Ein Bub lehnt auf einem Tisch in einer Schule

Bildung für syrische Flüchtlingskinder

Trotz Krieg und Flucht sollen Kinder die Möglichkeit haben, eine Schule zu besuchen und zu lernen. Dafür sorgen wir mit dem Bildungsprogramm RHEP, das mehr als 10.000 Kinder in Syrien, Jordanien und dem Libanon unterstützt.

Die bereits seit 2011 anhaltende Krise in Syrien fordert neue Maßnahmen, damit betroffene Kinder trotz der Krise ihre Rechte auf Schutz und qualitätsvolle Bildung wahrnehmen können. Mit dem Bildungsprogramm RHEP - Regional Holistic Education Programme - unterstützen wir daher seit 2015 mehr als 10.000 Kinder in Jordanien und im Libanon und seit 2018 auch direkt in Syrien. Sie sollen bestmöglich mit den Folgen des Krieges umgehen können und so eine Chance auf eine gelingende und selbstbestimmte Zukunft haben. Nur so werden sie als Erwachsene zum Wiederaufbau ihres eigenen Landes beitragen können.

Fast die Hälfte der Menschen auf der Flucht in Syrien ist jünger als 18 Jahre. Rund 2,5 Millionen syrische Flüchtlingskinder haben in den Nachbarländern – vor allem in Jordanien, im Libanon und in der Türkei – Zuflucht gefunden. Trotz aller Anstrengung der Aufnahmeländer gehen aktuell 700.000 syrische Kinder in Jordanien und im Libanon dennoch nicht zur Schule. Knapp 43 Prozent der syrischen Flüchtlingskinder in der Region haben keine Möglichkeit zu lernen. Dabei ist der Zugang zu Bildung für Kinder essenziell: Die individuelle Entwicklung und die Zukunftsmöglichkeiten der Kinder hängen von Bildung ab. Dass Kinder auch im Kontext von Krieg und Flucht ihre Bildung fortsetzen können ist zentral, um sicherzustellen, dass diese Kinder nicht zu einer sogenannten „verlorenen Generation“ heranwachsen. Durch Bildung bleiben Perspektiven und Hoffnung auf eine bessere Zukunft gewahrt! 

So helfen wir syrischen Flüchtlingskindern

Das Bild zeigt Flüchtlingskinder in einer syrischen Schule

Bildung und Hoffnung

Seit 2015 ermöglichen die Caritas Österreich, Caritas Salzburg und Caritas Kärnten gemeinsam mit den Partnerorganisationen vor Ort (Caritas Jordanien, Caritas Libanon und seit 2018 Caritas Syrien) Kindern Zugang zu Bildung. 70 Prozent dieser Kinder sind syrische Flüchtlinge, 30 Prozent sind bedürftige Kinder aus den Aufnahmeländern. Zudem werden die Familien dieser Kinder über Life Skills Trainings wie Alphabetisierungs- und Sprachkurse, EDV-Grundkurse oder Erste Hilfe Trainings unterstützt. Hilfe, die dringend benötigt wird. Denn in den Nachbarländern Syriens bestehen vor allem in puncto Zugang zu qualitativ hochwertigen Bildungsangeboten, Kinderschutz und psychosozialer Unterstützung weiterhin gravierende Lücken. RHEP leistet einen Beitrag dazu, diese Lücken zu füllen, um das Wohlbefinden und die Perspektiven der Kinder und ihres Umfelds zu stärken. Denn erschreckenderweise besuchen nach wie vor 43 Prozent der syrischen Flüchtlingskinder in der Region keine Schule.

Seit 2018 und mit der verbesserten Sicherheitslage in Syrien, erhalten nun auch Kinder und Jugendliche in Syrien selbst Zugang zu Bildungsmaßnahmen über das Bildungsprogramm RHEP der Caritas.

Das Bild zeigt die neunjährigen Zwillinge Abbad und Bilal beim Lernen.

Abbad und Bilal (Namen geändert) sind neun Jahre alte Zwillinge, die mit ihrer Familie auch während des Krieges in Syrien geblieben sind. Für die beiden aufgeweckten Burschen ist das Bildungs- und psychosoziale Zentrum in der Region Shekh Abou Baker der Caritas Aleppo in Syrien eine echte Chance. Im neu eröffneten Caritas Zentrum, das seit Ende 2018 auch vom Bildungsprogramm RHEP unterstützt wird, können Abbad und Bilal nach Jahren wieder zur Schule gehen. Abbad, der auch an einer chronischen Gehirnerkrankung leidet, erhält hier eine spezielle Förderung und psychologische Betreuung.

Abbad erinnert sich mit Freude an den Wiedereinstieg in die Schule: „Ich habe erst hier gelernt, den Stift richtig in der Hand zu halten.“ Auch wenn Abbad sehr wissbegierig und ehrgeizig ist, forderte sein krankheitsbedingtes Lerndefizit von ihm und auch von den LehrerInnen enormen Einsatz, der sich bezahlt macht: In den letzten Monaten hat Abbad tolle Fortschritte gemacht und fast das Niveau seines Zwillingsbruders, Bilal, erreicht. Das Geheimrezept dafür? „Wir helfen uns immer gegenseitig bei den Hausaufgaben“, verraten die beiden mit breitem Grinsen im Gesicht.

Für ihre Zukunft haben Abbad und Bilal schon sehr konkrete Pläne. Bilal möchte Englisch-Lehrer werden und auch einmal im Caritas Zentrum unterrichten. Abbad hingegen möchte Arzt werden: „Dann kann ich Leuten helfen, damit es ihnen wieder besser geht. Genauso, wie mein Arzt mir geholfen hat.“

Was bedeutet „ganzheitlich“?

Ganzheitlich bedeutet, dass nicht nur Zugang zu Bildung geschaffen wird, sondern Kinder auch in die Lage versetzt werden dem Unterricht mental zu folgen und Unterrichtsinhalte aufzunehmen. Des Weiteren soll auch der soziale Zusammenhalt zwischen Flüchtlingen und Gastgesellschaften gefördert werden, um zur Verringerung von sozialen Spannungen beizutragen. Der integrierte, ganzheitliche Ansatz orientiert sich an der UN-Initiative zur Prävention einer verlorenen Generation („No Lost Generation Initiative“) sowie an internationale Standards (INEE – Interagency Network for Education in Emergencies) und setzt auf vier Ebenen an:

1. Kinder haben Zugang zu Bildung

Die Caritas bietet syrischen Flüchtlingskindern und vulnerablen Kindern der Aufnahmeländer Jordanien und Libanon Zugang zu adäquater, qualitativ hochwertiger Bildung für Kinder im Alter von 3-18 Jahren. Neben Grundschulunterricht wird auch Kindergarten und Nachhilfeunterricht angeboten. Zudem werden Kinder mit der Übernahme von Transportkosten, Schulmaterialien und gesunden Schuljausen unterstützt. Partnerschulen profitieren ebenfalls durch eine Verbesserung der Schulinfrastruktur, die allen SchülerInnen zugutekommt.

Das Bild zeigt den fünfjährigen Omar auf einer Schaukel im Kindergarten der Caritas Jordanien in Amman.

Omar, 5 Jahre, besucht den Kindergarten und erhält psychosoziale Unterstützung

Omar (Name zum Schutz des Klienten geändert) ist fünf Jahre alt und besucht den – ebenfalls durch das RHEP Bildungsprogramm unterstützten – Kindergarten der Caritas Jordanien in Amman. Als er noch ein Baby war, musste seine Mutter mit ihm und seinen vier Geschwistern aus ihrer Heimatstadt Homs, Syrien, nach Jordanien fliehen. Die Umstellung auf die neue Lebenssituation und die Ungewissheit, ob der Familienvater noch lebt, haben die Familie stark belastet und bei Omar Spuren hinterlassen. Wie viele syrische Flüchtlingskinder hat auch Omar mit Folgen traumatischer Erlebnisse zu kämpfen. Extreme Verhaltensweisen wie Aggression und Hyperaktivität sind keine Seltenheit. Auch Omar war zu Beginn im Kindergarten der Caritas aggressiv und suchte häufig Streit mit Kindern seiner Gruppe.

Das RHEP Bildungsprogramm der Caritas mit seinem holistischen Ansatz hilft genau solchen Kindern: Neben spielerischen Aktivitäten mit Gleichaltrigen werden die Kinder im Kindergartenprogramm der Caritas gezielt durch psychosoziale Maßnahmen, wie etwa spezielle Mal- und Bastelaktivitäten, dem Arbeiten in einer Gruppe u. ä., begleitet. Omar besucht bereits das zweite Jahr den Caritas Kindergarten. Sein aggressives Verhalten hat sich Stück für Stück gelegt und er ist heute wesentlicher offener und fröhlicher. Die viele Energie steckt der Fünfjährige mittlerweile am liebsten ins Spiel mit seinen Freunden. Wie die Leiterin des Kindergartens stolz über den Jungen sagt: „Es ist unglaublich, wie Omar sich entwickelt hat. Er nimmt an allen Aktivitäten teil. Bei unserer Abschlussfeier ist er sogar durch den Raum getanzt;“ freut sich die Kindergärtnerin.

Obwohl Omar die Atmosphäre und Geborgenheit im Kindergarten sichtlich genießt, freut sich der Junge schon sehr darauf, im kommenden Schuljahr regulär eine öffentliche Schule – die ebenfalls vom RHEP Bildungsprogramm der Caritas unterstützt wird – besuchen zu können. 

2. Der Unterricht basiert auf lerner-zentrierten Prinzipien

Lerner-zentriert bedeutet, den Lernenden und die SchülerInnen in den Mittelpunkt des Unterrichts zu stellen. Alle Aufmerksamkeit des Lehrkörpers gilt den SchülerInnen, ihrer Entwicklung und dem Erreichen ihrer Ziele. In dieser Weise können Auffälligkeiten und Defizite von Kindern – die oft als Folge von Flucht und Trauma entstanden sind – deutlich schneller erkannt und ihnen über psychosoziale und psychotherapeutische Maßnahmen entgegengewirkt werden. Dadurch können diese Kinder dem Unterricht wieder folgen, sich weiterentwickeln und bekommen so auch ein Stück Normalität zurück.

Der Austausch mit LehrerInnen und BetreuerInnen, die Interaktion mit SchulfreundInnen sowie die Integration regenerierender Aktivitäten in den Schulalltag sind dabei ebenfalls effektive Wege, um das psychische Wohlbefinden der Kinder und in weiterer Folge auch ihrer Familien und ihres Umfelds zu steigern.

3. Das Lernumfeld bietet Schutz und ist inklusiv

Eines der zentralen Elemente holistischer Bildungsprogramme ist der Zugang zu einem sicheren und geschützten Schul- und Lernumfeld. Schulen des RHEP Programmes bieten daher umfassende und qualitativ hochwertige Bildung an, die es auch durch Krieg und Flucht traumatisierten Kindern ermöglicht, ihre Talente und Fähigkeiten in der Schule zu entfalten, sich persönlich weiterzuentwickeln sowie Wissen und Kompetenzen zu erwerben. Daher müssen Schulen sicher und für alle zugänglich sein – unabhängig von Geschlecht, Behinderung oder akademischem Niveau. Des Weiteren sind Schulen Räume, in denen sozio-politische Spaltungen und Ungleichheiten abgebaut werden können und damit das Potenzial haben, sich nachhaltig positiv auf die soziale Stabilität und die Gemeinschaft auszuwirken.

Zusätzlich werden im Zuge des RHEP Bildungsprogramms Wartungsschulungen und Schulungen zur Hygienesensibilisierung durchgeführt, um eine angemessene Nutzung der unterstützten Einrichtungen sicherzustellen. Auch ärztliche Untersuchungen werden durchgeführt.

Das Bild zeigt junge syrische Teilnehmerinnen des beruflichen Trainingsprogramms im Zuge des RHEP Programms.

Lina , 19 Jahre, Trainingsprogramm für Jugendliche und junge Erwachsene

Lina (Name zum Schutz der Klientin geändert) ist 19 Jahre und musste 2013 mit ihrer Familie von Syrien nach Jordanien fliehen. Die junge Frau hat Down Syndrom und wohnt mit ihrer Mutter aktuell in prekären Verhältnissen. Im örtlichen Caritas Zentrum – von dem die Familie medizinische Hilfe bekommt – erfuhr Lina von Sozialarbeiterinnen von berufsbildenden Trainings für jugendliche Frauen: Da sie nie in das formelle Bildungssystem integriert war, ist das die erste Möglichkeit in Lina ‘s Leben, sich fortzubilden. Es ist auch das erste Mal, dass Lina ganz alleine und selbständig das Haus verlässt, wie ihre Mutter stolz erzählt.

Wie viele Menschen mit Behinderung, war Lina oft mit Diskriminierung und Mobbing konfrontiert, was die ohnehin schon harten Bedingungen für junge syrische Frauen mit Fluchterfahrung in Jordanien weiter erschwerte. Die Teilnahme an dem beruflichen Trainingsprogramm im Zuge des RHEP Programms war daher erst auch eine große Herausforderung für die junge Frau. Sie war sehr schüchtern und hat sich gegenüber den anderen Teilnehmerinnen sehr zurückhaltend verhalten. Auch hier zeigte sich, wie wichtig der ganzheitliche und holistische Ansatz des Bildungsprogramms RHEP gerade bei vulnerablen Personen ist: Zusätzlich zum akademischen Nutzen bot das Trainingsprogramm der Caritas auch wichtige psychosoziale Unterstützung, die es Lina deutlich erleichtert hat, sich mit anderen Frauen ihres Alters auszutauschen und auch Freundschaften zu schließen.

Die LehrerInnen und SozialarbeiterInnen gingen ebenfalls auf ihre Bedürfnisse ein und gewährleisteten dadurch, dass Lina so gut es ging vom Unterricht profitierte und möglichst viel für ihr weiteres Leben mitnehmen konnte. Lina ist heute eine zielstrebige und hart arbeitende Schülerin, die versucht möglichst selbständig ihren Weg zu gehen. Eine Entwicklung, die nicht nur im Klassenzimmer Beachtung findet: „Es ist eigentlich das erste Mal, dass sich Lina wie eine eigen- und selbständige Person fühlt“, sagt Lina ‘s Mutter ganz Stolz über ihre Tochter.

4. Mitglieder von Schulgemeinschaften unterstützen einander in fürsorglichen Beziehungen

Für Eltern und Erziehungsberechtigte der Kinder und SchülerInnen werden Workshops zum Thema Erziehung angeboten, um die Einbindung der Eltern in die Bildung ihrer Kinder zu fördern und ihnen auch die Bedeutung dieser Ausbildung bewusst zu machen. Zu diesem Zweck werden Treffen zwischen LehrerInnen und Eltern abgehalten, um die Eltern über Fortschritte und Entwicklungen am Laufenden zu halten, aber auch um LehrerInnen Einblick in mögliche Probleme oder Schwierigkeiten der Kinder zu Hause aufmerksam zu machen. Des Weiteren werden Freizeitaktivitäten für Kinder und deren Eltern organisiert, um die Eltern-Kind-Bindung zu fördern und zu festigen. Zusätzlich erhalten auch Eltern und LehrerInnen in Selbsthilfesitzungen Unterstützung, um bei der Bewältigung von Stress und möglichen Traumata zu helfen.

Yaser, 9 Jahre, Schulbesuch und familien-zentrierte Sozialberatung

Yaser (Name zum Schutz des Klienten geändert) ist neun Jahre und musste mit seinen Eltern 2013 aus Syrien fliehen. Die Familie lebt heute im Libanon und Yaser besucht die zweite Schulstufe einer über das Bildungsprogramm RHEP unterstützten Schule. Sein Vater ist berufstätig, seine Mutter leidet an einer chronischen Erkrankung, was ebenfalls eine Belastung für Yaser und seine Familie darstellt.

Zu Beginn des Schuljahrs fiel Yaser aggressiv auf, die LehrerInnen stuften ihn ursprünglich als aggressives Problemkind ein. Yaser verbrachte daraufhin viel Zeit in Einzelsitzungen mit Sozialarbeitern, die ihm die Aufmerksamkeit gaben, die der Junge offenbar so dringend gebraucht hat. In diesen Einzelsitzungen konnte sich Yaser unbeschwert öffnen und die SozialarbeiterInnen haben mit ihm an seiner Einstellung zu Schule und seinen KlassenkollegInnen sowie daran gearbeitet, wie er sich selbst kleine Ziele setzen kann, die er auch täglich erreichen kann – sowohl in der Schule, als auch innerhalb der Familie.

Zur gleichen Zeit arbeiteten die SozialarbeiterInnen auch intensiv mit Yasers Vater, der oft einen äußerst strengen und disziplinierenden Umgang mit seinen Kindern an den Tag gelegt hat. Gemeinsam wurden mehr kindgerechte und liebevollere Wege aufgezeigt, um mit seinen Kindern umzugehen: Mehr Aufmerksamkeit und Geduld gegenüber den Kindern sowie der Fokus auf Fürsorge wurden feste Bestandteile des Familienlebens. Die Änderungen im Verhalten des Vaters, der stets sehr aufgeschlossen war, wenn es um ein besseres Auskommen innerhalb der Familie ging, gemeinsam mit den Entwicklungen in Yasers Verhalten, zeigten rasch große Wirkung: Yaser fand Freunde in der Schule, seine Noten wurden besser, er fühlte sich auch zu Hause wieder wohl und zeigte generell deutlich mehr Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten und Talente! Besonders stolz ist Yaser heute auf seine mittlerweile elf „Fleiß-Sticker“, die ihm sein Lehrer aufgrund der beachtlichen Fortschritte bereits verliehen hat.

PEER – Ein starkes Netzwerk für Bildung in Krisensituationen

Kinder sind die am stärksten betroffene Personengruppe in humanitären Krisen. Dies ist oft verbunden mit dem Verlust international festgeschriebener Rechte wie des Rechts auf Bildung und Freizeit, Schutz vor körperlicher und seelischer Gewalt sowie wirtschaftlicher Ausbeutung (UN Kinderrechtskonvention 1989). Die Caritas setzt sich dafür ein, dass betroffene Kinder ihre Rechte wahrnehmen und ihre vielfältigen Potenziale entfalten können. Denn gerade das Fehlen von Bildungs- und Fortbildungsmöglichkeiten kann nachhaltige negative Auswirkungen auf die gesamte Entwicklung und ihr weiteres Leben haben. Daher zählt der Zugang zu Bildung – auch unter widrigen Bedingungen – zu einer der wichtigsten Maßnahmen, um den langfristigen Auswirkungen von Krieg und Vertreibung entgegenzuwirken.

Um diesem Anspruch nicht nur innerhalb des RHEP Bildungsprogramms Rechnung zu tragen, sondern auch innerhalb des Caritas Netzwerks mit einer starken Stimme Anwaltschaft für dieses wichtige Thema zu betreiben, haben die Caritas Österreich und Caritas Schweiz das strategische Netzwerk PEER (Partnership on Education in Emergencies in the Middle East) ins Leben gerufen. Das PEER Netzwerk fördert in Zukunft den gemeinsamen Erfahrungsaustausch innerhalb der Organisationen, erlaubt Synergien im Bereich „Bildung in Notsituationen“ (eng. „education in emergencies“) zu nutzen und verschafft den beteiligten Organisationen und ihren Partnern eine gemeinsame und wesentlich stärkere Stimme im öffentlichen Diskurs. Dabei verfolgen alle Partnerorganisationen innerhalb des PEER Netzwerks dasselbe Ziel: Unsere Bemühungen im Bildungsbereich innerhalb der MONA Region (Mittlerer Osten und Nordafrika) zu bündeln und zu stärken und den Menschen mithilfe von Bildung wieder Hoffnung und Perspektive für ihr weiteres Leben zu geben.

So können Sie syrischen Flüchtlingskindern helfen

Das Bild zeigt syrische Flüchtlingskinder, wie sie mit einem Bus in die Schule transportiert werden.

Mit dem Bus zur Schule

Für viele syrische Flüchtlingsfamilien im Libanon stellen die Transportkosten ein wesentliches Hindernis dar, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Aufgrund ihres geringen Haushaltseinkommens können sie sich dies selten leisten.

Mit einer Spende von 50 Euro ermöglichen Sie einem Kind einen Monat lang täglich eine sichere Fahrt zur Schule und zurück.

Das Bild zeigt einen mit Speisen gedeckten Tisch für syrische Flüchtlingskinder.

Eine Schuljause

Die Schuljause für Kinder, die über das Bildungsprogramm Aufholklassen besuchen, Nachhilfeunterricht erhalten oder in den Kindergarten gehen, kostet pro Kind täglich 3 €.

Mit einer Spende von 50 Euro kann ein syrisches Flüchtlingskind in Jordanien einen Monat lang täglich mit einer nahrhaften und gesunden Schuljause versorgt werden.

Das Bild zeigt ein junges syrisches Flüchtlingskind mit einem blauen Caritas Pullover.

Eine Schuluniform

Für syrische Flüchtlingsfamilien stellt jede auch noch so kleine Zusatzausgabe für die Bildung ihrer Kinder eine enorme finanzielle Belastung dar, so auch die Schuluniformen, die in allen Privatschulen im Libanon Pflicht sind.

Mit Ihrer Spende von 55 Euro kann ein Volksschulkind aus Syrien mit einer Schuluniform ausgestattet werden.

RHEP Programmländer

Infografik über die RHEP Programmländer Libanon Syrien Jordanien

Seit 2015 unterstützt die Caritas Österreich das Bildungsprogramm RHEP in Jordanien und im Libanon. Seit 2018 werden auch Familien in Syrien direkt unterstützt. Mehr als 10.000 Kinder erhalten so Zugang zu Bildung sowie psychosoziale Unterstützung.

Die Situation vor Ort

Aufnahmeland Libanon

Infografik zu Flucht-Bewegungen in den Libanon mit einer Karte des Libanon

Ein Land so groß wie Tirol nimmt eine Million Flüchtlinge auf

Fast eine Million SyrerInnen sind offiziell als Flüchtlinge im Libanon registriert – einem Land, das kleiner ist als das Bundesland Tirol und einer Bevölkerung von rund vier Millionen Menschen hat. Laut Schätzung könnte die Zahl der geflüchteten Menschen im Libanon jedoch sogar doppelt so hoch sein. Die hohe Zahl der Flüchtlinge hat immense logistische wie gesellschaftliche Auswirkungen auf das Land und seine Bevölkerung. Die Armutsrate steigt seit Beginn des syrischen Bürgerkrieges stetig an, die Wirtschaftsentwicklung geht laufend zurück.

Die Stimmung ist gekippt

Ähnlich wie in Österreich ist auch im Libanon die Stimmung gegenüber Schutzsuchenden in den vergangenen Jahren gekippt. Die anfangs tolerante Stimmung hat sich geändert, es gibt Spannungen zwischen Gastfamilien und Schutzsuchenden. Der Unmut unter den LibanesInnen über den großen Zustrom an SyrerInnen wächst zunehmend. Logistische Versorgungsprobleme – nicht nur im Bildungsbereich – sind offensichtlich und wirken sich stark auf das Leben in dem kleinen Land aus. Eine gut funktionierende Infrastruktur war schon vor dem syrischen Bürgerkrieg nicht ausreichend gewährleistet, doch mittlerweile kämpft das Land mit Trinkwasserknappheit und immer öfter auftretenden Stromausfällen. Die politische Lage ist zunehmend angespannt.

Flüchtlinge leben in extremer Armut

Viele in den Libanon Geflüchtete leben in extremer Armut und sind oft in einem der 1.500 informellen Flüchtlingslager untergebracht, in denen die Versorgungslage meist besonders prekär ist und zum täglichen Überlebenskampf für die BewohnerInnen wird: um Nahrung, Kleidung und medizinische Versorgung.

Videoserie: Flüchtlingskinder im Libanon

 Syrische Kinder erzählen in fünf berührenden Videos von ihren Ängsten, Hoffnungen und Erlebnissen zwischen Bürgerkrieg und Flucht.

Bildung für syrische Flüchtlingskinder

Unterstützung für mehr als 10.000 Kinder in Jordanien und im Libanon

  

Aufnahmeland Jordanien

Grafik: Verteilung syrischer Flüchtlinge in Jordanien

650.000 syrische Flüchtlinge

Jordanien hat in seiner traditionsreichen Geschichte bereits vielen Menschen in Notsituationen Zuflucht geboten. Nach palästinensischen und irakischen Flüchtlingen hat das Königreich nun auch mehr als 650.000 syrische Flüchtlinge aufgenommen, die vor dem mittlerweile seit acht Jahren andauernden Bürgerkrieg in Syrien geflohen sind. Mehr als zwei Drittel der Geflüchteten lebt außerhalb der großen Flüchtlingscamps inmitten der jordanischen Gastgesellschaft.

Das Land hat seine Aufnahmekapazität erreicht

Gesundheitssystem, Schulen und extrem rare Ressourcen wie Wasser sind durch den erhöhten Bedarf durch Schutzsuchende aus Syrien stark belastet. Einkommensmöglichkeiten für SyrerInnen gibt es kaum, obwohl das Land bemüht ist, schrittweise den Arbeitsmarkt für diese Personen zu öffnen. Viele Familien kämpfen – nachdem sie Krieg und Terror in Syrien entkommen sind – nun in Jordanien täglich um das Überleben und mehr als 80 Prozent der syrischen Flüchtlinge lebt unter prekären Umständen unterhalb der nationalen Armutsgrenze.

Flüchtlingskrise als Entwicklungsmöglichkeit?

Flüchtlinge sind weiterhin von monatlichen Hilfeleistungen abhängig und auch Jordanien braucht wiederum die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft, um die geflüchteten SyrerInnen zu versorgen und im Land zu halten und dadurch auch den Migrationsdruck Richtung Europa zu verringern. Ein Abkommen (Jordan Compact 2016) zwischen der jordanischen Regierung und der internationalen Gemeinschaft versucht nun, die Flüchtlingskrise in Entwicklungsmöglichkeiten für das Land umzukehren und dabei die jordanische Aufnahmegesellschaft zu stärken, um steigende Spannungen zu verhindern.

Wie die Kinder des Krieges lernen – auch wieder zu lachen! Eine multimediale Geschichte über die Hilfe für syrische Flüchtlingskinder in Jordanien

Kriegsschauplatz Syrien

Überblick:

  • 8 Jahre (seit 2011) dauert der Bürgerkrieg in Syrien bereits an
  • 13 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe (davon 5,6 Millionen Kinder)
  • 6,2 Millionen Menschen sind innerhalb Syriens auf der Flucht
  • 5,6 Millionen Menschen sind in die Nachbarländer (Großteils nach Jordanien, Libanon und Türkei) geflohen
  • 1,75 Millionen Kinder gehen in Syrien nicht zur Schule
  • 1/3 aller Schulen wurden zerstört

Politische und humanitäre Lage in Syrien

Der seit acht Jahren andauernde Bürgerkrieg in Syrien hatte bisher verheerende Auswirkungen für die Menschen des Landes. Seit den Protesten gegen die Regierung Bashar Al Assad‘s und dem darauf folgenden Ausbruch des Krieges im März 2011, kamen laut der „Unabhängigen Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ mit Sitz in London etwa 560.000 Menschen ums Leben, knapp zwölf Millionen SyrerInnen sind auf der Flucht.

Mittlerweile ist ein Großteil des syrischen Territoriums wieder unter Kontrolle der syrischen Regierung. Auch wurde mit Ende März 2019 die letzte IS Hochburg Baghus, ein Dorf an der irakischen Grenze in Ostsyrien, von den Djihadisten befreit – militärisch gilt der sogenannte Islamische Staat seither als besiegt. Durch den Vormarsch der Regierung und der damit einhergehenden verbesserten Sicherheitslage in einigen Teilen des Landes sowie dem Druck der Nachbarländer auf die dortigen Flüchtlinge wird die Rückkehr von Flüchtlingen in ihre Heimat immer stärker diskutiert. Allerdings muss hier mit Vorsicht vorgegangen und alle Risiken genau abgewogen werden. Die Klärung von Eigentumsrechten in Zusammenhang mit Grundstücken und durch den Krieg zerstörte Gebäude ist aktuell ein großes und ungeklärtes Thema; zudem sind viele Männer vor dem Militärdienst geflohen. RückkehrerInnen laufen Gefahr von der Regierung als Oppositionelle gebrandmarkt zu werden. Wie die Regierung mit ihnen verfahren wird ist noch unklar. Fakt bleibt allerdings: Syrien befindet sich nach wie vor im Krieg und eine sichere Rückkehr ist laut UNHCR noch in keiner Weise gewährleistet.

Wer wir sind

Erik Van Ommering - Program-Manager Regional Holistic Education Program
Erik Van Ommering

Program-Manager Regional Holistic Education Program

Mobil: 0676 336 40 29
Anna Lang - RHEP Regional Program Officer
Anna Lang

RHEP Regional Program Officer

Judith Hameseder - RHEP Regional Program Coordinator
Judith Hameseder

RHEP Regional Program Coordinator

Rana Najib - RHEP Program Coordinator Lebanon
Rana Najib

RHEP Program Coordinator Lebanon

Clemens Landkammer - RHEP Program Coordinator Jordan
Clemens Landkammer

RHEP Program Coordinator Jordan

Andreas Jagersberger - Communication & Advocacy
Andreas Jagersberger

Communication & Advocacy

Christian Huss

RHEP Controlling

Theresa Sacher - Program Coordinator – Caritas Kärnten
Theresa Sacher

Program Coordinator – Caritas Kärnten

Telefon: 0463 555 60-904
Claudia Prantl - Head of Humanitarian Aid – Caritas Salzburg
Claudia Prantl

Head of Humanitarian Aid – Caritas Salzburg

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