Konflikt im Südsudan - Wettlauf gegen die Zeit

Seit dem 8. Juli 2016 kommt es in der Hauptstadt Juba zu schweren bewaffneten Auseinandersetzungen. Auch aus anderen Landesteilen wurde von Kampfhandlungen berichtet.

Die Gewalt eskaliert

Seit dem 8. Juli sind bei Kämpfen im Südsudan im Vorfeld des Unabhängigkeitstages rund 300 Personen ums Leben gekommen. Zirka 28.000 Einwohner der Hauptstadt Juba flüchteten in ein Camp der UNO. Ein chinesischer Blauhelmsoldat wurde getötet, weitere chinesische und rwandische Soldaten wurden verletzt. Die amerikanische Botschaft hat den Abzug aller Mitarbeiter angekündigt, deren Dienste nicht unverzichtbar sind.

Unklar ist nach wie vor, wie es zur Eskalation kommen konnte. Die Anführer der beiden Konfliktparteien - Präsident Salva Kiir und sein Vize Riek Machar - hatten am Freitag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz noch zur Ruhe ausgerufen. Trotzdem intensivierten sich die Gefechte zwischen ihren Truppen. Zum Einsatz kamen auch schwere Waffen wie Panzer und Helikopter. Manche Beobachter erklären die neue Gewalt damit, dass Vizeresident Machar die Kontrolle über seine Kämpfer verloren hat. Der amerikanische Sudan-Experte Eric Reeves ist indes überzeugt, dass die jüngste Eskalation im Südsudan kein Zufall ist: "Die Gewalt scheint Teil eines koordinierten Putsches durch Riek Machar zu sein", erklärte er gegenüber der BBC. Unterstützt werde Machar dabei vom Sudan.

Die Denkfabrik International Crisis Group ICG warnte bereits eine Woche vor der jüngsten Eskalation vor einem neuen Bürgerkrieg. Sie wies dabei auch auf die Gefahr hin, dass der Konflikt sich regional schnell ausweiten könnte. 

4,8 Millionen Menschen von Hunger bedroht

Die Hungernot im Südsudan hat ein katastrophales Ausmaß erreicht. Die Vereinten Nationen warnen, dass in den kommenden Monaten rund 4,8 Millionen Menschen von akutem Hunger betroffen sein werden. Also etwa jeder zweite Einwohner des Südsudan. 

So hilft die Caritas

Zurzeit ist der Caritas Delegierte Rob Beasley vor Ort in Yambio (Diözese Tombura-Yambio, Westen Equatoria State) und berichtet aktuell von einer ruhigen Lage ohne außergewöhnliche Sicherheitsvorfälle. Die laufenden Projekte der Caritas Österreich in der Region Tombura-Yambio sind von der jüngsten Eskalation im Moment nicht betroffen. Betroffen hingegen sind die Projektpartner in Gumbo (Vorort von Juba). Der Salesianer Brother David berichtet von zusätzlich 5.000 SüdsudanesInnen, die seit Freitag Zuflucht am Grundstück der Salesianer gefunden haben. Die Salesianer haben somit die Kapazitäts- und Belastungsgrenze erreicht.

Nothilfe der Caritas Österreich

Die Caritas Österreich stellt für die Nothilfe in Gumbo zusätzlich 20.000 Euro bereit. Die Salesianer haben bereits vieljährige Erfahrung in der Betreuung von Binnenflüchltligen und der Abwicklung von Projekten in der Nothilfe. Im Mittelpunkt stehen dabei die Versorgung mit Nahrungsmittel sowie die medizinische Betreuung durch das Fachpersonal der Krankenstation der Salesianer. Wie schon in den vergangenen Jahren wird auch in dieser Situation ein spezielles Augenmerk auf den Schutz von Frauen und die Ernährung von Kindern gelegt.

Jetzt helfen!

  • Etwa jeder zweite Einwohner des Südsudan ist von Hunger bedroht.

    Etwa jeder zweite Einwohner des Südsudan ist von Hunger bedroht.

  • Versorgung mit Nahrungsmittel und medizinische Betreuung stehen deshalb im Mittelpunkt.

    Versorgung mit Nahrungsmittel und medizinische Betreuung stehen deshalb im Mittelpunkt.

  • Auch der Schutz von Frauen und die Ernährung von Kindern ist ein großes Anliegen.

    Auch der Schutz von Frauen und die Ernährung von Kindern ist ein großes Anliegen.

  • Das Überleben der Menschen und Frieden in der Regien muss gesichert werden.

    Das Überleben der Menschen und Frieden in der Regien muss gesichert werden.

  • Hunger ist eine globale Tragödie. Gemeinsam können wir helfen!

    Hunger ist eine globale Tragödie. Gemeinsam können wir helfen!

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