Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler im Gespräch

Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler © Caritas Steiermark

Caritas begrüßt weitere Maßnahmen im Bereich der Pflege

Tödtling-Musenbichler: „Nach weiteren wichtigen Schritten muss die nächste Bundesregierung echte Systemreform in Angriff nehmen“

Die Caritas zeigt sich angesichts der heute von der Bundesregierung präsentierten Maßnahmen im Bereich der Pflege und Betreuung erfreut. Caritas Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler: „Ob der Dringlichkeit begrüßen wir, dass es der jetzigen Bundesregierung gelungen ist, noch in dieser Legislaturperiode weitere Schritte zur Verbesserung der Pflege und Betreuung in Österreich zu setzen. Mit der Ausweitung der Pflegestipendien, Verbesserungen bei der Anerkennung von ausländischen Studienabschlüssen oder weiteren Entlastungen für pflegende Angehörige u.a. hat man an einigen Stellschrauben gedreht. Das ist anzuerkennen.“

Gleichzeitig weist Tödtling-Musenbichler darauf hin, dass auch mit den in den vergangenen Jahren bereits gesetzten Maßnahmen der Pflegereformen noch immer viel an politischem Handlungsauftrag besteht. „Die Pflege bleibt ein Stückwerk“, so Nora Tödtling-Musenbichler. „Die Arbeitsbedingungen, Angebote und Kosten unterscheiden sich aktuell von Bundesland zu Bundesland, eine flächendeckende Versorgung ist nicht gesichert. Aktuell fehlen beispielsweise Jahr für Jahr 3.000 Fachkräfte im Bereich. Dieses Paket hilft da oder dort den Schmerz zu lindern, wirklich heilen kann es nicht“, so Tödtling-Musenbichler. „Ich appelliere schon jetzt an die künftige Bundesregierung, eine dringend notwendige Gesamtreform auf den Weg zu bringen. Diese muss das Ende des Fleckerlteppichs beinhalten, wir brauchen beispielsweise einen einheitlichen Personalschlüssel vom Boden- bis zum Neusiedlersee.  In der Gesamtreform muss sich auch ein echtes Pflegekraftpaket wiederfinden, um ausreichend Menschen für die so wertvollen Berufsbilder zu gewinnen. Gleichzeitig muss die Pflege und Betreuung finanziell langfristig abgesichert werden“, skizziert Tödtling-Musenbichler die Eckpunkte einer Systemreform.

Maßnahmenpaket bringt Verbesserungen bei Personalgewinnung, bei pflegenden Angehörigen und mehr Transparenz im Bereich der 24-Stunden-Betreuung

Positiv bewertet die Caritas, dass sich durch das Maßnahmenpaket Verbesserungen im Bereich der Personalgewinnung ergeben, beispielsweise durch die Ausweitung der Pflegestipendien. „Ausreichend Fachkräfte mit Diplom- oder Bachelorabschluss sind ein wesentlicher Faktor für das stabile System der Pflege und Betreuung, welches wir so dringend benötigen“, betont Tödtling-Musenbichler in diesem Zusammenhang. Auch die Optimierung der Anerkennung von ausländischen Abschlüssen ist in diesem Zusammenhang zu begrüßen. Dies ermöglicht eine schnellere Integration von ausländischen Fachkräften in den Arbeitsmarkt. Mit der Absenkung des Berufseintrittsalters auf 18 Jahre stellt die Bundesregierung zudem sicher, dass Absolvent*innen einer Höheren Lehranstalt für Pflege und Sozialbetreuung sofort ins Berufsleben einsteigen können. All das sind Schritte, die bei fehlenden 3.000 Fachkräften im Jahr helfen, das Problem lösen werden sie nicht. Gleiches gilt für die weitere Flexibilisierung bei der Ersatzpflege. Pflegende Angehörige können durch die Neuerung ab sofort tageweise eine sogenannte Ersatzpflege in Anspruch nehmen, bislang war dies nur über mehrere Tage hinweg möglich. Einen Schritt nach vorne macht man auch hinsichtlich der Transparenz bei der 24-Stunden-Betreuung. Es ist wichtig, dass die Kund*innen genau wissen, wie viel Geld an die vermittelnden Agenturen gehen und welche Leistungen sie dafür erbringen.