass überall die Arbeit wieder aufgenommen werden konnte. Das betrifft sowohl die zahlreichen Aktivitäten im Bereich der Ausbildung von Kindern, Schülern und angehenden Lehrern, wie auch die Aktivitäten im landwirtschaftlichen Bereich.

Nothilfe der Caritas Österreich

2016 wurden insgesamt über 600.000 Euro alleine für Nothilfeprojekte aufgebracht und umgesetzt: Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt hier in Gumbo, einem Vorort von Juba: Hier suchten nach den Kämpfen in Juba im vergangenen Juli über 6.000 intern Vertriebene Zuflucht – die Zahl ist seit damals weiter gestiegen.

 

Verteilung von Grundnahrungsmitteln

Die Caritas Österreich stellte für die Nothilfe zum Beispiel alleine in Gumbo über 250.000 Euro für die Verteilung von Grundnahrungsmittel zur Verfügung.

Wie schon in den vergangenen Jahren legen wir auch in dieser Situation ein spezielles Augenmerk auf:

  • den Schutz von Frauen und
  • die Ernährung von Kindern.

 

Versorgung von geflüchteten Menschen in Uganda

Menschen, die nach Norduganda flüchten mussten, werden durch die Caritas Österreich in Zusammenarbeit mit der Caritas Uganda in einem Flüchtlingslager nahe Arua unterstützt. Mit einem Beitrag von 100.000€ sichert die Caritas Österreich hier die Ernährung von Flüchtlingen – kurzfristig durch die Verteilung von Nahrungsmitteln, längerfristig durch eine Unterstützung mit Material zum Anbau von Grundnahrungsmitteln. Denn es wird noch länger dauern, bis sich diese Menschen zurück in den Südsudan wagen.

Jetzt helfen!

Unsere Projekte im Südsudan

Nahrung für Babys und Kleinkinder - Südsudan

Reis, Linsen, Bohnen und Gemüse ermöglichen Babys und Kleinkindern eine gesunde Entwicklung.

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Aufbau einer Landwirtschaft - Südsudan

Eine der größten Herausforderungen des jungen Staates Südsudan ist die Nahrungssicherheit für seine Bevölkerung. Die Landwirtschaft des eigentlich sehr fruchtbaren Landes muss wieder aufgebaut werden.

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Mit einem Handwerk zur Selbständigkeit - Südsudan

Ausgebildete junge Menschen können nicht nur ihre Familien ernähren, sondern leisten einen wichtigen Beitrag für den Aufbau des Südsudans.

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Grundschule im Südsudan

Knapp 70 % der Erwachsenen im Südsudan können weder Lesen noch Schreiben. Auch die Zahl der Kinder, die eine Grundschule besuchen ist mit 42 % sehr gering. Da Bildung und Ausbildung für den jüngsten Staat der Erde einer der wichtigsten Bausteine für eine gesunde Zukunft sind, betreiben wir den Bau, Ausbau und Erhalt einer Grundschule in Lologo.

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