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Caritas mit Stellungnahme zur Pflegelehre

Landau: „Soll die Pflegelehre wichtiger Baustein der Ausbildungs- und Personaloffensive werden, sind klare Vorgaben und ausreichend Personal für Praxisanleitung unerlässlich."

Aktuell sind mit rund 127.000 Pflege- und Betreuungspersonen so viele Beschäftigte wie noch nie in der Pflege und Betreuung aktiv. Trotzdem reicht das bei weitem nicht aus. „Bis 2030 wird knapp ein Drittel der derzeit aktiven Pfleger*innen in Pension gehen. Mit der Ausbildungs- und Personaloffensive als ersten Teil der Pflegereform setzte die Bundesregierung einen wichtigen Fokus. Die Fortsetzung dieser Maßnahmen, also die Regelfinanzierung im Rahmen des neuen Finanzausgleichs, ist unerlässlich. Hier liegen erste Vorschläge auf dem Tisch“, betont Caritas Präsident Michael Landau. Eine qualitativ hochwertig umgesetzte Pflegelehre kann ein weiterer Baustein sein, um Menschen für das Berufsfeld Pflege und Betreuung zu begeistern und dem Personalmangel entgegenzuwirken. „Das Für und Wider der Pflegelehre wird auch in Fachkreisen kontrovers diskutiert. Die angekündigte Pilotierungsphase mit entsprechender Evaluierung halten wir daher für einen sinnvollen Weg. Wichtig ist uns, dass die jungen Menschen in ihrer Lehrausbildung im sensiblen Feld der Pflege und Betreuung optimal begleitet werden. Hier sehen wir als Caritas in den aktuellen Entwürfen der Ausbildungsverordnungen noch dringenden Verbesserungsbedarf,“ so Landau.

Ausreichend Lehrpersonal muss sichergestellt werden

Schon jetzt können individuell gestaltete Anleitungsprozesse in vielen pflegerischen Settings nicht mehr gewährleistet werden. Aufgrund des akut herrschenden Personalmangels müssen Praxisanleiter*innen mithelfen, Personalausfälle zu kompensieren und den laufenden Betrieb sicherzustellen. Sie stehen für Ausbildungsbegleitungen aktuell nicht konstant zur Verfügung. „Die Pflegelehre kann daher nur funktionieren, wenn ausreichend geschultes Personal für die Ausbildung und Praxisbegleitung der Jugendlichen vorhanden ist. Die Bundesregierung muss hier die entsprechenden finanziellen Ressourcen zur Verfügung stellen, damit die Praxisanleiter*innen in den Einrichtungen ihre Kernaufgabe der Ausbildung und Begleitung überhaupt wahrnehmen können. Hier geht es einerseits um die Förderung der Ausbildung zum Praxisanleiter, andererseits um eine finanzielle Abgeltung der Arbeitszeit als Praxisanleiter*innen“, so Landau.

Klarheit im praktischen Alltag

Im nächsten Schritt wurde die Erstellung eines Ausbildungshandbuchs für die Unterstützung der praktischen Ausbildung angekündigt. Da für die praktische Unterweisung im Pflege- und Betreuungsbereich ein Schutzalter von 17 Jahren gilt, muss dieses Handbuch eine klare und auch besonders sorgfältig erstellte Orientierung geben, wie vor allem der Tätigkeitsumfang für Lehrlinge vor dem vollendeten 17. Lebensjahr aussehen soll. Die Caritas zeigt sich diesbezüglich erfreut, dass Trägerorganisationen in die Erarbeitung des Handbuchs eingebunden werden: „Die Caritas ist schon heute mit ihren 19 Schulstandorten und über 6000 Schüler*innen ein wichtiger Eckpfeiler bei der Ausbildung von Pflege- und Betreuungspersonal. Aus den Schulversuchen ‚Höhere Lehranstalt für Sozialbetreuung und Pflege‘ sowie den Fachschulen für Sozialberufe hat die Caritas viel Erfahrung in der Ausbildung von Jugendlichen. Wir freuen uns, unsere Expertise auch in das Ausbildungshandbuch der Pflegelehre einzubringen“, unterstreicht Landau.

Lehrlinge müssen unkompliziert Praktikumsplätze finden

Aus Erfahrungen der eigenen Schulen kann die Caritas auch bestätigen, dass die Koordination von Praxisausbildung einen erheblichen Aufwand darstellt. So sind im Rahmen der Pflegelehre insgesamt 16 Wochen Praktikum in unterschiedlichen Einrichtungen zu absolvieren. Aber bereits jetzt sind Praktikumsplätze z.B. im Krankenhausbereich kaum zu finden. Mit der Pflegelehre steigt dieser Bedarf weiter an. „Die Bundesregierung sollte daher einerseits ein Anreizsystem schaffen, damit Einrichtungen Praktikant*innen aufnehmen und deren Begleitung und Ausbildung sicherstellen können. Andererseits sollte es ein bundesweites Dashboard für Praktikumsplätze geben. Das würde die Koordinierung massiv erleichtern und wäre im Sinne aller,“ so Landau.