Erfahrungsbericht von Cornelia Feilmayr, Bianca Rudy und Margret Wedel

Den lang gehegten Wunsch sich über die Grenzen Österreichs hinaus sozial zu engagieren haben wir uns mit einem Freiwilligeneinsatz im Nysambia BabiesHome in Uganda erfüllt. Unsere Tätigkeiten vor Ort umfassten die gesamte Körperpflege der Kleinkinder und Babys, vom Wickeln, über Waschen bis zum Kleiden. Ebenso zählte die Betreuung in der Grundversorgung, wie zum Beispiel das Füttern in unserem Tätigkeitsfeld, und nicht zu Letzt die Freizeitgestaltung und individuelle Förderung, der bis zu 6-jährigen Kinder, zu unseren Aufgaben. Die Arbeit im BabiesHome erforderte ein hohes Maß an Verantwortung und Geduld. Den Überblick über das Gesamtgeschehen zu behalten war wichtig. Mit Humor und Zusammenhalt haben wir jedoch vieles gemeistert, sind gemeinsam durch Hochs und Tiefs gegangen und konnten somit die wunderschönsten, traurigsten, erschütterndsten, lustigsten und einzigartigsten Erlebnisse miteinander teilen, die uns immer verbinden werden. Im Folgenden wollen wir ein paar Eindrücke durch Auszüge aus unseren Tagebüchern schildern.

"Knapp eine Woche ist nun vergangen und ich hab Heimweh. In der kurzen Zeit, die ich hier bin, ist schon so vieles passiert. Bianca und ich leben in Kireka bei Justine, der Sozialarbeiterin vom BabiesHome. Kireka liegt außerhalb vom Zentrum in der Vorstadt und das Haus liegt sehr abgelegen. Die Straße die hierher führt ist holprig und mit unzähligen Schlaglöchern übersät. Die rote Erde, die hier überall liegt, schaut unglaublich schön aus. Trotz des häufigen Regens ist es meistens sehr heiß. Hier in Uganda gibt es eine Menge Blechhütten und extrem viele arme Menschen. Justine erzählte uns, dass es hier viele Kinder gibt, die wir täglich auf den Straßen sehen wenn wir zur Arbeit fahren, die nicht in die Schule gehen. Sie bleiben zuhause, da sich die Eltern keine Schule leisten können oder wollen. Grund dafür ist, dass in den staatlichen Schulen auf Luganda unterrichtet und gelernt wird, bei den Examen aber auf Englisch geprüft wird und die Schüler daher meist durchfallen. Dennoch ist es besser in die Schule zu gehen, schildert uns unsere Hostmum.

Langsam gewöhne ich mich an all die Unterschiede hier, doch die ersten paar Tage waren wegen der vielen neuen Eindrücke unglaublich anstrengend. Ich freue mich auf die kommende Zeit und bin gespannt was alles passieren wird."

 

"Mo, 14.9. Day 7 - Der Umzug

Die Woche waren Conny und ich bei den Babies - aber die Aufteilung funktioniert nicht so ganz, also haben wir uns dazu entschieden gemeinsam auf alle Babies aufzupassen!! Die Kinder sind einfach so lieb!! Ich habe jetzt schon alle ins Herz geschlossen!!"

 

"Mo, 28.9. Day 21 - So that's a hospital?!

Margret felt really sick! So we went to "hospital" - but it was not really a hospital. It was a mixture out of a hospital and a medical practitioner! It was really strange there! The doctor said she has kind of an infection so she got antibiotics - in Africa u get antibiotics for everything!! Even if u've just a cold!! Anyway, we drove home and I stayed there with Margret. Thankfully, after sleeping she felt better. So I drove to Nysambia, where I met the other girls and we ate sumbusa! Then we went to the National Theater (like every monday), where we met some of the boys and we had a big discussion about true love - Jeso doesn't really believe in it!! Afterwards we went to "9°", a reggae club - I really liked it there, but honestly, u can't dance to reggae music!! I've always almost been falling asleep while dancing. Then I drove home, and Margret was still awake, so we were talking for like some hours, before we finally fell asleep."

 

"Di, 29.9. Day 22 - Wasser marsch!

Today the kids were so exhausting!! It was like everyone was crying the hole morning. Once one child stopped crying another one started - and like this it was the hole morning!! But then we decided to "play with the water" they loved it!! And the crying got less"

 

Knapp über 3 Monate waren wir in Uganda und haben dieses spannende Land mit seiner zu unserer so konträren Kultur ein wenig kennengelernt. Wir sind dankbar dafür, dass wir die Chance hatten all diese lieben Menschen und diese prägenden Erfahrungen machen zu können und würden die Zeit nicht missen wollen.

Erfahrungsbericht Veronika Ziller und Maria Stadler

Unsere ersten Eindrücke von Uganda waren recht ähnlich zu den anderer Freiwilliger. Wir waren beide erst einmal ziemlich "geflasht" (wie wir es in unsrem Reisetagebuch nach dem ersten Tag nachgeschrieben haben). "Es ist wie in einem Bilderbuch". Alles so vollkommen anders als wir es uns erwartet hatten: Ein Gewusel von Menschen auf den vom Staub rot gefärbten, holprigen Straßen, Tischler verkaufen und bearbeiten ihre Möbel einfach am Straßenrand, dazwischen kochen Frauen in vielen Töpfen über kleinen Kohleöfen und daneben findet man Hühner in großen Käfigen. Nicht zu vergessen sind die unzähligen kleinen Läden und Stände, die auf den ersten Blick undefinierbares Zeug verkaufen, aber im Endeffekt alles zu haben scheinen was man hier zum Leben braucht.

Mittlerweile nach 4 Monaten ist das alles Alltag und Gewohnheit für uns, Zuhause kommt uns alles groß, kühl und unpersönlich vor. Auch daran, von allen Seiten gegrüßt und bestaunt zu werden, mit "Muzungu (Weißer), how are you" angesprochen zu werden, haben wir uns, auch wenn es und oft ziemlich auf die Nerven geht, lange schon gewöhnt. Eines ist ganz sicher, unser Leben in unserem europäischen Zuhause wird erst einmal sehr ungewohnt für uns sein.

Aber jetzt einmal zur Arbeit im Projekt, weswegen wir ja um die halbe Erde gereist sind: Wir, zwei der ursprünglich sieben Freiwilligen der Caritas aus Österreich die gleichzeitig in den zwei Projekten hier in Uganda waren, arbeiten im Nsambya Babies Home in Kampala, der riesigen und belebten Hauptstadt des Landes. Damit man sich die Arbeit im Projekt besser vorstellen kann, beschreiben wir einmal einen ganz gewöhnlichen Arbeitstag: Um 7 Uhr morgens läutet unsere Wecker und um 8 Uhr afrikanischer Zeit (man kann sich also nie so sicher sein) machen wir uns dann zusammen mit unserer Gastfamilie auf den Weg ins Babies Home, wo wir von 23 glücklichen, zuckersüßen Kindern im Alter zwischen 0 und 6 Jahren mit offenen Armen und lauten "amami-Gerufe" (so werden grundsätzlich alle weißen Volunteers von den Kindern genannt, die großen benützen aber immer mehr unsere echten Namen) empfangen werden. Kurz nach unserer Ankunft gibt es meistens auch schon Frühstück für die Kleinen, dass aus Porridge (Maisbrei) und einem Stück Toastbrot besteht. Zwischen 9 und 10 Uhr gibt es dann meist recht viel zu tun, weil wir mit allen Kindern nach der Reihe aufs Klo gehen und dann darf natürlich auch das Zähneputzen, dass nicht immer so einfach ist, vergessen werden. Sobald alle fertig sind werden entweder die Spielsachen rausgeholt, wir singen oder gehen mit den größeren in den Spiele- und Lernraum. Um ca. 11 Uhr geben wir ihnen Wasser zu trinken und um halb 12 beginnen wir dann langsam frische Klamotten für jedes Kind rauszusuchen damit wir pünktlich um 12 Uhr mit dem Baden und Waschen beginnen können. Eine der im Babies Home angestellten "Mamis" badet die Kinder der Reihe nach und wir trocknen sie ab, schmieren sie mit einer Fettcreme eine und ziehen sie danach nach unserem Geschmack an ;).

Jetzt dauert es auch nicht mehr lange bis zum Mittagessen, dass meistens aus Poscho (eine weiße Masse aus Maismehl und Wasser) und Beans besteht. Selten gibt es dann auch besondere, andere Sachen wie Matooke (Kochbananen), Reis und G-Nuts (eine Erdnusssoße) oder Meat. Zuerst essen die Kinder und sobald alle fertig mit Klo gehen sind und im Bett für ihren Mittagsschlaf liegen, gibt es auch für uns das gleiche Essen. Und natürlich isst jeder mit den Fingern! Nach dem Essen haben wir dann bis die Kinder wieder auf sind (um halb 4 Uhr) Mittagspause. Nachdem die verschlafenen Knirpse dann aus ihren Zimmern getorkelt kommen, bekommen sie, sofern es die Spendengelder zulassen, einen kleinen Nachmittagssnack wie Früchte, Kekse oder Saft. Dann wird noch ein bisschen gespielt, die Wäsche der Kinder fertig gemacht und verräumt, der Hof gekehrt und aufgeräumt. Ab halb 5 Uhr können wir dann entweder mit unserer Gastmutter, die im Büro des Babies Home arbeitet, nach Hause fahren oder wir bleiben, wie wir es besonders in letzter Zeit gerne tun, noch ein bisschen länger im Home und treffen uns nach der Arbeit noch mit unseren Freunden. Abends schlafen wir dann meistens ziemlich müde und erschöpft vom Tag schnell ein.

Zusammenfassend zur Arbeit im Babies Home: Es gibt immer etwas zu tun und die Mamis freuen sich über jede Art der Hilfe. Die Arbeitsabläufe eignet man sich selbst nach dem Prinzip "Learning by doing" an. Auf alle Fälle genießen die Kinder es, wenn man sich viel mit ihnen beschäftigt und ihnen Lieben zeigt, wofür die Mamis oft zu wenig Zeit haben. So schließt man die Kinder, die eigentlich fast alle keine Eltern mehr haben, ganz schnell in sein Herz, auch wenn sie alle ihre kleinen Eigenheiten haben und ganz schön anstrengend, nervig und frech sein können.

Erfahrungsbericht Laura Magdalena Janda

Vor ein paar Wochen bin ich aus Uganda zurückgekommen und blicke nun auf fünf spannende und erfahrungsreiche Monate und unzählige schöne Momente während meines Freiwilligeneinsatzes zurück. Die ersten vier Monate meines Aufenthalts habe ich im Nsambya Babies Home im Kampala gearbeitet. Ich konnte mir diese Zeit als Praktikum im Rahmen meines Soziale Arbeit Studiums anrechnen lassen. Danach verbrachte ich ein Monat mit Reisen, um Zeit in der Natur zu verbringen und die landschaftliche Schönheit Ugandas sowie das Meer in Tansania zu genießen.

Als ich in Uganda ankam war ich erstmal überwältigt davon, wie anders und fremd alles aussah aber ich fühlte mich gleich wohl und freute mich schon darauf das Land zu erkunden. Caro und ich starteten gemeinsam unseren Freiwilligendienst und teilten uns auch ein Zimmer im Haus der Sozialarbeiterin. Da wir uns gut verstehen, konnte wir uns immer über unsere Erlebnisse und Probleme austauschen, was eine große Hilfe für mich war.

Am ersten Tag im Babies Home liefen uns gleich als wir bei der Tür herein kamen einige der Kinder entgegen und begrüßten uns aufs herzlichste. Den Tagesablauf bekamen wir sehr schnell mit und auch die Kommunikation mit den Kindern ist mir leicht gefallen, da ich diese als sehr offen und zugänglich erlebt habe. Es war berührend zu sehen wie sehr sich die Kleinen über Aufmerksamkeit und Zuneigung freuen. In den folgenden vier Monaten wurde es unsere Hauptbeschäftigung mit den Kindern zu spielen,  zu singen, sie zu kuscheln, zu trösten und ihnen einfach die Aufmerksamkeit zu geben, die sie sich wünschen.

Zurzeit leben circa 20 Kinder im Babies Home. Sie alle sind unter sechs Jahre alt und leben vorübergehend in der Einrichtung, bis sie wieder in ihre Herkunftsfamilien integriert werden können oder Pflege- bzw. Adoptiveltern gefunden werden. Kinder die nicht vermittelt werden können kommen mit sechs Jahren in das dazugehörige Kinderheim nach Kankobe. Die meisten Babies und Kinder wurden in Krisensituationen von ihren Familien ausgesetzt. Es ist Aufgabe der Sozialarbeiterin im Nsambya Babies Home Familienangehörige dieser Kinder ausfindig zu machen. Ugandische Familien sind meist groß und manchmal gibt es Tanten, Onkeln, Geschwister oder Großeltern die in der Lage sind für ein Kind zu sorgen und es bei sich aufnehmen. Oft wollen Eltern ihr Kind auch zurück haben wenn sich ihre finanzielle oder gesundheitliche Situation verbessert hat oder sie beispielsweise aus dem Gefängnis oder Krankenhaus entlassen wurden.

Ich begleitete Justine, die Sozialarbeiterin, wenn sie sich auf die Suche nach Familienangehörigen machte oder Kinder besuchte die früher im Babies Home untergebracht waren und nun bei Angehörigen oder in einer Pflegefamilie leben. Sie versucht regelmäßig zu überprüfen ob es den Kindern dort gut geht. Leider sind die finanziellen Mittel sehr gering und es scheiterte oft schon daran, dass kein Geld für Benzin vorhanden ist. Auch die häufigen Stromausfälle im Büro schränken die Sozialarbeiterin in ihrer Arbeit ein. Mir fiel es schwer zu akzeptieren, dass soziale Arbeit in Uganda eben vor ganz andere Herausforderungen gestellt ist als in Österreich. Manchmal waren wir einen ganzen Tag unterwegs um etwas herauszufinden wofür in Österreich zwei Anrufe genügt hätten. Anfangs war ich etwas enttäuscht, weil ich als Praktikantin von Justine überwiegend in der beobachtenden Rolle war. Dass ich Luganda, die Sprache der Einheimischen, nicht beherrsche war beim Betreuen der Kinder im Babies Home überhaupt kein Problem aber im Kontakt mit Angehörigen eine Barriere. Trotzdem habe ich einen tiefen Einblick bekommen und ein größeres Verständnis für die sozialen Probleme des Landes entwickelt. Ich habe extrem viel gelernt und durfte viele intensive und schöne Momente mit den Kindern erleben.

 

Ich habe die Zeit in Uganda sehr genossen, bin vielen unglaublich netten und interessanten Menschen begegnet und hatte so manches Erlebnis, dass so schön, lustig oder abenteuerlich war, dass ich mich noch ewig daran erinnern werde.  

Erfahrungsbericht Lisa Angerer

Mittlerweile haben wir schon die Hälfte unseres Aufenthaltes im wunderschönen Uganda hinter uns.
Bereits ans Essen mit den Fingern im Kinderheim gewöhnt, ist es trotzdem schwierig Fleisch ohne Messer zu essen. November ist das Monat der Heuschrecken, auf die wir natürlich auch nicht verzichten konnten. Also runter mit den „Grashoppers“ mitsamt den Augen und Fühlern. Ganz überrascht, dass sie wie Chips schmecken, hat sogar unsere Vegetarierin Gudrun eine Kostprobe davon genommen.  Von den einheimischen Gerichten beglückten, ließen wir auch unsere Gastfamilie an der österreichischen Küche teilhaben. Von Milchreis, der zu süß ist, über Spaghetti und Kartoffelsalat mit Würstel. Somit gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken und das nicht nur beim Essen, sondern auch von der Kultur, den Menschen und der Natur.
Am 4 November startete unsere einwöchige Safari. Über Fortportal, der Teeplantage und dem Top of the Hill ging es zum Queen Elizabeth National Park. Wir wurden gleich von einer Elefantenherde begrüßt, welche die Straße überquerten. Natürlich blieben auch die Löwen, Affen, Paviane, Zebras, Nilpferde, Antilopen, Krokodile und Büffel nicht aus. Eines der Highlights waren die Löwen auf dem Baum, da nicht jeder das Glück hat sie zu Gesicht zubekommen.  Das Gorilla Trekking in Bwindi, war ein richtiges Abenteuer. Sie sitzen ganz ruhig und gemütlich da, sodass man sich ihnen bis auf zwei Meter nähern kann.
 Nach unserer Safari ging es zurück ins Kinderheim. Wir hatten erstaunlicherweise schon große Sehnsucht nach den kleinen BewohnerInnen . Im Heim angekommen, durften wir uns über zwei neue Kinder  freuen. Zwei Kinder hingegen haben die Einrichtung schon wieder verlassen. Die Kinder werden auch getauft und so durften wir einer katholischen Taufe im  Kinderheim beiwohnen. Einfach gestaltet, doch sehr schön. Gesangliche Untermalung durfte natürlich auch nicht fehlen, die jedoch ohne Begleitung von Musikinstrumenten stattfand. Sonst ist die Taufe in Uganda unserer ziemlich ähnlich.
Mit sechs Jahren kommen die Kinder in ein anderes Heim und wir durften mitfahren und uns das SOS Kinderdorf, welches von Hermann Gmainer gegründet wurde, erkunden. Im SOS Kinderdorf leben in jedem Haus zehn Kinder mit einer Mutter. Sinn der Sache ist es, den Kindern ein richtiges Familienleben zu ermöglichen und mehr auf sie eingehen zu können.
Im Dezember war das Wetter unerträglich heiß und im Jänner wird es noch wärmer. Weihnachten steht vor der Tür und das Waisenhaus hat einen Monat geschlossen. Um auch den Waisenkindern eine schöne Weihnachtszeit zu bescheren, nimmt jede „Mama“ (Betreuerinnen des Waisenhauses) zwei Kinder zu sich mit nach Hause.
Wir sind gespannt was uns in den nächsten drei Monaten neues erwartet und freuen uns auf ein warmes Weihnachten und Silvester am Strand des Viktoriasees! ;)

Weihnachten mit unserer afrikanischen Familie

Begonnen hat es mit einer großen Weihnachtsparty für die Kinder im Heim. Alle wurden fein angezogen und von einem Weihnachtsmann, einem Clown und einer riesigen Hüpfburg überrascht! Dann wurden sie von einem professionellen Künstler geschminkt und es gab viel zu Essen und zu Trinken. Wir haben uns sehr gefreut, den Kindern hiermit eine große Freude zu bereiten und zu sehen, dass es Ihnen großen Spaß gemacht hat!

Am Vormittag gingen wir in die Kirche, die festlich geschmückt war und von Jung und Alt zahlreich besucht wurde. Auch die Garderobe der Leute war einzigartig. Alle waren schön gekleidet. Viele Frauen trugen den traditionellen Gomez. Die Menschen sangen und klatschten feierlich mit und sogar der Pfarrer kam während der Messe auf uns zu und fragte uns, woher wir seien. Am Ende der Messe bedankte er sich sogar vor allen Besuchern bei uns, dass wir dem Gottesdienst beigewohnt haben. Nach der Kirche gab es zu Hause die ersehnte Bescherung! Danach waren wir bei "unserer afrikanischen Großmutter" zum Essen eingeladen. Da gab es dann das Beste vom Besten: Rind - und Hühnerfleisch, Matokke, Bohnen, Erbsen, Erdnusssauce, Reis, Kartoffeln, Chapati und Bohnen. Also einiges! Am Abend saßen wir dann noch gemütlich zusammen. Die letzte Dezemberwoche und den ganzen Jänner über, hatten wir Ferien, da das Waisenhaus zu dieser Zeit geschlossen ist. Jedes der Kinder wird über die Ferien einer der "Mütter" zugeteilt und wird bei ihr wohnen. Auch wir hatten ein kleines Mädchen namens Dorothea bei uns. Wir hatten viel Spaß mit ihr!

Nachdem die Ferien vorbei waren, gingen wir wieder wie gewohnt zur Arbeit und haben uns wahnsinnig auf "unsere Kinder" gefreut.Während der Auszeit haben wir unsere "kleinen Racker" sehr vermisst und waren froh, wieder arbeiten zu dürfen!

Erfahrungsbericht Kathrin Kröll

Matatus, Matooke, Muzungu...mit diesen Wörtern sollte man sich auseinandersetzen, wenn man eine Zeit lang in Uganda verbringt. Muzungu bedeutet der/die 'Weiße' und als solche/r kann man keine zwei Meter laufen, ohne dieses Wort nachgerufen zu bekommen, ein Schimpfwort? Nein, man will nur die Aufmerksamkeit des exotischen Weißen ergattern. Matatus, also Sammeltaxis gelten als Haupttransportmittel in Uganda und scheint eine Wissenschaft für sich zu sein. Im Old Taxi Park stehen sie Stoßstange an Stoßstange gereiht, es müssen an die hundert sein, Das Chaos aus Menschen und Autos, schafft sich seine eigene Ordnung, strukturiert sich selbst, so funktioniert hier eigentlich das ganze Leben. Süßliche Düfte gemischt mit dem Geruch von verbranntem Plastik und Gegrilltem aus den Garküchen von den Straßenrändern...so riecht Uganda!

Die Menschen sind herzlich, gastfreundlich und neugierig auf den Muzungu, besonders Kinder kommen auf einen zu gelaufen und wollen einen anfassen oder 'some sweets' ergattern. Als Frau alleine unterwegs zu sein, hat mir keine Probleme bereitet, ich habe aber auch nichts herausgefordert, bin zum Beispiel nicht alleine außer Haus gegangen, sobald es dunkel war. Ich bin sogar zu einer Reise nach Kenia aufgebrochen, die 25 Stunden Busfahrt auf ostafrikanischen Straßen werde ich sicher niemals vergessen :-) Nächstes Mal würde ich allerdings das Flugzeug bevorzugen oder einen einheimischen Reiseführer mitnehmen, weil es dann doch etwas unheimlich war, in der Nacht alleine die Grenze zu passieren. Auch eine Safari im Queen Elizabeth Park habe ich mir nicht entgehen lassen, die wunderbare Landschaft und Tierwelt zeigen einem die 'andere' Seite Ugandas, es ist der Gegenpol zu den Problemen der Armut, Arbeitslosigkeit, Korruption und Epidemien.

Nun zum wichtigsten Teil: die Kinder! Schon die erste Begegnung mit den Kindern im Waisenheim, hat mein Herz weit geöffnet für diese wunderbaren, ganz besonderen Menschen. Zum Teil kommen sie scheinbar ungewollt auf diese Welt und wurden ausgesetzt, oder sie sind zu Aidswaisen geworden oder können durch andere soziale Probleme nicht bei ihren Eltern leben. Letztlich haben sie mich ‚ganz unabsichtlich‘ reich beschenkt mit Lebensfreude und Energie.

Die Arbeit im Kinderheim umfasste die Kinderbetreuung und -pflege, also baden, anziehen, füttern, schlafen legen und spielen. Man muss in diesem Ablauf erst seine Rolle finden, so war ich nach einiger Zeit den kleinsten Babys zugeteilt, für die es ein eigenes Zimmer, die Baby Unit gibt, in der die Grundversorgung abgewickelt wurde. Zu 'Spielzeiten' waren die Kinder im Hof, der mit Schaukeln, einer Rutsche und einer Sandkiste ausgestattet ist. Die Babys liegen oder sitzen auf einer Matte, und werden von uns Freiwilligen mit Singen, Klatschen, Kasperl machen, unterhalten :-) Auch Kuscheln durfte nicht zu kurz kommen!

Ich hatte drei unvergessliche, sehr berührende Erlebnisse, nämlich als ich mitkommen durfte, um Babies zu ihren 'neuen' Eltern zu bringen. Da das Waisenheim auch als Adoptionsstelle fungiert, können immer wieder Kinder bei einheimischen Adoptiv- oder Pflegeeltern untergebracht werden. Die Freude war von allen Seiten her riesengroß, wenn auch der Abschied von den Kindern schwer fiel, überwiegte die Freude an diesem Glück teilhaben zu dürfen.

Durch meinen Beruf als Therapeutin durfte ich neben der Arbeit mit den Kindern auch manch Erwachsenen im Waisenheim mit Fußreflexzonenbehandlungen beglücken. So kamen Methoden der TCM über Österreich nach Afrika, ein kultureller Austausch der besonderen Art und eine für mich sehr bereichernde Erfahrung.

Mit über 1000 Fotos und mindestens genau so vielen Herzensbegegnungen reicher, bin ich dankbar wieder in meine Heimat zurückgekehrt. Die Abreise fühlte sich nicht wie ein Abschied an, sondern war vielmehr ein 'Auf Wiedersehen'. Denn eines steht fest: wenn man Land und Leute einmal ins Herz geschlossen hat, kann man sich nicht einfach davonstehlen: Man muss wiederkommen!

Um dem Titel meines Reports gerecht zu werden, bleibt noch zu sagen: Uganda verändert! Mit viel Dankbarkeit genieße ich das Leben in unserem Land, nehme vieles, was davor selbstverständlich war, ganz bewusst wahr. Außerdem habe ich Leichtigkeit und Lebensfreude mit ins Gepäck genommen und lebe davon etwas mehr seitdem ich in Uganda war.

Erfahrungsbericht Eva Aufreiter

Jebale Kankobe!

Mein 3-monatiger Einsatz in Kankobe wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Nicht nur meine Tätigkeit dort, sondern vor allem die vielen Begegnungen mit Menschen sind es, die meine Gedanken noch immer dorthin zurückschweifen lassen, obwohl ich schon länger als ein Monat wieder in Österreich bin. Das ist auch schön so, und ich werde sicher viele Kontakte noch lange weiter pflegen, doch diese Erfahrungen nehmen nun einen größeren Teil meines Lebens ein, als ich zuvor geglaubt habe. Da ich ja schon älter als 50 bin und auch schon einige Reiseerfahrung habe, bin ich recht gelassen und ohne große Vorstellungen nach Uganda gefahren, was mir sicherlich bei der Eingewöhnung geholfen hat. Anpassungsschwierigkeiten hatte ich also keine. Auch während meines Aufenthaltes habe ich versucht, möglichst offen zu bleiben, nicht den gescheiten Europäer zu spielen und dort Dinge zu akzeptieren, die mich daheim gestört hätten. Die Unterbringung bei den drei Schwestern im Kinderheim war sehr okay. Am liebsten hielt ich mich im kleinen Garten hinter dem Zimmer auf, wo sogar eine Hängematte Platz hatte. Die kalte Dusche war mir zuerst ein Dorn im Auge, aber wenn man sieht welcher Luxus eine Dusche überhaupt ist im Vergleich zu den Lebensumständen der Dorfbewohner, hört man schnell auf, darüber nachzudenken. Mit dem Plumpsklo konnte ich mich bis zuletzt nicht so recht anfreunden. Meine Tätigkeit im kleinen Dorf Kankobe war folgende: Am Vormittag unterrichtete ich in der Volksschule im Dorf, am Nachmittag war ich für die Kinderbetreuung im Kinderheim zuständig. Die Volksschule: Da ich Lehrerin an einer Hauptschule bin, war es mein Wunsch, in einer Schule zu unterrichten. Die Lehrer der Schule haben mich gleich recht gut aufgenommen, waren interessiert an Europa und im Gegenzug hab auch ich recht viel über Uganda erfahren. Die 7-klassige Volksschule, in der die Dorf- sowie auch die Heimkinder gehen, besteht aus mehreren hundert Schülern. Die Klassen mit zwischen 60 bis 80 Kindern sind auf verschiedene Gebäude aufgeteilt. Ich habe dort in der 5. und 6. Klasse zwei bis vier Stunden am Tag Englisch unterrichtet. Englisch ist in der 1. bis 3. Klasse nur ein Fach wie jedes andere. In der 4. Klasse werden dann schön langsam alle Gegenstände auf Englisch umgestellt. Doch das afrikanische Englisch ist ein sehr altmodisches Englisch mit keinen Abkürzungen und auch einer etwas anderen Aussprache. So waren meine ersten Probleme gleich vorprogrammiert, denn mein Englisch war für die Schüler und Schülerinnen anfangs schwer zu verstehen. Doch Kinder stellen sich naturgemäß sehr schnell um und nach ein bis zwei Wochen ging es dann ganz gut. Das Unterrichten in so großen Klassen war für mich bis dahin völliges Neuland. Meine gewohnten Unterrichtsmethoden konnte ich hier vergessen, zumal die Schüler und Schülerinnen noch nie was von Partnerarbeit und dergleichen gehört hatten und nicht gewöhnt sind selbstständig zu denken oder alleine vor der Klasse zu reden. Die Kinder lernen viel auswendig, sprechen oft im Chor und müssen auch mehr von der Tafel abschreiben, da sie keine Schulbücher besitzen. Ich als Lehrerin hatte ein Schulbuch bekommen und auch Themen, die ich bearbeitet habe, wobei ich versucht habe, die Schüler durch Dialoge etwas zum Sprechen vor der Klasse zu bringen. Allerdings hatte ich auch Schulbücher aus Österreich mitgenommen und die CDs dazu. Sie wurden von den dortigen Englischlehrern auch recht interessiert studiert und nach einer Einführung über deren Gebrauch auch hoffentlich noch in Zukunft verwendet. Die Geschichten und Songs aus unseren Büchern waren für die Kinder ganz was Besonderes und haben ihnen großen Spaß bereitet. Meine Vorstellung von den lerneifrigen afrikanischen Kindern musste ich auch revidieren, denn in den hinteren Reihen sitzen oft Kinder, die dahinträumen und mit Gelassenheit ihr Heft suchen oder keines besitzen. Ihr Verhalten ist aber nie böswillig, sondern oft durch die schwierigen Lebensverhältnisse zu erklären. Obwohl die Schüler und Schülerinnen sehr dicht gedrängt gesessen sind, gab es bezüglich Disziplin kaum Probleme. Sie bezeugen den Respekt vor ihren Lehrern nämlich immer noch mit einem Kniefall. Der Austausch mit den Lehrern und Lehrerinnen war sehr interessant für mich. Ich fand, dass sie recht guten Frontalunterricht leisteten. Sie luden mich oft ein, an ihren Aktivitäten teilzunehmen und ich konnte auch von vielen ihre Familie kennenlernen. Das Kinderheim: Nach dem Mittagessen mit den Schwestern warteten schon die 10 Kleinen (1.+2.Klasse) auf mich und forderten "some work", was nichts anderes war, als einige Englischübungen im Heft, ab und zu ein Lied, ein Spiel oder einen Reim dazu. Ab 16.00 Uhr kamen dann schön langsam auch die älteren Kinder von der Schule heim. Dann haben wir viel gespielt, gebastelt und gemalt. Mit Vorliebe haben sie aber in der Bücherkiste gekramt und dann Bilder angeschaut oder gelesen (oder vorlesen lassen). Mein Tag war um 18.30 zu Ende - da gingen die Kinder duschen, dann beten und abendessen. Grundsätzlich hat sich der Sonntag gut geeignet um größere Vorhaben, wie zum Beispiel ein Fußballspiel oder einen Hindernislauf zu organisieren. Ansonsten ist die Zeit im Kinderheim ziemlich streng eingeteilt und die Freizeit der Kinder sehr wenig. Während meines Aufenthaltes konnte ich die kleine Bücherei im Kinderheim reaktivieren und so war es den Kindern möglich, sich übers Wochenende Bücher auszuborgen. Die Kinder hatten große Freude damit. Das Wichtigste ist eigentlich, als Ansprech- und "Anlehn"partnerin für die Kinder da zu sein, mit Umarmungen nicht zu sparen und zu versuchen, ihnen die fehlende familiäre Zuwendung zu geben. Ich war aufgrund meines Alters besonders für die Kleinen eher eine Art "Mama". Die Kinder der 5. und 6. Klasse, die mich auch als Lehrerin kannten, konnten irgendwie kein solches Nahverhältnis zu mir gewinnen, denn gleichzeitig Lehrerin und Mama oder Freund zu sein ist schwierig. Das hat mich aber weiter nicht gestört. Die Herzlichkeit der meisten Kinder hat für vieles entschädigt. Was man auf jeden Fall aushalten muss, ist die körperliche Nähe von vielen Kindern auf einmal, die ständig gegeben ist. Nebenbei konnte ich immer wieder einmal für ein paar Tage weg und im Land herumreisen. Der nächste Ort, wo man fast alles bekommt, ist leicht zu erreichen und Kampala hin und retour ist auch an einem Tag zu schaffen. Mit den Schwestern bin ich ganz gut zurechtgekommen, wenn auch einige Eigenheiten und Abläufe für mich unverständlich waren. Es bringt nichts, sich dagegen aufzulehnen, sondern mit Geduld und Beharrlichkeit kann im freundlichen Gespräch so manches geklärt werden. Man muss auch akzeptieren, dass man vieles nicht ändern kann. Ich glaube so ein Einsatz ist für jeden, der sich gerne mit Kindern beschäftigt, empfehlenswert und eine Erfahrung, die das Leben bereichert.

Erfahrungsbericht von Tamara, Melina, Maria, Doris und Julia

"Nach 134 Tagen in Afrika haben wir uns alle 5 aufgerafft, unseren Reisebericht zu schreiben. Wir genießen gerade unsere Ferien und wollen nun unsere bisherige Zeit revue passieren lassen. In Wien am Flughafen haben wir (Tamara, Melina, Doris und Julia) uns seit dem letzten Treffen mit Stefanie wieder getroffen und unsere große Reise gemeinsam gestartet. Bei unserer Ankunft in Uganda am Flughafen, haben wir gleich gemerkt, dass wir nicht mehr in Europa sind.

Im Flughafengebäude wurden wir dann wegen dem Ebola-Check mit der Fieberpistole empfangen. Nach dem Sicherheitscheck und Papierkram wie Visum, durften wir nun eineinhalb Stunden auf das Kofferband starren und hoffen, dass von Jeder die zwei Gepäckstücke den richtigen Flughafen gefunden haben.

Beim Ausgang vom Flughafen, haben unsere zukünftigen Gastfamilien bereits mit einem Schild auf uns gewartet.

Dann ging es los zu unserem neuen Zuhause und es begann unsere erste Erkundungstour. Wir waren erstaunt von der schönen Landschaft - viel grüner als wir uns Afrika vorgestellt hatten und waren mit vielen neuen Eindrücken konfrontiert. Wir (Doris und Julia) wurden zuhause von der House-Maid empfangen, indem sie sich vor uns nieder kniete. Kurz wussten wir nicht, was wir davon halten sollten, aber wir wussten auch, dass es hier normal ist, sich vor Älteren oder Höhergestellten nieder zu knien. (Weiße werden leider meist als höhergestellt angesehen). Das Haus in dem wir wohnen, ist viel schöner als wir uns vorgestellt hatten - gefliester Boden im Zimmer, Dusche, amerikanische Toilette.

Am ersten Abend haben wir erfahren, dass wir am Morgen ins Babies-Home fahren werden. Jedoch wurde keine genaue Zeit bekannt gegeben, was nichts Ungewöhnliches ist, wie wir mit der Zeit herausgefunden haben. Selbstständig sein und nachfragen ist die beste Devise. Gleich am zweiten Tag ging es zum Babies-Home.

Bei der Ankunft wurde uns von Mama Betty das Haus gezeigt, damit wir wissen, welche Räume sich wo befinden und wo wir was finden können. Nähere Aufgaben für uns selber haben wir durch Fragen erfahren. Da uns die Kinder gleich sehr herzlich empfangen haben und jede eines am Arm hatte, blieb nicht viel Zeit für genauere Fragen. Wo gewickelt wird, wann es was zu essen gibt und wo gewaschen wird, hat sich alles im Tun ergeben oder wir haben nachgefragt.

Nach ein paar Tagen haben wir uns eingelebt und unsere Plätze im Tagesablauf gefunden. Der Tag beginnt damit, dass die Kinder ihr Frühstück bekommen. Entweder sie essen bereits, wenn wir ankommen oder wir helfen den Mamas beim Poridge austeilen. Danach putzen wir mit den Kindern die Zähne. Auch das ist nicht für alle ein Spaß aber viele sind schon sehr gut geworden. Wir sind sehr froh, dass wir es wieder aufleben lassen konnten, da sich viele Kinder darauf freuen und gleich nach der Toilette fragen, wo die "Brushes" sind. Für die Kleinen haben wir es ein wenig erleichtert, indem wir ihnen Spiegel vors Gesicht gehalten haben, damit sie eine Vorstellung bekommen, was sie eigentlich putzen sollen. Danach bleibt Zeit für Beschäftigung mit den Kindern und für die Kinder untereinander, bis sie zum Waschen vor dem Essen geholt werden. Wenn alle frisch angezogen sind, geht es ins "Dining-Room" für die Größeren und die Kleinen werden in der Babysunit gefüttert.

Nach dem Essen wird geschlafen - das ist die Zeit für die Mamas und für uns, auch eine kleine Pause zu machen und gemeinsam Mittag zu Essen. Poshu mit Beans - Maismehlbrei mit Bohnensauce, stehen so gut wie täglich auf dem Speiseplan. Am Anfang konnten wir uns nicht vorstellen, diese Mahlzeit jeden Tag essen zu müssen. Mittlerweile sind die Portionen immer größer geworden, wir essen mit den Fingern und suchen auch in den Ferien nach Lokal-Food, weil wir uns wirklich daran gewöhnt haben.

Wir hatten die Möglichkeit, mit einer Mama ins Krankenhaus mitzukommen und haben uns danach dafür eingesetzt, dass die Kinder täglich frisches Obst bekommen sollen, welches nun am Nachmittag ausgeteilt wird. Dieses Beispiel hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, miteinander zu reden. So wurde es auch möglich, einen Spielraum für die Kinder zu gestalten.

Drei von uns hatten die Möglichkeit, auch das Waisenheim in Kankobe für 3 Wochen zu besuchen. Es ist ein ganz anderes Leben mit den Kindern, da man im Projekt wohnt und ständig als Ansprechperson für die Kinder zur Verfügung steht. Das Projekt ist eher abgelegen und ländlich, was für uns Landeier viel besser war, als das Stadtleben. Das kann man jedoch nicht verallgemeinern.

Die Kinder kommen am Nachmittag von der Schule und der Vormittag kann selber gestaltet werden. Vorbereiten oder einfach mal Zeit für sich haben. Wir finden, dass dieses Projekt perfekt ist für Leute, die sich eher zu größeren Kindern hingezogen fühlen, da man mit diesem Alter auch schon echt interessante Gespräche führen kann. Wir haben die Zeit dort wirklich sehr genossen!"

Erfahrungsbericht Harald Auer

Mittlerweile sind bereits einige Wochen vergangen, seit ich meinen 4 monatigen Freiwilligendienst im Kankobe Children’s Home in Uganda angetreten bin.
Ich wurde sehr offen und herzlich von den Schwestern und den Kindern empfangen und bin berührt von den vielen intensiven Erfahrungen, die ich bereits mit den Kindern machen durfte. Die Vergangenheit der kleinen Schützlinge sieht nicht besonders rosig aus, verloren doch die meisten von ihnen ihre Eltern und nahen Verwandten aufgrund von HIV/AIDS.
Zurzeit leben etwa 100 Waisenkindern im Kankobe Children’s Home, wo sie eine neue Unterkunft, Essen und die Möglichkeit erhalten, die angeschlossene Schule zu besuchen. Dabei handelt es sich um eine Grundschule, die sieben Schulstufen umfasst. Da Englisch erst ab der dritten Klasse unterrichtet wird, gestaltet sich die Kommunikation mit den Kleinen etwas abenteuerlich, aber mit Händen und Füßen haben wir es bis jetzt immer noch geschafft, uns zu verständigen. Meine Aufgabe besteht im Großen und Ganzen darin, die Kinder und Jugendlichen nachmittags und abends zu betreuen.
Der Arbeitstag beginnt für mich etwa um halb zwei Uhr nachmittags, wenn die Kinder von der Schule nachhause kommen. Die Älteren (ab Schulstufe 3) bleiben nur zum Essen hier und gehen anschließend wieder bis zum Abend zurück in die Schule. Mit ihnen lerne ich am Abend von ca. 20.00 bis 22.00 und helfe ihnen bei den Hausübungen. Die Schule nimmt im Gegensatz zu den städtischen Schulen alle Kinder auf und verlangt weit weniger Schulgeld. Auf einen Lehrer kommen etwa 100 Kinder. Die Ausstattung einer ugandischen ländlichen Schule ist nicht vergleichbar mit dem, was Kindern in Österreich geboten werden kann: Es gibt in der Schule keine Kopien, Handouts oder dergleichen, weswegen vieles einfach von der Tafel abgezeichnet werden muss. Die Kleinen zeigen jedoch einen unbändigen Lernwillen und sind mit sehr viel Motivation bei der Sache!
Angesichts dessen stimmt es mich sehr traurig, dass Bildung in Uganda für so viele möglicherweise sehr begabte Kinder unerschwinglich ist. Mehr als 2/3 der Kinder in Uganda schließen die Grundschule nicht ab, nur 6 bis 8 Prozent schaffen die Matura. Leider werden die Kinder im Kankobe Childrens Home auch nur bis zum Ende der Grundschule betreut. Die Kosten für den Besuch einer Oberschule belaufen sich hierzulande auf etwa 450 € pro Jahr, doch dafür fehlen leider derzeit noch die Mittel. In Anbetracht eines ugandischen Durchschnittseinkommens von ca. 30 € pro Monat ist die Höhe der Ausbildungskosten für viele Familien ein unüberwindbares Hindernis.

Der Tagesablauf der Kinder ist ziemlich klar durchstrukturiert, denn neben der Schule und dem Lernen werden sie auch in allfällige Hausarbeiten wie Wäschewaschen oder Hof und Zimmer Reinigen eingebunden. Nachmittags helfen sie bei der Garten- und Feldarbeit mit. Das Waisenheim bewirtschaftet nämlich einige Felder und Äcker, auf denen Gemüse, Bohnen und Mais für den Eigengebrauch angebaut werden.
Vor der Nachtruhe um 22:00 ergibt sich aber trotzdem meist die Gelegenheit, mit den Buben Fußball oder Räuber und Gendarm zu spielen, Spielsachen aus Ton zu modellieren oder den Kindern etwas vorzulesen.
Ich sehe meine Aufgabe unter anderem darin, einfach für die Kinder da zu sein, ihnen meine Aufmerksamkeit zu schenken, sie als eigenständige, wertvolle Persönlichkeiten wahrzunehmen und ihnen möglichst viel menschliche Wärme zu vermitteln.

Die Lebensumstände unterscheiden sich natürlich auch erheblich von den Bedingungen in Österreich, aber mittlerweile habe ich mich schon gut daran gewöhnt, kalt zu duschen, ein „Plumpsklo“ zu benutzen, meine Wäsche mit der Hand zu waschen, das Wasser vor dem Trinken immer Abzukochen und am Wochenende nahezu ohne Strom auszukommen. Mit dem Essen hatte ich bis jetzt nie Probleme. Es gibt fast täglich „Posho and Beans“ – Maismehl mit Wasser und roten Bohnen oder Gerichte mit Kochbananen, die geschmacklich Kartoffeln ähneln.
Auch das Klima hier ist angenehmer als erwartet, die Tagestemperaturen liegen so zwischen 25 und 35 Grad. Da wir uns gerade in einer der zwei jährlichen Regenzeiten (Ende Februar bis April und Oktober bis Mitte Dezember) befinden, regnet es fast jeden Tag und alle Gegenstände nehmen diesen charakteristischen Geruch der Feuchtigkeit an.

Am Sonntag besuche ich meistens aus Respekt vor der hierzulande stark religiös geprägten Kultur zusammen mit den Einheimischen den Gottesdienst. Dieser dauert hier um einiges länger als man es von Österreich gewohnt ist – unter 2 ½ Stunden läuft da nichts.
Ein afrikanischer Gottesdienst ist immer ein eindrückliches Erlebnis, es wird gesungen, geklatscht und mitgeschwungen – vielleicht eine notwendige Ressource um den Alltag leichter bewältigen zu können. Überhaupt spielt Religion eine sehr große Rolle im Alltag der Menschen und Messen und Gebete finden nicht nur sonntags sondern mehrmals pro Woche statt. Besonders erwähnenswert diesbezüglich ist vielleicht der Freitag, an dem  abends ab 18.00 Uhr bis morgens (!) in der Kirche gesungen wird.  Die Menschen kommen und gehen je nach Belieben, um sich am Gesang zu beteiligen, der übrigens mit Lautsprechern verstärkt wird.

Uganda ist ein schönes Land mit großer Armut aber vielen würde- und respektvollen Menschen. Ich empfinde es als großartige Gelegenheit, eine fremde Kultur so hautnah miterleben zu dürfen und bin schon gespannt, was noch alles auf mich zukommen wird. Die Arbeit mit den Kindern bereitet mir große Freude und ich bin mir sicher, dass ich viele schöne Erinnerungen und tiefgehende Eindrücke von meinem Freiwilligendienst mit nach Hause nehmen werde.