Tume (42) hat noch nie so eine Dürre erlebt: Hungersnot Kenia

14.03.17

Eine afrikanische Frau mit zwei Kindern

Foto: Jork Weismann

In Marsabit, im Norden Kenias, habe ich mit vielen Menschen gesprochen, die unter der Dürre leiden. Tume zum Beispiel hat noch nie so eine schwere Dürre erlebt, obwohl sie bereits 42 Jahre alt ist. Sie ist eine von 20 Millionen Menschen, die laut UNO vom Hungertod gefährdet sind.

Von Miriam Ebner. Dieser Beitrag ist Teil des Blogs "Hautnah am Hunger".

 

Tume hat heute fast zwanzig Kilometer zu Fuß zur Nahrungsmittelverteilung in Balesa zurückgelegt. Müde und erschöpft lehnt sie an einem der letzten kargen Bäume. Sie ist 42 Jahre alt und meint, noch nie so eine schlimme Dürre erlebt zu haben. Seit Wochen bekommt sie und ihre achtköpfige Familie kaum mehr als einen Tee am Morgen und ein bisschen getrockneten Mais in den Magen.

 

Zehn von 145 Ziegen haben überlebt

Ihre Familie besaß 145 Ziegen und 30 Kamele. Nur zehn Kamele haben die Dürre bis jetzt überlebt und die nächste Regenzeit wird erst im April erwartet – wenn nicht auch diese ausbleibt. Tume macht sich große Sorgen um ihre sechs Kinder. Wenn sie weiterhin nicht genug zu essen bekommen, wird der Hunger bleibende Folgen haben. Tumes ältester Sohn ist kürzlich mit den verbleibenden Tieren los, um nach Wasser und Futter zu suchen. Die Tiere haben kaum noch Kraft, weite Strecken zurückzulegen. Verendete Tiere säumen die karge Steinwüste.

 

Die Schule wurde geschlossen

Vor zwei Tagen hat die Internatsschule, die zwei von Tumes Kinder besuchen, geschlossen. Die Schule kann die Kinder nicht mehr verpflegen. 

Tume und ihre Familie ist nun völlig auf Unterstützung angewiesen. Mit dem Nahrungsmittelpaket aus Bohnen, Milch, Öl, Maismehl und Unimix kann sie ihre Kinder eine Woche versorgen. Nahrungsmittel und Wasser ist dringend notwendig, um diese Menschen bis zur nächsten Regenzeit zu unterstützen. 

Über die Autorin - Miriam Ebner

Porträt Miriam Ebner in kenianischer Wüste

Studium Internationale Entwicklung in Wien, Berlin und Kampala. Bisherige Auslandsaufenthalte in Rumänien, Moldawien, Bulgarien und Bangladesch. Für die Caritas war sie als Katastrophenhelferin in Griechenland (Flüchtlingshilfe) und Haiti (Hurrikan Matthew) im Einsatz.

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