Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit

Damit niemand im Freien schlafen muss

Als Caritas sehen wir heute, dass Obdachlosigkeit sehr viele Gesichter besitzen kann. Es sind nicht mehr nur die klassischen "Sandler", also wohnungslose, ältere Männer mit zerschlissener Kleidung und Rauschebart, sondern auch junge Menschen und Frauen, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind.

 

Was es bedeutet, obdachlos zu sein

Obdachlos zu sein, bedeutet viel mehr als "nur" kein Dach über dem Kopf zu haben. Nicht nur Nässe, Kälte und Hunger gehen den Menschen auf der Straße unter die Haut, sondern vor allem auch Ablehnung und das Unverständnis vieler Mitmenschen. Obdachlosigkeit kostet Kraft und Obdachlosigkeit bedeutet Stress. Obdachlosigkeit macht krank und vor allem einsam.

 

So helfen wir wohnungslosen und obdachlosen Menschen

Wir betreiben in ganz Österreich 45 Obdachloseneinrichtungen. Darunter sind 10 Mutter-Kind-Häuser mit 116 Wohnplätzen. In den 35 Obdachlosenhäusern stehen 1.312 Schlafplätze zur Verfügung. 148 Startwohnungen helfen beim Neuanfang. In 16 Einrichtungen bieten wir außerdem ambulante Beratung, Ausspeisung und medizinische Betreuung.

So können Sie obdachlosen und wohnungslosen Menschen helfen

  • Mit 33 Euro können wir eine Frau und ihr Kind eine Nacht lang in einer Notschlafstelle unterbringen und sie versorgen.
  • Mit 50 Euro können wir einen obdachlosen Menschen in Österreich mit einem winterfesten Schlafsack (bis -24 Grad) und einer warmen Mahlzeit versorgen.

Definition von Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit

Obdachlos ist nicht gleich obdachlos. Viele Menschen ohne eigene Wohnung kommen kurzfristig bei Freunden oder Verwandten unter. Viele werden bereits in Einrichtungen betreut und untergebracht. Deshalb sollten Sie zwischen obdachlos, wohnungslos, ungenügendem und ungesichertem Wohnen unterscheiden.

  • Obdachlos sind Menschen, die ohne Unterkunft leben oder keinen festen Wohnsitz haben.
  • Wohnungslos sind Menschen, die in Einrichtungen mit begrenzter Aufenthaltsdauer leben.
  • Ungesichteres Wohnen bedeutet, wenn jemand ohne Mietverhältnis temporär bei Freunden oder Bekannten unterkommt.
  • Ungenügendes Wohnen bedeutet, wenn jemand in einer notdürftigen und unkonventionellen Behausung lebt.

Diese Definitionen entstammen der Europäischen Typologie von Obdachlosigkeit, Wohnungslosigkeit und prekärer Wohnversorgung (ETHOS – European Typology on Homelessness and Housing Exclusion, veröffentlicht 2005).