Ein Mann und eine Frau bewirtschaften einen der Äcker.

Äcker, auf denen die Zukunft wächst - Uganda/Kotido/Loyoro

Dürre, Ernteausfälle, Viehdiebstähle: Jeder Tag ist ein Überlebenskampf. Unser Gartenprojekt bringt Frauen bei, wie sie ihre Familien ernähren können.

Zola (Name geändert, 28) hat viel Bitteres erlebt. Ihr Vater starb bei kriegerischen Auseinandersetzungen mit einem anderen Stamm. Sie selbst ist HIV positiv. Ihr Mann kam bei einem Überfall ums Leben. Jetzt muss Zola allein für ihre zwei kleinen Söhne sorgen – in Karamoja, der Region mit der höchsten Kindersterblichkeitsrate in Uganda. Hilfe erfährt sie von Pater Philip Amek, der im Dorf Loyoro unse Gartenprojekt leitet.

Im von Dürre geprägten Nordosten Ugandas geboren, war Zola schon als Baby am Rücken ihrer Mutter, einer Nomadin, in der Region unterwegs – dem Regen folgend, auf der Suche nach Weiden. Doch schon damals wurde man oft nicht satt. Als dann im Zuge bewaffneter Konflikte Zolas Familie staatlicherseits vorgeschrieben wurde, in der trockensten Gegend sesshaft zu werden, schien die Situation ausweglos.

Aus Nomad*innen wurden Bauern*Bäuerinnen und Viehzüchter*innen

Die Bevölkerung der Region Karamoja lebt von Ackerbau und Viehhaltung. 80 Prozent der Menschen leiden unter akuter Armut. Bürgerkriege in der Vergangenheit, langanhaltende Dürreperioden und Viehdiebstähle sind Gründe dafür. Die Menschen leiden zudem unter chronischer Mangel- und Unterernährung, Analphabetismus und einer generellen Perspektivenlosigkeit. Viele Frauen und Männer mussten ihr Nomad*innenleben aufgeben und kämpfen jetzt als Bauern*Bäuerinnen ums Überleben. Mangelnde Kenntnisse im Ackerbau und die ungewohnte Lebensweise erschweren die Bemühungen um eine sichere Existenzgrundlage. Zusätzlich zerstören die langen Trockenperioden und die darauffolgenden Überschwemmungen die gesamte Ernte und schädigen die Böden sehr.

Lernen für eine selbstständige Zukunft

Durch die Partner vor Ort, vor allem Pater Philip Amek, der das Projekt auch ins Leben gerufen hat und Pater Andrew Mitema, der es nun tagtäglich mit großem Engagement vorantreibt, erlernen 180 Frauen in einem Zweijahresprogramm von geschulten Gärtner*innen in fünf Gemeinschaftsgärten die Grundlagen des Ackerbaus, wie Gemüseanbau, Saatgutvermehrung, richtige Lagerung und Regenwasserspeicherung. Zudem gibt es Schulungen zu Themen wie Ernährung und Einkommensverwaltung. Das Erlernte sichert den Frauen und rund 900 indirekt Begünstigten eine neue Existenzgrundlage. Jetzt wird in fünf Dörfern Gemüse angebaut. Außerdem entstanden fünf Gemeinschaftshäuser, die Raum bieten um sich auszutauschen, um lesen, schreiben und nähen zu lernen und Schmuck herzustellen.

Äcker, auf denen die Zukunft wächst

Übungsgärten

Rose Mary (Name geändert) in ihrem Übungsgarten

Äcker für eine bessere Zukunft

Das Bestellen der Felder ist harte Arbeit

Übungsgärten

Männer und Frauen lernen gemeinsam das Anlegen von Gärnten

Äcker für eine bessere Zukunft

Die Erträge der Frauen stiegen um eine Vielfaches.

Nutztiere für die Arbeitserleichterung

Der Ochsenkarren ist eine ungemeine Arbeitserleichterung für die Frauengruppen.

Gärten für eine bessere Zukunft

Das Wasserholfen ist Schwerstarbeit für Kinder.

Schulbildung

Denis (Name geändert, zweiter von links) - mit seinen Kameraden beim Wasser holen - kann jetzt zur Schule gehen.

Schulbildung

Unterricht im Freien aus Mangel an Klassenräumen.

Schulbildung

Die Kinder müssen ihre Geschwister zum Unterricht mitnehmen.

Schulbildung

Dank Kärntner Spender*innen müssen die Kinder nicht mehr am Boden lernen.

Gelebte Gemeinschaft

Die Frauengruppe beim gemeinsamen Herstellen von Schmuck und Gebrauchsgegenständen.

Projektbesuch

Ehemaliger Caritasdirektor und jetziger Bischof von Kärnten Josef Marketz auf Besuch bei den Frauengruppen im Norden Ugandas.

Beachtliche Fortschritte wurden erreicht

Die Projektteams helfen den Gruppen beim Kauf von Saatgut, beim Abräumen und Vorbereiten von Anzuchtbeeten. Bei denjenigen, die rechtzeitig gepflanzt hatten, gab es bemerkenswerte Fortschritte bei der Ernte. Mittlerweile wurden auch Nachschulungen durchgeführt und die Teilnehmer*innen konnten zeigen, welche Kenntnisse sie in vorangegangene Schulung in moderner Landwirtschaft erworben haben. Dafür haben sie etwa Maniok und Mais im Rahmen der Nachschulungen in Reihen anpflanzten. Die Frauen und Jugendlichen können nun diese und weitere Anbaumethoden in die Praxis umsetzen. 

Außerdem ist das Schweinezuchtprojekt in Kaabong gut gelaufen, und immer mehr Mitglieder erhalten Schweine für die Aufzucht in ihren Häusern.

Pandemie und Dürre

Die Ausbreitung von COVID-19 im Lande stellt weiterhin eine Herausforderung für das Projekt dar. Sie führte zu neuen Eindämmungsmaßnahmen - Schließung von Schulen und Einschränkungen bei Versammlungen. Dies erforderte einige Änderungen bei der Durchführung der Aktivitäten, zum Beispiel die Durchführung von Einsätzen in den Dörfern anstelle von Versammlungen. Die Niederschläge im Jahr 2021 waren sehr unvorhersehbar. Angesichts der späten Regenfälle wurde in diesem Jahr von den Jugendlichen kein Getreide angebaut, sondern nur Gemüse und Bohnen, die trotz des unregelmäßigen Regens gut gedeihen können.

Zola ist aus ganzem Herzen dankbar, dass sie in das Projekt aufgenommen wurde. Sie hat nicht nur den richtigen Anbau von Cassava, Kartoffeln und anderen Gemüsesorten erlernt, sondern erhielt als Starthilfe auch Arbeitsgeräte und Saatgut. Zola bewirtschaftet heute ihren eigenen Acker. Außerdem stellt in der Gruppe hübsche Armbänder aus Papier her oder backt Gebäckstücke, die sie verkauft. Seit Kurzem besitzt sie ein paar Hühner, die ihr Spender*innen aus Kärnten finanziert haben. Zola kann für sich und ihre beiden Söhne jetzt selbst sorgen. Vergessen sind die Existenzängste.

Zusätzliche Schulungsmöglichkeiten & Hilfen

Lernen fürs Leben

Auch Küchentraining wird im Projekt angeboten.

Zusätzliche Einkommensquelle

Backwerke, die selbst hergestellt werden, werden für den Verkauf eingepackt.

Nahrungsmittelpakete

Die Teilnehmer*innen des Projektes bekommen auch zusätzliche Nahrungsmittel, wenn sie regelmäßig kommen.

Helfen Sie helfen

Helfen Sie mit, dass die Menschen in der Karamoja-Region langfristig ihr Leben selbst gestalten können und unterstützen Sie bitte das Gartenprojekt in Form von Saatgut, Ausbildungskursen oder Ochsen.

Das Projekt auf einen Blick