Konflikt in Bergkarabach - Jetzt spenden!

Der eingefrorene Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan ist am 27.September 2020 wieder aufgebrochen und zeigt sich von seiner grausamsten Seite. Nach dem Waffenstillstandsabkommen vom 9.November 2020 wurde ein russisches Friedenskontingent nach Bergkarabach entlang der Kontaktlinie entsandt, um den Waffenstillstand zu beobachten und zu kontrollieren. Am 1.Dezember übertrug Armenien drei Bezirke von Bergkarabach an Aserbaidschan, in Übereinstimmung mit dem Friedensabkommen. Doch noch immer befinden sich Tausende auf der Flucht. 

Wir sind vor Ort und helfen!

Zerrüttetes Armenien

Monatelang gab es gewaltvolle Gefechte inklusive Angriffe mit Bomben. Die seit Jahrhunderten von ArmenierInnen besiedelte Region Bergkarabach gehört völkerrechtlich seit der Sowjetzeit zu Aserbaidschan. In einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in den 90er Jahren verlor Aserbaidschan die Kontrolle über das Gebiet. Es wird heute ausschließlich von ArmenierInnen bewohnt (ca 150.000 Menschen). Obwohl es immer wieder zu Spannungen kam, ist der aktuelle Ausbruch an Kämpfen der schlimmste seit den 90er – Jahren.

Am 1. Dezember übertrug Armenien drei Bezirke von Bergkarabach an Aserbaidschan, in Übereinstimmung mit dem Friedensabkommen. Armenien behielt die Kontrolle über die übrigen Kernbezirke, einschließlich der Hauptstadt Stepanakert.

Drohende interne Flüchtlingsbewegung

 

Die Kämpfe in Bergkarabach waren eine humanitäre Katastrophe für die Bewohnerinnen und Bewohner von Bergkarach. Vielen der BewohnerInnen aus Bergkarabach blieb nur die Flucht nach Armenien. Insgesamt sind 100.000 Familien aus der Region geflüchtet, ca. ein Drittel von ihnen ist nach dem Waffenstillstand wieder zurückgekehrt.

Doch die Menschen möchten möglichst nahe ihrer Heimat, Bergkarabach, bleiben und sobald möglich wieder zurückkehren. Da viele ihre Dörfer schnell verlassen mussten, keine Ersparnisse und nun natürlich auch kein Einkommen mehr haben, sind die Menschen auf unsere Unterstützung angewiesen.

Es wird erwartet, dass über 50.000 Vertriebene bis zum Frühjahr in Armenien bleiben werden, meist bei Gastfamilien oder in Gemeinschaftszentren, in denen sie nur notdürftig untergebracht sind. Deswegen benötigen diese Familien warme Decken, Winterkleidung und Heizungen. Viele Vertriebene sind derzeit in Schulen, Kindergärten, Hotels und bei Verwandten untergebracht. Durch Kriegsrückkehrer, Flüchtlinge und – wie überall – die Covid-19 Fälle waren die medizinischen Einrichtungen zeitweise komplett überlastet und die Menschen konnten nicht entsprechend ihren Bedürfnissen versorgt werden.

Unterstützung der Caritas in der Region

Armenien ist bereits seit 2006 Partnerland der Caritas Österreich. Die aktuelle Caritas Nothilfe konzentriert sich auf Vertriebene, in den Regionen Shirak (Sitz der Caritas Armenien in Gjumri), in der Region Gegharkunik (Sewansee) und Jerewan und Ararat. In Ararat ist die Hilfe gemeinsam mit dem Catholic Relief Service in Vorbereitung. In der Region Shirak arbeitet die Caritas Armenien eng mit der Regionalverwaltung zusammen.

Insgesamt werden ca. 1000 Flüchtlinge von der Caritas versorgt. Die Caritas betreut diese Familien mit Lebensmittel, Hygieneartikel, und psychologischer Unterstützung. Aktuell werden zusätzlich auch Miet- und Heizkostenzuschüsse geleistet. Die Winter in dieser Region sind sehr hart und bitterkalt mit bis zu minus 30 Grad.

So hilft die Caritas vor Ort 

  • Lebensmittel- und Hygienepakete für intern Vertriebene 
  • Verteilung von warmer Winterkleidung 
  • Unterkunft und Mietkostenzuschüsse
  • Heizkostenzuschüsse für die kalten Wintermonate
  • Psychologische Betreuung von Vertriebenen 
  • Monetäre Hilfeleistung (Cash Assistance) 

Armenien Konflikt Armenien Konflikt

Armenien Konflikt

Armenien Konflikt

Der eingefrorene Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan ist wieder aufgebrochen und zeigt sich von der grausamsten Seite. Wir sind vor Ort und helfen.

Kinder in Krisenregionen: Zwischen Krieg und Lockdown

Besonders verheerend ist die Situation für Kinder in Krisenregionen. Denn zusätzlich zu den Problemen, die die Pandemie mit sich bringt, wissen viele Kinder nicht einmal, ob sie zuhause vor Krieg und Kämpfen sicher sind, ob sie jemals wieder zur Schule gehen können. Oder was sie auf die Frage antworten sollen „Was willst du einmal werden, wenn du groß bist?“, weil sie aufgrund der äußeren Umstände keine Perspektive für sich sehen.

So geht es auch dem neunjährigen Grigor aus der Region Bergkarabach. Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan hat die Region enorm mitgenommen und tausende Menschen in die Flucht im eigenen Land getrieben. Grigor versteckte sich gemeinsam mit seiner Mutter in einem kleinen Schuppen, als die Bomben auf seine Heimatstadt Stepanakert fielen. „Ich hatte Angst aber ich musste ruhig bleiben, mutig sein“, erzählte Grigor später. Seine Mutter floh mit ihm nach Gjumri im sichereren Norden Armeniens, wo sie Unterschlupf bei einer Tante bekamen. Mitnehmen konnten sie nichts. Keine Kleidung, kein Geld. Auch andere Verwandte haben hier Zuflucht gesucht. Derzeit leben achtzehn Menschen in einer Drei-Zimmer-Wohnung. Acht davon sind Kinder.

Grigor und seine Familie bekommen nun Unterstützung von der Caritas: durch Nahrung, Hygieneartikel und medizinische Versorgung. Somit kann die schlimmste Not gelindert werden. Für Kinder auf der Flucht haben jedoch auch die Covid-19 bedingten Schulschließungen enorme langfristige Auswirkungen.