Pakistan

Schulbildung und Zukunft für Kinder in Karachi Pakistan

Schulbildung und Zukunft für Kinder in Karachi Pakistan

Nahe am globalen Krisenherd Afghanistan und an der Schnittstelle der arabischen mit der indischen Welt gelegen, sind Spannungen und Schwierigkeiten in Pakistan fast vorprogrammiert.

Ein Land, zehn mal größer als Österreich, mit fast 190 Millionen Einwohner weist eine beeindruckende Bandbreite auf: Vom zweithöchsten Berg der Welt, dem K2, über die grünen Ebenen des Indus bis zur Thar, dem größten bewohnten Wüstengebiet der Welt, reicht die Geographie. Nicht weniger als 60 Sprachen werden von den verschiedenen Bevölkerungsgruppen gesprochen. Etwa 97 Prozent aller Menschen sind Muslime, doch leben auch über fünf Millionen Hindus und Christen in Pakistan.

Mit einer Lebenserwartung von knapp über 65 Jahren und einem Pro-Kopf-Einkommen das gerade einmal sieben Prozent von dem Österreichs erreicht, wird Pakistan von den Vereinten Nationen als ein Land mit "niederer Entwicklung" eingestuft. Die Vorgaben der UN-Milleniumserklärung, die die Schulbildung für alle Kinder sicherstellen soll, werden deutlich verfehlt. Gerade einmal 60 Prozent aller Kinder Pakistans schließen die fünfte Klasse ab - Mädchen erreichen kaum 40 Prozent.
Die Unabhängigkeit vom britischen Kolonialreich, und die Abspaltung von Indien 1947 erlaubte zwar die Schaffung einer formellen Demokratie, die tief verwurzelten Machtstrukturen blieben jedoch bestehen. Eine Hand voll Clans und Familien, die ein feudales System des Großgrundbesitzes leiten, sind nach wie vor die realen politischen Entscheidungsträger. Eine wenig effiziente, von Protektionismus und Korruption geplagte Verwaltung kann keine grundlegende Veränderung des Systems erwirken. Die verarmte Landbevölkerung flieht auf der Suche nach Alternativen in die Städte. Karachi, beispielsweise, mit geschätzten 20 - 30 Millionen Einwohnern erfährt ein Wachstum von fast 500.000 Menschen pro Jahr.

Extreme politische Spannungen, Terroranschläge radikaler Gruppierungen, Offensiven der Armee und globale Machtinteressen an der Region tun ein weiteres, um die Situation zu erschweren. Besonders die Rolle der Frauen zeigt das Spannungsfeld innerhalb des Landes. Während in den Städten bestens ausgebildete Frauen Führungsrollen in der Wirtschaft erreichen können, kommen Millionen Frauen in ländlichen Gegenden Pakistans kaum in die Öffentlichkeit und sehen sich realer und formeller Diskriminierung ausgesetzt.

Doch ist Pakistan auch ein Land, das diese Widersprüche aufnehmen kann. Ein Land, das trotz aller Probleme den Übergang von einer Militärdiktatur in eine Demokratie geschafft hat, das wirtschaftlich stabil und geopolitisch von größter Bedeutung ist. Ein Land, in dem sich gerade eine engagierte Zivilgesellschaft formiert. Und es ist die Heimat von vielen Millionen Menschen, die die in ehrlicher Freundlichkeit bescheidene Hoffnung in ihre Zukunft setzen.



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