Haiti

Die Arbeit der Caritas Österreich in Haiti hat mit dem großen Erdbeben vom 12. Jänner 2010 begonnen. Seitdem wird versucht, akute Bedürfnisse zu befriedigen und gleichzeitig Strukturen zu schaffen, die Entwicklung ermöglichen und durch Stärkung der Widerstandskraft den Betroffenen zu helfen, künftigen Krisen vorzubeugen.

Haiti ist anfällig für Naturkatastrophen. Aufgrund der seismischen Gegebenheiten besteht für Haiti ein erhöhtes Erdbebenrisiko. Der letzte große Hurrikan, der viel Schaden in Haiti angerichtet hat, war Hurrikan Matthew im Oktober 2016. Hurrikan Irma hat 2017 in Haiti zum Glück vergleichsweise geringe Schäden angerichtet.

Katastrophenvorsorge, Nothilfe und Wiederaufbau

Haiti erlebt immer wieder Naturkatastrophen, die das Land in seiner Entwicklung zurückwerfen. Orkane können Haiti wegen seiner großen Küstenfläche starke Schäden zufügen. Das Land liegt an der Grenze zwischen der karibischen und der nordamerikanischen Kontinentalplatte - einer extrem erdbebengefährdeten Region. Am 12. Januar 2010 ereignete sich ein Beben nahe der Hauptstadt Port-au-Prince, etwa 220.000 Menschen kamen dabei ums Leben. Damit handelt es sich um das schwerste Beben in der Geschichte Nord- und Südamerikas.

Das Ziel unserer Arbeit ist es, rasch und effektiv auf Großkatastrophen und Humanitäre Krisen in Haiti reagieren zu können.

Die wichtigsten Aktivitäten sind folgende:

  • Bau von zwei erdbeben- und hurrikansicheren Gemeindezentren (zur Verwendung als Schutz- und Versammlungsraum)
  • Verteilung von qualitativ hochwertigem Saatgut
  • Errichtung von Saatgutsilos in der Gemeinde
  • Errichtung einer Baumschule und Verteilung von Setzlingen an die Gemeinde
  • Bildung von Spargruppen
  • Wiederherstellung von Hausgärten
  • Verteilung von Nutztieren (Ziegen, Schweine, Hühner)

Bildung – Zukunft für Kinder

Die Bildungsstandards in Haiti zählen zu den niedrigsten auf der Welt. Laut UNICEF schließen nur ca. 50 Prozent der Kinder die Grundschule ab. Die Schulen sind schlecht ausgerüstet, es fehlt an Unterrichtsmaterialien und nur 39 Prozent der Lehrer haben einen akademischen Abschluss. Besonders schwierig ist die Situation für  sogenannte "Restavecs", das sind Kinder in Haiti, deren Familien so arm sind, dass sie von ihren Eltern zu Bekannten oder gar Fremden in der Stadt geschickt werden, wo sie sich durch Arbeit Essen und Unterkunft verdienen müssen. Diese Kinder haben kaum Chance auf ein kindgerechtes Heranwachsen.

Ausbildung und warme Mahlzeiten für 600 Kinder

Unser Ziel ist es, vier ausgewählte Grundschulen so zu stärken, dass 600 Schüler eine qualitativ hochwertige Grundschulausbildung abschließen und täglich eine warme Mahlzeit in der Schule erhalten. Außerdem werden Schulgärten angelegt, um die Kantinen mit frischen Nahrungsmitteln zu versorgen. Die Gärten dienen auch dazu, den Schülern Grundbegriffe des Gemüseanbaus beizubringen. Die Eltern erhalten über ihre Mitarbeit in den Gärten außerdem eine Ermäßigung des Schulgeldes ihrer Kinder. 

Die Qualität des Unterrichts wird durch Fortbildungskurse für 16 Lehrer der Schulen verbessert. Die Lehrer verpflichten sich das Gelernte in schulinternen Weiterbildungskursen an ihre Kollegen weiterzugeben. Dadurch profitieren auch die anderen Lehrer von den Fortbildungen und das Bildungsniveau an den Schulen wird in allen Klassen erhöht.

Armutsbekämpfung - Stärkung der Familien und Frauen

Haiti ist mit Platz 163 im Human Development Index das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Die meisten Menschen leben von der Subsistenzwirtschaft und für etwa 40% ist die Ernährungssicherheit nicht gegeben. Politische Krisen, schlechte Regierungsführung und wirtschaftliche Instabilität erschweren das Überleben. Fast 60 Prozent der Bevölkerung leben von weniger als 1,90 USD pro Tag und mehr als die Hälfte mit manchmal nur 1 USD. Die Haushalte haben durch die steigende Inflation, fehlende Ausbildung und wenige Arbeitsmöglichkeiten fast keine Kaufkraft. Zudem ist die Alphabetisierungsrate mit knapp 50 Prozent die niedrigste in Lateinamerika. Vor allem die Frauen leiden unter der Armut und die Hauptlast für die Versorgung der Familien liegt oftmals bei alleinerziehenden Müttern.

Unser Ziel ist es, dass arme Familien in Gressier ihre Haushaltsökonomie und ihren Ernährungszustand verbessern können.

Alphabetisierungskurse für Erwachsene

Unsere Partnerorganisation ACORDEH führt seit 2015 mit großem Erfolg Alphabetisierungskurse für Erwachsene durch. Durch das Projekt werden 380 Frauen und Männer alphabetisiert. Von ihnen nehmen 120 Frauen an funktionalen Alphabetisierungskursen und Weiterbildungskursen zur urbanen Landwirtschaft teil und können mit den Erträgen aus den Gärten die Ernährung ihrer Familien verbessern. Außerdem werden vier Frauengruppen gegründet und die Frauen zum Sparen angeregt.

Bitte unterstützen Sie die Hilfe vor Ort!