Krieg in Syrien

Humanitärer Aktionsplan gefordert

Angesichts der zunehmend prekären Lage im Norden Syriens und jüngster Schlagzeilen, wonach die Türkei erwägt, den EU-Türkei-Deal aufzukündigen, appelliert Caritas-Auslandshilfechef Andreas Knapp: „Österreich und die internationale Staatengemeinschaft sollten den Fehler aus dem Jahr 2015 nicht wiederholen und rasch effektive Hilfe für geflüchtete Menschen in und um Syrien, aber auch die Flüchtlingshilfe in Griechenland und in den unterschiedlichen Ländern des Balkans sicherstellen.“ Knapp erinnert in einer Aussendung daran, dass spätestens ab dem Jahr 2014 bekannt war, dass geflüchtete Männer, Frauen und Kinder in den großen Lagern der Region völlig unterversorgt waren. „Die fehlenden Mittel für das World Food Programme waren damals ein maßgeblicher Grund für die große Fluchtbewegung. Es ist unser aller Verantwortung, sicherzustellen, dass sich eine solche humanitäre Tragödie nicht wiederholt“, so Knapp. „Allerdings häufen sich die Anzeichen, dass genau dies wieder geschehen könnte. Das WFP der Vereinten Nationen hat zuletzt betont, dass die Staaten ihre Hilfe deutlich intensivieren müssen. In Syrien mussten bereits Notrationen verkleinert werden. Weitere Kürzungen stehen im Raum. Als Caritas appellieren wir an die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union – und somit auch an Österreich – ihre Hilfe vor Ort deutlich zu verstärken. Die Tatsache, dass dieser Krieg bereits viele Jahre dauert, darf nicht dazu führen, dass wir ihn verdrängen und die Kinder vor Ort vergessen. Die wirksamste Hilfe, um Flucht und Migration zu verhindern ist die Hilfe vor Ort.“ An die Österreichische Bundesregierung gewandt: „Auch ein kleines Land wie Österreich kann hier einen wichtigen Beitrag leisten und etwa die Mittel des Auslandskatastrophenfonds weiter erhöhen.“ Länder rund um Syrien würden heute die meisten Flüchtlinge aufnehmen. „Durch Resettlementprogramme können wir diese Länder bei der Aufnahme unterstützen und besonders vulnerablen Flüchtlingen wie Kindern eine Lebensperspektive bieten.“

900.000 Menschen im Norden Syriens auf der Flucht

Im Nordwesten Syriens sind seit Anfang Dezember 900.000 Menschen auf der Flucht - die meisten von ihnen sind Frauen und Kinder. Mindestens zehn Kinder sollen in den vergangenen Tagen bereits erfroren sein. Knapp: "Die Caritas hat seit Ausbruch des Kriegs in Syrien 180.000 Menschen geholfen. Seit Anfang September 2015 haben wir mit unseren Partnern darüber hinaus ein regionales Bildungsprogramm für syrische Flüchtlingskinder im Libanon und Jordanien gestartet, das insgesamt mehr als 10.000 Kinder und Jugendliche konkret hilft und unterstützt. Doch klar ist auch: Wir müssen gegenwärtig deutlich mehr Hilfe leisten - nicht nur um Bildung und Therapien für Kinder zu ermöglichen, sondern auch, um ganz basale Versorgung mit Lebensmitteln, Wasser und Hygieneprodukten sicherzustellen. Das gilt in und um Syrien. Es gilt aber genauso auch entlang der Länder des Balkans und in Griechenland, wo teils dramatische Zustände herrschen."

Spenden für Babynahrung, Hygienepakete und Nahrungsmittel benötigt

Die Caritas hat sich das Ziel gesetzt, in den kommenden Wochen genügend Spenden zu sammeln, damit die Hilfe für 10.000 Kinder in Kriegs- und Krisengebieten auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden kann. Knapp: „Unsere Partner vor Ort berichten von dramatischen Zuständen. Es mangelt an den grundlegendsten und lebensnotwendigsten Dingen. Meine Bitte an Sie: Lassen wir die vielen Kinder, die Krieg und Verfolgung ausgesetzt sind, nicht im Sticht.“

 

So hilft Ihre Spende:

  • ·       Mit 10 Euro wird ein Baby mit Zusatznahrung für eine Woche versorgt.
  • ·       20 Euro kostet ein Hygienepaket für 3 Monate.
  • ·       50 Euro kosten Gutscheine für Nahrungsmittel für einen Monat für eine fünfköpfige Familie.

Nachbar in Not Syrien 2019

Andreas Knapp, Generalsekretär Internationale Programme der Caritas Österreich: „Wir dürfen die Menschen in Nordostsyrien jetzt nicht im Stich lassen. Menschen, die großteils bereits zum zweiten Mal vor dem Krieg flüchten, brauchen unsere Hilfe. Die Hälfte von ihnen sind Kinder. NACHBAR IN NOT hilft vor Ort – bitte helfen auch Sie mit. Vielen Dank für Ihre Unterstützung. Jeder Euro zählt!“

Die neuerliche Eskalation in Nordsyrien hat das Leid der Menschen weiter verstärkt. ORF und NACHBAR IN NOT bitten um Spenden für die ORF-Hilfsaktion.

 

 

Die langfristige Lösung: Bildung für syrische Flüchtlingskinder

Von Krieg und Flucht betroffene Kinder in Syrien, Jordanien und im Libanon brauchen Zugang zu Schulbildung, um ihre vielfältigen Potenziale entfalten und sich ein selbstbestimmtes Leben aufbauen zu können. Denn Krieg und Vertreibung bedeuten für betroffene Kinder oft, dass sie ihr Recht auf Bildung nicht wahrnehmen können und damit zu einer sogenannten „verlorenen Generation“ heranwachsen. Das müssen wir mit aller Kraft verhindern. Zusätzlich zu der humanitären Hilfe in den einzelnen Ländern hat die Caritas Österreich deshalb seit Anfang September 2015 ein Regionalprogramm zu ganzheitlicher Bildung für syrische Flüchtlingskinder gestartet, das insgesamt mehr als 10.000 Kinder und Jugendliche dabei unterstützt, ihren Bildungsweg trotz Flucht und Vertreibung fortsetzen zu können.

Erfahren Sie hier mehr über das groß angelegte Bildungsprogramm für syrische Flüchtlingskinder

  • Die Jordanien-Delegierte der Caritas Österreich, Judith Hameseder, beim Basteln mit Kindern des Schulprogramms in Lattakia.

    Die Jordanien-Delegierte der Caritas Österreich, Judith Hameseder, beim Basteln mit Kindern des Schulprogramms in Lattakia.

  • Claudia Prantl und Sabine Wartha von der Caritas in Österreich mit einer Familie, die durch das Schulprogramm neue Hoffnung schöpfen kann.

    Claudia Prantl und Sabine Wartha von der Caritas in Österreich mit einer Familie, die durch das Schulprogramm neue Hoffnung schöpfen kann.

  • In der orthopädischen Werkstätte werden Prothesen für Menschen geschaffen, die durch Bomben oder Minen Körperteile verloren haben.

    In der orthopädischen Werkstätte werden Prothesen für Menschen geschaffen, die durch Bomben oder Minen Körperteile verloren haben.

  • Viele Teile Aleppos liegen noch immer in Trümmern.

    Viele Teile Aleppos liegen noch immer in Trümmern.

  • Das Caritas Aleppo Education Team gemeinsam mit Sabine Wartha, Claudia Prantl und Judith Hameseder.

    Das Caritas Aleppo Education Team gemeinsam mit Sabine Wartha, Claudia Prantl und Judith Hameseder.

Bildung für syrische Flüchtlingskinder

Flüchtlingskinder in Syrien, Jordanien und Libanon brauchen Zugang zu Schulbildung, um ein selbstbestimmtes und chancenreiches Leben aufbauen zu können.

Kinder in Flüchtlingslagern laufen Gefahr, dort zu einer verlorenen Generation heranzuwachsen, wenn sie ihr Recht auf Bildung nicht wahrnehmen können. Zusätzlich zu der humanitären Hilfe in den einzelnen Ländern hat die Caritas Österreich deshalb seit Anfang September 2015 ein Regionalprogramm zu ganzheitlicher Bildung für syrische Flüchtlingskinder gestartet, das mehr als 10.000 Kindern und Jugendlichen (seit 2018 auch direkt in Syrien) zugutekommt.

Bitte unterstützen Sie die geflüchteten Menschen in Syrien!

  • 20 Euro kostet ein Hygienepaket für einen geflüchteten Menschen mit den notwendigsten Hygiene-Gegenständen für 3 Monate.
  • 50 Euro kosten Gutscheine für Nahrungsmittel für einen Monat für eine fünfköpfige Familie, die in lokalen Geschäften eingelöst werden können.
  • 135 Euro kostet ein Mietzuschuss für drei Monate für eine Familie in Aleppo, wo der Wohnraum gering ist und die Mieten deshalb sehr hoch sind. 

Videoserie: Flüchtlingskinder im Libanon

 Syrische Kinder erzählen in fünf berührenden Videos von ihren Ängsten, Hoffnungen und Erlebnissen zwischen Bürgerkrieg und Flucht.

Die Hilfe für syrische Flüchtlinge in den Nachbarländern

Hilfe in Syrien

In Syrien wurden seit 2012 Nothilfeprojekte mit über 4 Mio. Euro unterstützt. Dadurch konnte die Caritas Österreich bisher über 75.000 Menschen mit ihrer Hilfe erreichen. Der Fokus der Nothilfe in Syrien liegt dabei vor allem auf medizinischer Hilfe (Operationen, Medikamente) und der Verteilung von Nahrungsmitteln. Seit 2018 werden auch Kinder und Jugendliche durch das Bildungsprogramm „RHEP“ (Regional Holistic Education Programme) dabei unterstützt, trotz der anhaltenden Konflikte ihren Bildungsweg fortzuführen. 

Hilfe im Libanon

Die Gesamthilfe der Caritas Österreich im Libanon in Kooperation mit Nachbar in Not und teilweise finanziert von der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit beläuft sich bislang auf über 7,5 Mio. Euro. Neben dem Zugang für tausende syrische Flüchtlingskinder zu Bildungsangeboten über das Regionalen Bildungsprogramm "RHEP" (Regional Holistic Education Programme) wurden auch die Verteilung von Lebensmittelpaketen, Hygieneartikel sowie Decken, Matratzen und Kleidung an Flüchtlingsfamilien sichergestellt sowie medizinische Hilfe angeboten. Bisher konnte die Caritas Österreich mit verschiedensten Hilfsmaßnahmen über 25.000 Menschen im Libanon unterstützen, darunter nicht nur syrische Flüchtlingsfamilien, sondern auch besonders armutsgefährdete LibanesInnen.

Hilfe in Jordanien

Die Hilfe der Caritas Österreich in Jordanien beläuft sich bisher auf knapp 11 Mio. Euro. Insgesamt konnten in Jordanien bis jetzt über 85.000 Menschen unterstützt werden. Die Mittel der Caritas Österreich fließen vorwiegend in die Verteilung von Gutscheinen für Lebensmittel und Hygieneartikel, Küchenutensilien und Winterkleidung sowie in die Reparatur und Verbesserung von Unterkünften und Mietzuschüsse. Syrische Kinder und Jugendliche, die nach Jordanien fliehen mussten, werden ebenfalls durch das umfassende Bildungsprogramm RHEP dabei unterstützt, ihr Recht auf Bildung wahrzunehmen. 

Bitte helfen auch Sie!

Hilfe in Ost-Ghouta

Video der Caritas Syrien

  

Peace is possible - Friede ist möglich!

Gemeinsam können wir den Druck auf Politiker und Regierungen erhöhen und so ein schnelleres Handeln ermöglichen. Helfen Sie uns dabei:

  • Alle Konfliktparteien müssen an einem Tisch vereint werden und an einer friedlichen Lösung arbeiten.
  • Unterstützen Sie die Millionen von Menschen, die unter diesem Krieg zu leiden haben. Sei es in Form von Spenden, die direkt im Land und entlang der Fluchtrouten eingesetzt werden, oder im direkten Kontakt mit all jenen, die bereits zu uns gekommen sind und ein normales, integriertes Leben suchen.
  • Geben Sie Syrern in und außerhalb ihrer Heimat Hoffnung und Würde zurück.

Mehr zur Aktion Peace is possible der Caritas Internationalis

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