Zyklon Idai und Kenneth in Mosambik

Weite Landesteile zerstört - Caritas Österreich hilft in den betroffenen Gebieten

Das südafrikanische Land Mosambik wurde am 15. März 2019 vom Zyklon "Idai" heimgesucht. Zyklon "Kenneth" ist am Donnerstag, 25. April, im Norden von Mosambik auf Land getroffen. 1.000 Menschen sind gestorben. Hunderttausende wurden obdachlos. 

Auch Wochen nach den Tropenstürmen ist die Not noch nicht vorbei: Ein Großteil der Ernte ist verloren, die Menschen hungern. Die Folge des stehenden Wassers sind die Verbreitung von Krankheiten wie Cholera und Malaria.

Caritas-Generalsekretär und NACHBAR IN NOT-Vorstand Christoph Schweifer: „Mosambik wurde nun schon zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit von einer Naturkatastrophe schwer getroffen, und viele Menschen in Mosambik haben alles verloren. Die Nothilfe, die wir mit den Spenden aus Österreich durchführen, ist dringend notwendig: Die Menschen brauchen Lebensmittel, aber auch Saatgut, denn es droht eine Hungerkatastrophe. Die bisherige Spendenbereitschaft der Österreicherinnen und Österreicher für eines der ärmsten Länder der Welt ist beeindruckend, und ich bedanke mich sehr herzlich dafür. Ihre Spende kommt an, Ihre Spende rettet Leben!“ 

  • Caritas Helfer Andreas Wenzel unterstützt vor Ort in den betroffenen Gebieten im Mai 2019

    Caritas Helfer Andreas Wenzel unterstützt vor Ort in den betroffenen Gebieten im Mai 2019

  • Andreas Wenzel im Gespräch mit den Menschen im Krisengebiet

    Andreas Wenzel im Gespräch mit den Menschen im Krisengebiet

  • © Shutterstock

    © Shutterstock

  • Andreas Wenzel bei der Übergabe von Lebensmitteln Ende April 2019 in der betroffenen Region.

    Andreas Wenzel bei der Übergabe von Lebensmitteln Ende April 2019 in der betroffenen Region.

  • © Caritas Beira

    © Caritas Beira

  • Das Ausmaß des Zyklons nach den ersten Tagen © Caritas

    Das Ausmaß des Zyklons nach den ersten Tagen © Caritas

  • Caritas-Helfer Harald Grabher hilft vor Ort den betroffenen Menschen © Caritas

    Caritas-Helfer Harald Grabher hilft vor Ort den betroffenen Menschen © Caritas

  • © Horizont 3000

    © Horizont 3000

  • Helfer Harald Grabher im Einsatz © Caritas

    Helfer Harald Grabher im Einsatz © Caritas

Rasche Hilfe dringend benötigt

Die Menschen in der betroffenen Region benötigen dringend Trinkwasser, Lebensmittel und Medikamente. Auch Notunterkünfte müssen geschaffen werden, um die obdachlosen Menschen zu schützen. Vor allem Kinder, Schwangere und ältere Menschen brauchen Hilfe. Inzwischen erschwert auch der Ausbruch von Cholera das Leben der Menschen. Bereits 7.000 Menschen erkrankt. Allein in der Provinz Sofala wurden 20.000 neue Malaria-PatientInnen registriert.

 

„In entlegenen Gebieten Mosambiks, wie etwa rund um Estaquinha, haben die Menschen seit Wochen nichts zu essen“, berichtet Caritas Katastrophenhelfer Andreas Wenzel: „Für ein Land, in dem die Menschen zu 74 Prozent von kleinbäuerlicher Landwirtschaft leben und unmittelbar davon abhängig sind, ist die Zerstörung der Felder eine Katastrophe. Besonders für Kleinkinder ist die Situation extrem bedrohlich: Es ist zu befürchten, dass in den nächsten Monaten Tausende Kinder akut an Unterernährung leiden. Und das in Mosambik, wo jetzt schon 41 Prozent aller Kinder permanent Hunger haben!“

"Die Katastrophe ist noch nicht vorbei", sagt Caritas Präsident Michael Landau. "Unsere Hilfe braucht einen langen Atem. Zunächst geht es darum, Menschen in Not erstzuversorgen. Aber fast gleichzeitig denken unsere Partner vor Ort schon an den nächsten Schritt: Hilfe für die Rückkehr ins eigene Heim und die Wiederbestellung der Felder", so Landau: "Schon jetzt ein großes Dankeschön an die österreichischen Spenderinnen und Spender, die bereits bisher so großartig mitgeholfen haben. Und mein Dank gilt auch dem ORF, der mit seiner Aktion Nachbar in Not konsequent Hilfe leistet!"

Mosambik bittet um internationale Hilfe

Die Regierung Mosambiks hat um internationale Hilfe gebeten. Nach den Stürmen und dem Hochwasser, gibt es stehendes Gewässer in den betroffenen Gebieten. Auch Trink- und Abwassersysteme sind schwer beschädigt, die Folge sind Krankheiten wie Cholera.

Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn durch die zerstörte Ernte hungern die Menschen und zusätzlich steigen durch die Verschmutzung des Wassers, die Fälle an Cholera-Erkrankungen an (alleine 7.000 Menschen in Mosambik). Die Menschen brauchen so rasch wie möglich sauberes Trinkwasser, Nahrungsmittel, sowie Medikamente und ein sicheres Dach über dem Kopf um vor noch größeren Katastrophen bewahrt zu werden.

Laut UN sind 715.000 Hektar an landwirtschaftlicher Fläche zerstört. Die Katastrophe trifft eines der ärmsten Länder der Welt - Mosambik befindet sich laut dem Human Development Report der UN auf Rang 180 (von 189). Laut Angaben der Weltbank leben dort 46 Prozent der Menschen unterhalb der nationalen Armutsgrenze.

Nachbar in Not-Hilfsaktion für Mosambik

Ihre Spende rettet Menschenleben!

Zyklon Idai verursacht schlimmste Naturkatastrophe auf der südlichen Hemisphäre - Hunderttausende Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Die Folgen der Naturkatastrophe in Mosambik offenbaren sich Tag für Tag in einem erschreckenderem Ausmaß.


So hilft die Caritas vor Ort

Gemeinsam mit Partnerorganisationen leistet die Caritas Hilfe vor Ort. Mit der Unterstützung von den Österreichischen Spenderinnen und Spender, auch durch die Aktion Nachbar in Not, hat die Caritas Österreich bereits über 800.000 Euro für Soforthilfe und für erste Schritte in Richtung Rehabilitierung für die betroffenen Regionen zur Verfügung gestellt. 45.000 Menschen kann die Caritas Österreich mit ihrem Netzwerk in Mosambik bereits konkret unterstützen.

Aktuell ist Katastrophenhelfer Andreas Wenzel vor Ort, der seit über zwei Jahrzehnten in den Bereichen Humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit tätig ist. Wenzel hat etwa in Chimoio (100 km nördlich von Beira), bei einer Lebensmittelverteilung geholfen: "Es ist sehr wichtig, dass die Caritas auch abseits der großen Städte aktiv ist! Die Menschen brauchen Nahrung, aber auch Saatgut. Wenn die Regenfälle es zulassen, muss die neue Saat ausgebracht werden. Sonst fällt auch die zweite Ernte in diesem Jahr aus. Wir versuchen alles, um auch Menschen in Not in entlegenen Regionen in Mosambik zu unterstützen. Bitte helfen Sie uns helfen!"

Fotos von den Katastrophenhelfern: https://bit.ly/2GzA9KF 

Oft gestellte Fragen

Was macht die Caritas vor Ort?

Die Caritas Österreich hat Katastrophenhelfer nach Mosambik entsendet; in Beira bzw. in der betroffenen Region Sofala wird gemeinsam mit der lokalen Caritas sowie internationalen Caritas Partnern (CRS) eine Bestandsaufnahme gemacht und geklärt, wo und wie die Nothilfe durchgeführt werden kann. Wie wir bei früheren Katastrophen gesehen haben, ist es extrem wichtig, mit den lokalen Partnern, mit den Behörden, mit den anderen Organisationen die Nothilfe eng abzustimmen. Es geht in erster Linie um die Verteilung von Nothilfepaketen mit Hygieneartikeln, Lebensmitteln, Decken, Schlafmatten, Kochutensilien und dergleichen an die von der Katastrophe betroffene Bevölkerung.

Wer kontrolliert die Verteilung? Wie wird überprüft, dass die Spenden nicht in falsche Hände geraten?

Die Caritas arbeitet mit verlässlichen lokalen Partnerorganisationen vor Ort und ausschließlich mit ihnen wird die Hilfe abgewickelt. Das bedeutet: lokal verankert, angesehen und in der Bevölkerung bekannt. Darüber hinaus haben wir eigene MitarbeiterInnen vor Ort, die die Umsetzung der Aktivitäten, aber auch die administrative und finanzielle Umsetzung prüfen und überwachen. Die Koordination mit der Regierung und anderen Hilfsorganisationen findet laufend vor Ort durch unsere KatastrophenhelferInnen und die lokalen Partner statt, so können Doppelungen vermieden werden.

Werden auch Sachspenden entgegengenommen?

Nein. Alle notwendigen Sachspenden können vor Ort bzw. in der Region günstiger eingekauft werden, denn Transport – vor allem per Flugzeug - und Zoll wären zu teuer und zeitaufwendig. Ausnahmen werden nur gemacht, wenn beispielsweise Unternehmen eine Lieferung in der Größenordnung eines Transportflugzeugs liefern können und auch die Kosten für den Transport übernehmen.

Logistik

Die meisten Hilfsgüter können vor Ort oder in den Nachbarstaateneingekauft werden, insofern ist es wichtig, dass vor Ort die Strassen, Flughäfen und Häfen für die lokale Transportwirtschaft frei gemacht wird, um die Hilfsgüter zu dem Menschen zu bringen.

Anreise in das betroffene Gebiet

Wir arbeiten grundsätzlich eng mit unseren lokalen Partnern zusammen, welche vor Ort reisen können und derzeit für Erhebungen vor Ort sind. In der Zwischenzeit nehmen unsere Mitarbeiter drängende Funktionen in der Koordination mit den Akteuren vor Ort wahr. Die Ergebnisse der Erhebungen werden wir gemeinsam auswerten und unsere Aktivitäten darauf basieren. 

Nothilfe nach Zyklon in Mosambik - so ist Hilfe möglich:

Spendenkontonummer:

BAWAG P.S.K.
BIC: BAWAATWW
IBAN: AT92 6000 0000 0770 0004

Kennwort: Nothilfe Mosambik

Ihre Spende ermöglicht rasche und unbürokratische Hilfe vor Ort!