Erdbeben Haiti

Betroffene Osman steht nach dem Erdbeben in Haiti vor den Trümmern ihres Hauses. © Caritas Schweiz

Schweres Erdbeben erschüttert Haiti und fordert Hunderte Todesopfer

Das Erdbeben, das den Südwesten Haitis am 14. August erschütterte, hat mehr als 130.000 Häuser zerstört. Die Zahl der Toten erhöhte sich laut dem Zivilschutz zufolge auf mehr als 2.200.

Um 8.30 morgens (lokale Zeit in Haiti) erschütterte am 14.8.2021 ein Erdbeben der Stärke 7,2 den Westen Haitis. Das Erdbeben wurde 12 km nordöstlich von Saint-Louis du Sud gemessen. Die Region um Les Cayes und Jeremie wurde stark getroffen, dies ist auch jene Region, die vom Hurrikan Matthew im Jahr 2016 stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Die Zahl der Toten erhöhte sich laut dem Zivilschutz zufolge auf mehr als 2.200. Weitere 12,268 Menschen sind verletzt, 344 werden noch vermisst. Das Erdbeben hat einen Großteil der Infrastruktur im Süden Haitis beschädigt oder zerstört. Die heftigen Regenfälle verschlimmerten die Situation zusätzlich.

Erdbeben Haiti

Die gesamte Lage ist noch immer chaotisch und unübersichtlich: Haiti befindet sich grundsätzlich in einer sehr schwierigen politischen Lage (Präsident Jovenel Moise wurde am 7. Juli ermordet; der zuständige Untersuchungsrichter legte nun ebenfalls sein Amt zurück da er um sein Leben fürchtet). Bewaffnete Überfälle, Entführungen und Bandenkriminalität stehen an der Tagesordnung; eine logistisch wichtige Straßenkreuzung nahe Port-au-Prince, die für eine Reise in den Westen des Landes passiert werden muss, ist in den Händen von Banden.

Grundsätzlich weckt dieses Erdbeben dramatische Erinnerungen an jenes vom 12. Jänner 2010, bei dem über 250.000 Tote und 1,5 Millionen Betroffene zu beklagen waren. KViele Familien leben in notdürftig gebauten Unterständen, die kaum vor Wind und Wetter schützen. Der anhaltende Regen verschlimmert die Situation. 

Wir benötigen dringend Spenden, um den Menschen in diesen schweren Stunden vor Ort zu helfen. 

Nothilfe vor Ort läuft

Unmittelbar nach der Katastrophe hat die lokale Caritas damit begonnen, für die Ärmsten unter den Betroffenen Nothilfe zu leisten. 1400 Familien erhalten durch die lokalen Caritas-Organisationen in Les Cayes, Jérémie und Nippes Nahrungsmittelpakete, Seife, Hygienemasken und Trinkwasser. 15 Gemeindezentren werden ausgerüstet um erkrankte Personen mit Medikamenten unterstützen können. Mit unseren Partnern Caritas Cayes und AHAAMES unterstützen wir 2.000 besonders bedürftige Familien damit sie lebensnotwendige Güter für die ersten Wochen kaufen können. Die Auszahlung der Soforthilfe ermöglicht Betroffenen rasche finanzielle Unterstützung, um die unmittelbaren Kosten der Notsituation überbrücken zu können, sodass sie ihre Grundbedürfnisse in den ersten Wochen decken können, bis längerfristige Lösungen gefunden und der Wiederaufbau begonnen werden kann. Ein Team von Caritas Schweiz ist in der Katastrophenregion unterwegs, um weitere Nothilfemaßnahmen mit den Partnerorganisationen einzuleiten.

Rasche Nothilfe für Betroffene

Tausende Häuser wurden beim Erdbeben in Haiti zerstört. Die Menschen stehen vor den Trümmern ihrer Existenz. Foto (c) Caritas Schweiz

Bei einem Meeting mit der Caritas-Partnerorganisation AHAAMES mit den lokalen Gremien werden die nächsten Schritte besprochen. Foto (c) Caritas Schweiz

Naomi wohnte mit ihren vier Kindern. Nach dem Erdbeben hatte sie nichts mehr - alles war weg. Sie erhielt vom Caritas-Partner Ahaames Seife, Nudeln, Speiseöl, Reis und Hygienepads - das half ihr dabei, die schwierigen ersten Tage zu überstehen. So konnte sie etwas für ihre Kinder kochen. Foto (c) Caritas Schweiz

Armelin und Marie lebten mit ihren vier Kindern im Haus. Ihr Haus ist völlig zerstört. Von den Caritas-Partnern vor Ort erhält die Familie Lebensmittel. Foto (c) Caritas Schweiz

Chérivals Frau kam beim Erdbeben ums Leben. Sie war krank und lag im Bett, als eine Wand auf sie fiel. Er selbst und die 7 Kinder und 14 Enkelkinder waren nicht im Haus, als sich das Erdbeben ereignete. Foto (c) Caritas Schweiz

In diesem Haus leben Facilia und ihre Mutter Angela mit 7 weiteren Personen. Angela wurde beim Erdbeben verletzt, das Haus ist völlig zerstört. Seitdem schlafen sie draußen auf dem Boden auf ausgebreiteten Kleidern. Foto (c) Caritas Schweiz

Plésimon ist alleinerziehende Mutter von vier Kindern im Alter von 2, 4, 6 und 8. Nach dem Erdbeben ist ihr Haus unbewohnbar. Foto (c) Caritas Schweiz

Constants Mutter und Schwester kamen beim Erdbeben ums Leben. Seine Schwester hinterlässt vier Kinder. Die Familie lebt jetzt in einer kleinen, behelfsmäßigen Hütte. Foto (c) Caritas Schweiz

Unterstützung nach dem Erdbeben 2010

Nach dem verehrenden Erdbeben und Überschwemmungen starteten wir gemeinsam mit lokalen Mitarbeiter*innen eine NGO (ACORDEH), die Bildungsmaßnahmen für die lokale Bevölkerung in betroffene Regionen umsetzt. Weiters etablierten wir in unseren Projekten und Konzepten erdbebensicheres Bauen. Durch vorausschauendes Planen und richtigem Abschätzen von Katastrophenrisiken können wir Schäden antizipieren bzw. reduzieren.

Dank Ihrer Spenden konnten wir schon viel erreichen:

  • Etwa wurden zwei erdbeben- und sturmsicheren Communitycenters eröffnet: diese wurden nach dem Erdbeben im August von den Betroffenen genutzt.
  • Zwei Gemeinschaftsbanken für Saatgut mit Bauerngruppen aufgebaut. Die Gruppen werden hierbei mit technischem Know-how unterstützt und beraten. 
  • Eine Schule in Cité Soleil, sowie 400 Privathäuser wiederaufgebaut und über 300 weitere Privathäuser wurden erdbeben- und sturmsicher repariert.

Mit 90 Euro kann eine Familie für 1 Monat mit dem Notwendigsten versorgt werden.

Mit Ihrer Spende ist es uns möglich, nun rasch zu handeln! Wir brauchen Sie, um unsere Hilfe jetzt aufrechtzuerhalten und weiter auszuweiten! Diese Menschen brauchen jetzt dringend unsere Unterstützung. Danke! 

Eine Familie sitzt auf einem Bettgestell, im Hintergrund steht das Wasser von einer Überschwemmung, Reste eines zerstörten Hauses sind zu sehen.
Katastrophenfonds