Eine Frau mit buntem Kleid und Mund-Nasen-Schutz trägt einen Sack Maismehl auf dem Kopf vor gestapelten Hilfsgütern in einem Verteilungszentrum in Südsudan.

Das Projekt unterstützt besonders vulnerable binnenvertriebene Haushalte mit lebensnotwendigen Lebensmitteln wie Maismehl, Bohnen, Öl und Salz © Nyokabi Kahura

Auf der Flucht im eigenen Land - Südsudan

Seit Jahren prägen Konflikte, Gewalt, wirtschaftliche Krisen und die Folgen des Klimawandels das Leben der Menschen im Südsudan. Viele Familien mussten vor Gewalt fliehen und alles zurücklassen: ihr Zuhause, ihre Felder, ihre Arbeit und oft auch den Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung. Millionen Menschen sind innerhalb des Landes vertrieben oder in Nachbarländer geflohen.

Die humanitäre Lage bleibt dramatisch. Viele Menschen leiden unter akuter Ernährungsunsicherheit. Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, Schwangere und stillende Mütter sowie Familien, die von Frauen allein versorgt werden. Viele Vertriebene haben ihre Lebensgrundlage verloren: Sie können ihre Felder nicht mehr bewirtschaften, haben kaum Einkommen und sind auf Unterstützung angewiesen, um ausreichend Nahrung zu haben.

Hoffnung auf ein Leben in Sicherheit

In Gumbo, einem Außenbezirk der Hauptstadt Juba, haben viele binnenvertriebene Familien auf dem Gelände der Salesianer Don Boscos Zuflucht gefunden. Dort leben Menschen, die vor Gewalt, Unsicherheit und Hunger geflohen sind. Darunter sind viele Frauen, Kinder, Jugendliche, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen.

Mit dem Projekt RISE, „Resilience for IDPs through Skills Development and Emergency Relief“, hilft die Caritas Österreich besonders vulnerablen binnenvertriebenen Menschen und Angehörigen der umliegenden Aufnahmegemeinden in Gumbo/Juba. Das Projekt läuft von April 2024 bis März 2027.

Ziel des Projekts ist es, akute Not zu lindern und gleichzeitig die Widerstandskraft der Menschen langfristig zu stärken. Im Mittelpunkt stehen Ernährungssicherung, nachhaltige Landwirtschaft, berufliche Qualifizierung und neue Einkommensmöglichkeiten. Im Rahmen der aktuellen Projektumsetzung wurden 900 besonders vulnerable Haushalte mit rund 5.172 Menschen erreicht.

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Ernährung sichern und Lebensgrundlagen stärken

Für Familien, die sich nicht ausreichend selbst versorgen können, ist Ernährungshilfe weiterhin überlebenswichtig. Besonders gefährdete Haushalte erhalten Lebensmittel wie Maismehl, Bohnen, Öl und Salz. Diese Unterstützung hilft, akute Hungerperioden zu überbrücken und gibt den Menschen die Möglichkeit, sich wieder stärker auf den Aufbau eigener Lebensgrundlagen zu konzentrieren.

Gleichzeitig setzt RISE auf nachhaltige Perspektiven. Frauen und Männer erhalten Trainings in klimaangepasster Landwirtschaft und werden mit Saatgut und Werkzeugen unterstützt. Sie lernen, Gemüse, Getreide und andere Nahrungsmittel anzubauen, um die Ernährung ihrer Familien zu verbessern und langfristig unabhängiger von Hilfslieferungen zu werden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Ausbildung und Einkommen. Frauen werden in Unternehmensführung, Spargruppen, Buchhaltung und Vermarktung geschult, damit sie kleine Geschäfte aufbauen oder weiterentwickeln können. Jugendliche erhalten praxisnahe berufliche Ausbildungen, etwa in handwerklichen Bereichen. Auch Trainings in nachhaltiger Ziegel- und Blockproduktion eröffnen neue Einkommensmöglichkeiten, besonders für junge Menschen, die bisher kaum Chancen auf Arbeit hatten.

Schutz, Zusammenhalt und neue Perspektiven

Neben Ernährung und Einkommen spielt der Schutz der Menschen im Camp eine zentrale Rolle. Frauen und Mädchen sind auf der Flucht besonders gefährdet, Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt zu sein. Deshalb werden geschulte Gemeindemitglieder dabei unterstützt, über geschlechtsspezifische Gewalt aufzuklären, Schutzmechanismen zu stärken und Betroffene besser an Unterstützung weiterzuvermitteln.

Auch friedliches Zusammenleben ist ein wichtiger Teil der Arbeit. Im Camp leben Menschen aus unterschiedlichen Regionen und Gemeinschaften zusammen, viele von ihnen haben Gewalt, Verlust und Vertreibung erlebt. Dialog- und Friedensaktivitäten helfen dabei, Konflikte gewaltfrei zu lösen und den sozialen Zusammenhalt zwischen Binnenvertriebenen und Aufnahmegemeinden zu stärken.

Zusätzlich werden Gemeindemitglieder zu Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene geschult. Sie geben ihr Wissen in der Gemeinschaft weiter und tragen dazu bei, Krankheiten vorzubeugen und die Gesundheit der Menschen im Camp zu schützen.

RISE verbindet kurzfristige Hilfe mit langfristiger Unterstützung: Familien erhalten Nahrung in akuten Notlagen, lernen aber zugleich, sich wieder selbst eine Zukunft aufzubauen. So entstehen neue Perspektiven für mehr Sicherheit, Würde und Selbstständigkeit in Gumbo.

Zahlen lt. UNHCR 2026: South Sudan 
Global Humanitarian Overview 2025: South Sudan (RRP) | Global Humanitarian Overview 2025 | Humanitarian Action