YOUR JOB

Regionalprogramm für Jugendliche am Westbalkan

Wenn weltweit die Arbeitslosigkeit der Jugendlichen auf insgesamt 71 Millionen steigt, dann muss auf Brennpunkte geschaut werden. Einer dieser Brennpunkte ist bei einer Jugendarbeitslosenrate von durchschnittlich 37,6 Prozent (2017) mit Sicherheit am Westbalkan.

Der Prozentsatz von Jugendlichen, die weder einer Erwerbstätigkeit nachgehen, noch eine Ausbildung oder ein Training absolvieren (Jugendliche in NEETs – neither employed, nor in education or training) ist hier erschreckend hoch. Während in der EU rund 11 Prozent Jugendliche NEETs sind, sind es in Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo und Serbien im Schnitt rund 27 Prozent. Eine typische Situation für Schwellenländer, in denen trotz wirtschaftlichen Aufschwungs Jugendliche auf der Strecke bleiben.

Die Ziele des Programms

Unser Ziel ist es, Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Übergang von der Schule in das Erwerbsleben zu ermöglichen, damit ihnen die Möglichkeit ihre Zukunft selbst zu gestalten und ihnen Raum zur Entwicklung ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten zu geben. Der Fokus der gezielten Maßnahmen liegt auf der Förderung einer „Social Economy“, einer sozialen und nachhaltigen Wirtschaft. Um unsere Ziele zu erreichen wurde gemeinsam mit lokalen Partnern und Experten einen regionaler Ansatz entwickelt, der das Problem der Jugendarbeitslosigkeit von verschiedenen Seiten angeht. 

So hilft die Caritas

Wir greifen jungen Erwachsene und Jugendlichen bereits in der Schule, aber auch danach, unter die Arme. Mit gezielter Berufsberatung, (sozialarbeiterischer) Begleitung, Case-Management, weiterführende Trainings, Berufspraktika, und vielem mehr. Innovative Lösungen auf den einzelnen Jugendlichen angepasst ermöglichen eine qualitative und somit nachhaltige Perspektivenentwicklung und eine Verbesserung der Karrierechancen. Durch Kernelemente wie Berufspraktika und die Unterstützung bei Youth & Social Entrepreneurship werden Zugänge zum Arbeitsmarkt geschaffen, die es derzeit so in den besagten Ländern nicht gibt.

Darüber hinaus ergibt sich über die überregionale Zusammenarbeit der Caritasorganisationen aus den besagten Ländern ein erheblicher Mehrwert: Gemeinsame Advocacy-Botschaften und Lobbyarbeit sowie die Erarbeitung von überregionalen Strategien ermöglicht eine staatliche Zusammenarbeit, die nachhaltig ist und langfristig Lösungen bietet. 

Individuelle Betreuung und Berufsorientierung

Die Jugendlichen in der Region haben selten die Chance nach ihren eigenen Interessen und Talenten ihre eigene  Zukunft zu gestalten. Viele wissen oft gar nicht, welche Möglichkeiten überhaupt vorhanden sind und welche Themenbereiche sie interessieren könnten. Die Caritas unterstützt die jungen Erwachsenen in der Entwicklung eigener Perspektiven, indem sie ihnen die Chance gibt, unterschiedliche Berufswege kennen zu lernen und ihre eigenen Interessen entdecken zu dürfen.  Ausschlaggebend für den Erfolg oder Misserfolg ist mitunter auch die Einbindung der Familie. Hier bedarf es der Abklärung, ob der oder die Jugendliche daheim bei der Suche nach einem Job unterstützt wird oder ob die Familie den Jugendlichen eher Steine in den Weg legt. Oft ist es notwendig, den Eltern die Vorteile von Bildung zu erklären, um damit Jugendlichen weitere Schritte zu eröffnen. Die Caritas begleitet die Jugendlichen in ihrer gewohnten Umgebung und bietet ihnen neben beruflicher Orientierung auch sozialarbeiterische Unterstützung. Durch Beratung, Abklärung der Interessensgebiete und Trainings unterstützt die Caritas die Jugendlichen vor Ort eigene Perspektiven zu entwickeln.

Ausbildungsvermittlung und Trainings

In der Berufsorientierung wird abgeklärt, welcher Interessensgebiete bestehen und welche Fähigkeiten eventuell  noch gelernt und geübt werden müssen, um einen eigenen Beruf antreten zu können. Im Zuge der Beratung kann sich herausstellen, dass vielleicht die Mathematikkenntnisse wieder aufgefrischt werden müssen oder ein Computerkurs helfen kann, oder aber auch einfach nur ein monatliches Busticket angeschafft werden muss, um in die Ausbildungsstätte oder zur Arbeit zu kommen. Um ihnen die Möglichkeit zu bieten, in ihrer Region einen eigneten Beruf zu ergreifen, bietet die Caritas ihnen auch passende Kurse oder Trainings. Damit wird den Jugendlichen der Weg in eine selbstbestimmte Zukunft erleichtert. 

Zugang zum Arbeitsmarkt über Berufspraktika

Das größte Problem von erwerbslosen Jugendlichen in der Region ist meist das Fehlen von Arbeitserfahrung. Um  den jungen Erwachsenen die Gelegenheit zu geben das Gelernte auch praktisch anzuwenden und somit ihre Chancen auf einen Arbeitsplatz zu erhöhen, arbeitet die Caritas vor Ort mit lokalen Unternehmen zusammen. Die Jugendlichen erhalten die Chance, in den Betriebsalltag hinein zu schnuppern und ihr Gelerntes in die Praxis umzusetzen. Dabei sammeln sie wertvolle Erfahrungen. Mit etwas Geschick und Motivation kann sich aus dem Praktikum auch eine Anstellung  innerhalb der Praxisfirma ergeben.

Der ganzheitlicher Ansatz der Caritas - von der sozialarbeiterischen Begleitung über Abklärung eigener Interessen zu der Chance einer Ausbildung und/oder Berufspraxis  und damit einem Hand in Hand gehenden überregionalen Austausch - ermöglicht eine nachhaltige, lösungsorientierte Entwicklung im Sinne des SDG (Sustainable Development Goal) 4 (Hochwertige Bildung), SDG 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum), SDG 10 (Weniger Ungleichheiten) und SDG 17 (Partnerschaften zur Erreichung der Ziele).

Social Entrepreneurship als Lösungsansatz

Youth Entrepreneurship und Social Entrepreneurship sind Zugänge, die in Schwellenländern großes Potential haben und ein Kernelement des Programms darstellen. Dabei wird gesellschaftlichen Bedürfnissen Vorrang vor dem (finanziellen) Profit Einzelner gegeben. Die Caritas fördert motivierte und ambitionierte Jugendliche und investiert in ihre Kapazitäten und Kreativität. Vielleicht sieht eine junge Frau, dass es in ihrem Dorf keine Möglichkeit der Kinderbetreuung gibt und daher die jungen Mütter nicht arbeiten gehen. Hier könnte Platz für ein sozialwirtschaftliches Unternehmen sein, an dem auch die GemeindevertreterInnen und Frauen aus sozial besser gestellten Familien Interesse haben. Oder ein junger Mann erkennt, dass es neben der Schule kein Angebot für eine gesunde Jause für die SchülerInnen und LehrerInnen gibt – ein kleiner Kiosk könnte hier dem jungen Mann zu Einkommen verhelfen und gleichzeitig dazu beitragen, dass die Kinder besser lernen.

Die ExpertInnen der Caritas im Bereich sozialökonomische Betriebe können hier bei der Verwirklichung von Ideen helfen. Die Vermittlung in Netzwerke von erfahrenen UnternehmerInnen, der Zugang zu Förderungen und die Vernetzung mit wichtigen lokalen Entscheidungsträgern ist dabei wesentlich, um solche kleine Unternehmen auch nachhaltig abzusichern. Dadurch werden Jugendliche trotz sozialer, ökonomischer und ökologischer Herausforderungen ermächtigt, ihr Leben selbst zu gestalten und soziale Ziele zu erreichen.

So können Sie helfen

Jetzt25,- spenden!

Ein Monat lang Öffis

Mit dem Bus zum Praktikum

Oft fehlt nur eine Kleinigkeit, damit Jugendliche Ausbildung, Praktika oder Trainings besuchen können. Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie einem Jugendlichen ein Monat lang die Fahrt zur Ausbildung.

Jetzt50,- spenden!

Eine Berufsberatung

„Ich mach mir meine Zukunft, so wie sie mir gefällt“

Mit Ihrer Spende geben Sie einen Jugendlichen die Möglichkeit eine regelmäßige Berufsberatung und -Orientierung zu besuchen.

Jetzt300,- spenden!

Ein Praktikumsplatz

Mit Praktika aus der Arbeitslosigkeit

Jugendliche sollen die Chance bekommen, durch Praktika Erfahrungen in den jeweiligen Berufen sammeln zu können. Dafür benötigt es viel Organisation und Koordinierung, die Sie mit Ihrer Spende ermöglichen.

Projektorte von YourJob

Gründe für hohe Jugendarbeitslosigkeit

Auslöser sind unterschiedliche Faktoren, die für die Region eine große Herausforderung stellen: nicht an den Arbeitsmarkt angepasste Bildungssysteme, mangelnde Möglichkeit Berufserfahrung zu sammeln, Vorurteile gegenüber Minderheiten, Gleichstellung der Geschlechter, Abwanderung, hoher Anteil an Schwarzarbeit und Korruption, um einige davon zu nennen.

Staatliche Maßnahmen sind unzureichend

Auf staatlicher Seite werden nicht genügend Maßnahmen gesetzt, um die Arbeitslosigkeit zu verhindern und bereits arbeitslose Menschen (wieder) in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Mechanismen, die vom Staat angeboten werden, sind weitgehend ineffizient und Arbeitssuchende setzen überwiegend wenig Hoffnungen in diese Institutionen. Eine schwache ökonomische Situation, eine hohe Korruptionsrate sowie bestehende soziale und kulturelle Normen beeinflussen die Situation zusätzlich negativ.

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