Caritas-Appell zum Welternährungstag am 16. Oktober: Klimakrise verschärft weltweiten Hunger – Wir müssen jetzt handeln!

11.10.19

Caritas Präsident mit Kindern

Landau: „Diejenigen, die die Klimakrise am wenigsten verursacht haben, leiden am meisten darunter: Bäuerinnen und Bauern, die davon leben müssen, was sie anbauen können.“

Überschwemmungen, Dürren, Stürme: Die Folgen der Klimakrise treffen Menschen in den ärmsten Regionen der Welt am härtesten. Frauen, kleinbäuerliche Familien, Kinder, die von dem leben müssen, was sie selbst anbauen können, sind den veränderten Umweltbedingungen unmittelbar ausgesetzt.

Caritas Generalsekretär für Internationale Programme Andreas Knapp: „Wenn immer öfter Katastrophen wie Wirbelstürme oder Dürren Weide- und Anbauflächen zerstören, verlieren Bäuerinnen und Bauern ihre Lebensgrundlage. In den ärmsten Regionen der Welt haben die Menschen keine Reserven für solche Ausnahmesituationen, hier regiert dann der Hunger. Das ist nicht nur unmenschlich, das ist ein Skandal!“

821 Millionen Menschen an Hunger, alle 10 Sekunden stirbt ein Kind an Hunger

„Erstmals seit langem ist die Zahl der hungernden Menschen weltweit wieder gestiegen: 821 Millionen Menschen leiden an Hunger. Alle 10 Sekunden stirbt ein Kind an Hunger. Das ist eine Katastrophe, die sich aufgrund der Klimakrise in ihrer schrecklichen Dimension noch verschärfen wird!“ so Caritas Präsident Michael Landau und appelliert: „Es gibt einen Masterplan für eine bessere Welt: Die SDGs, die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen. Diese müssen von der zukünftigen österreichischen Bundesregierung und der Europäischen Union endlich ernst genommen werden und in konkreten Handlungen münden. Veränderung ist möglich, aber da sind alle gefordert!“

Wie aus dem UN-Bericht zur Ernährungssicherheit 2018 hervorgeht, hat die Anzahl klimabedingter Katastrophen seit 1990 mindestens um 60 Prozent zugenommen.

„Es ist traurige Realität: 80 Prozent der Katastrophen sind heute bereits auf veränderte klimatische Bedingungen zurückzuführen. Dazu kommt, dass Kriege und Konflikte wie in Syrien oder im Jemen andauern und Hilfe vor Ort hier dringender nötig ist als je zuvor“, so Knapp und weiter: „In einem ersten Schritt fordern wir daher, den Auslandskatastrophenfonds im nächsten Regierungsprogramm auf 60 Millionen Euro jährlich erhöhen.“

Darüber hinaus sollte die Förderung von klimarelevanten Maßnahmen zur Bekämpfung des Hungers und die Förderung der Ernährungssicherheit auch ein Schwerpunkt der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit sein und entsprechend dotiert werden.

Caritas-Hilfsprojekte bekämpfen Hunger und erhalten natürliche Ressourcen

Hunger zu bekämpfen ist ein zentrales Ziel der Caritas-Hilfsprojekte im Ausland. Neben Nahrungsmittelhilfe für Menschen in Not, unterstützt die Caritas Bäuerinnen und Bauern dabei, ihre landwirtschaftlichen Methoden an die veränderten Klimabedingungen anzupassen: Im Südsudan etwa werden Nutz-und Obstbäume gepflanzt, die auch als Erosionsschutz dienen. In Südasien verwenden Familien in einem Caritas-Landwirtschaftsprogramm Saatgut, das auch viel Trockenheit aushält. Zusätzlich fördert die Caritas den Ausbau von Tröpfchen-Bewässerungsanlagen, um die Ernten zu steigern.

Klimakrise als Hungertreiber

„Wenn Kinder und Frauen hungern und an der Klimakrise leiden, die sie selbst nicht verursacht haben, dann ist das nicht nur eine humanitäre Katastrophe, sondern eine große Ungerechtigkeit. Wir dürfen hier nicht länger wegsehen, sondern müssen für unser gemeinsames Haus, für unsere Welt, Verantwortung übernehmen, für eine gerechte Verteilung eintreten und insgesamt mit den Ressourcen auf unserem Planeten sorgsamer umgehen“, ist Caritas Präsident Michael Landau überzeugt.

Fotos zum gratis Download: https://bit.ly/31YbCZ0

Presseaussendung am 13. Oktober 2019