Portrait Mädchen mit Migrationshintergrund

Gerüchte und Fakten zur Arbeit der Caritas

Hier gibt’s die Fakten zu den Lügen und Gerüchten, die über unsere Arbeit verbreitet werden. Auch wenn die Gerüchte oft geteilt werden – sie werden dadurch nicht wahrer und wir stellen uns entschieden gegen Stimmungsmache und Hass im Netz.

Verdient sich die Caritas mit Spenden eine goldene Nase?

Die Caritas hat sich selbst das Ziel gesetzt, mindestens 90 Prozent der Spendenmittel direkt für die konkrete Hilfe einzusetzen – und erfüllt diese Vorgabe. Von jedem Spenden-Euro werden daher maximal 10 Cent für „Overheadkosten“ wie Öffentlichkeitsarbeit und Serviceleistungen für Spender/innen verwendet. Das Personal und alle benötigten Arbeitsmittel werden so effizient wie möglich eingesetzt. Kurz gesagt: Die Caritas arbeitet extrem kostengünstig. Die Caritas besitzt außerdem das österreichische Spendengütesiegel.

Erfahren Sie hier mehr über die Verwendung von Spenden an die Caritas

Ist die Caritas ein Konzern?

Die Caritas ist so wie das Rote Kreuz oder SOS Kinderdorf eine gemeinnützige Hilfsorganisation. Wir geben Frauen und Kindern ein Dach über dem Kopf, wir verteilen Schlafsäcke an obdachlose Menschen und wir begleiten sterbende Menschen in der Hospizarbeit. Wir setzen uns dafür ein, dass Menschen möglichst viele Chancen in ihrem Leben bekommen. Damit tragen wir - unsere haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen - zu einem gesellschaftlichen Klima der Hoffnung und des Zusammenhalts bei. In einer Reihe von Bereichen übernehmen wir auch Aufgaben im Auftrag von und Zusammenarbeit mit Bund, Ländern und Gemeinden: so betreuen wir etwa Menschen in der stationären Pflege und der Pflege zu Hause, wir begleiten Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen oder unterstützen Menschen beim (Wieder-) Einstieg in den Erwerbsarbeitsmarkt als professionelle Dienstleisterin und zugleich kirchliche Hilfsorganisation. Gemeinnützigkeit ist in Österreich gesetzlich geregelt und bedeutet, dass keine eigennützigen Ziele und keine Profite, sondern Ziele im Interesse der Allgemeinheit verfolgt werden. Als gemeinnützige Organisation investiert die Caritas - wie auch alle anderen gemeinnützigen Organisationen - ihre Mittel ausschließlich in die Verwirklichung ihrer gemeinnützigen Zwecke; sprich Hilfe für Menschen in Not wird ermöglicht. Die Arbeit der Caritas und anderer gemeinnütziger Organisationen dient dem Gemeinwohl. Somit unterscheiden sich gemeinnützige Organisationen ganz grundsätzlich von Konzernen, bei denen die Maximierung des Gewinns und die Interessen von Aktionären und Eigentümern im Vordergrund stehen. Konzerne verschenken keine winterfesten Schlafsäcke an obdachlose Menschen. Sie bieten keine kostenlose Hospizarbeit für Menschen am Ende ihres Lebens an. Wir sind nicht Aktionären verpflichtet, sondern konkreten Menschen in Not, die unsere Hilfe brauchen.

Wie hoch ist das Gehalt von Caritas Präsident Michael Landau?

Caritas Präsident Michael Landau bezieht sein Gehalt als Priester von der Erzdiözese Wien, die ihm auch eine Wohnung zur Verfügung stellt. Die Behauptung, er würde ein Gehalt im fünfstelligen Bereich beziehen, ist eine Lüge.

Seine Funktionen als Caritasdirektor der Erzdiözese Wien und als Präsident der Caritas Österreich übt Michael Landau ehrenamtlich aus. Die Caritas übernimmt in dem Fall lediglich die Kosten für Übernachtungen und Fahrtkosten bei Dienstreisen, die zumeist mit öffentlichen Verkehrsmitteln getätigt werden.

Leistet sich die Caritas mit Spendengeldern Firmenautos?

Im Netz kursieren Bilder von angeblich „aussortierten“ Caritas-Autos, die bei einem Autohändler zum Verkauf stehen sollen, obwohl sie in einem guten Zustand sind. Unterstellt wird der Caritas dabei, sie hätte sich mit Spendengeldern neue Autos angeschafft und/oder viel Geld mit dem Verkauf spendenfinanzierter Autos verdient.

Solche Vorwürfe sind falsch. Die auf diesen Fotos abgebildeten Autos werden für das mobile Pflege-Team der Caritas benötigt. Alleine in Wien und Niederösterreich betreut dieses Team über 10.000 ältere, pflegebedürftige und auch sterbenskranke Menschen zu Hause. Diese Tätigkeit ist eine wertvolle Dienstleistung und wird – so wie die dafür benötigten Autos – nicht über Spenden finanziert.

Wie viel spendet eigentlich die Kirche?

Die österreichische Kirche ist alles andere als untätig, was den Kampf gegen Armut auf der Welt betrifft: Die KOO (Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission) hat im Jahr 2017 knapp 3.700 Projekte in 137 Ländern mit 104 Millionen Euro unterstützt.

Der Reichtum der Kirche besteht außerdem nicht aus wirtschaftlich verwertbarem Vermögen, das ständig Einnahmen abwirft, sondern aus Kunstschätzen, deren Erhaltung hohe Kosten verursacht. Die Ausgaben der Diözesen werden zu rund 75% aus dem Kirchenbeitrag bestritten. Nur weniger als 10% der Einnahmen stammen aus Vermietung bzw. Verpachtung und Finanzerträgen. Daran sieht man, wie vergleichsweise unbedeutend das wirtschaftlich verwertbare Vermögen ist. Der Kirchenbeitrag wird für die laufenden Ausgaben verwendet und nicht gehortet oder zur Schaffung von Vermögen verwendet. Viele Aufgaben einer Pfarre, von der Jungschar über die Denkmalpflege bis zur Pfarrcaritas und zu Projekten der Entwicklungszusammenarbeit, können nur deshalb erfüllt werden, weil Menschen zusätzlich zu ihrem Kirchenbeitrag freiwillig spenden und ihre Arbeitskraft unentgeltlich in den Dienst der Gemeinschaft stellen. Erst dieses Zusammenspiel von Pflichtbeitrag und freiwilligen Leistungen macht das vielfältige Wirken der katholischen Kirche möglich.

PS: Ein Teil des Kirchenbeitrags kann zweckgewidmet werden. Mit Ihrer Zweckwidmung können Sie so bewusst einen weiteren Beitrag zur Hilfe für Menschen in Not leisten.

Bereichert sich die Caritas an der Flüchtlingsbetreuung?

Im Jahr 2015 haben sich die österreichische Bundesregierung und die damalige Innenministerin hilfesuchend an die katholische Kirche und an Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz und die Caritas gewandt - mit der Bitte, Quartiere für geflüchtete Menschen zu schaffen. Das haben wir an vielen Orten getan - gemeinsam mit den Ländern und den Gemeinden. Gemeinsam mit engagierten Freiwilligen, verantwortungsbewussten Unternehmen und mit der Unterstützung vieler Pfarren. Faktum ist: Ohne die Unterstützung von Hilfsorganisationen wie der Caritas und des Roten Kreuzes und die Hilfsbereitschaft von zehntausenden Freiwilligen, hätte die Republik Österreich die Aufgaben in den Jahren 2015 und 2016 schlichtweg nicht bewältigen können.

Zu keinem Zeitpunkt hat die Caritas von dem Entgelt, die der Staat - in dessen Auftrag Caritas und andere Hilfsorganisationen diese Aufgaben erfüllt haben - "profitiert". Im Gegenteil waren (und sind) viele der vorgesehenen Leistungsentgelte bei weitem nicht kostendeckend und die Caritas auf zusätzliche Spenden angewiesen. 
So ist es mit den aktuellen Tagsätzen etwa nicht möglich, eine WG für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sinnvoll und gemäß der Auflagen der Kinder- und Jugendhilfe führen zu können. Daher wenden wir dafür zusätzlich Spenden auf. Aus den Entgelten der öffentlichen Hand muss den AsylwerberInnen das Geld für Lebensmittel ausbezahlt und alle anderen Kosten gedeckt werden: Die Miete, Betriebskosten, die Kosten für das Personal sowie sonstige anfallende Kosten zur Erhaltung des Gebäudes und für die Verwaltung.

Wir erfüllen unseren Auftrag immer auch mit dem Anspruch mehr zu tun als nur die unmittelbare Betreuungsaufgabe zu erfüllen. Dazu gehören u.a. auch die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft, die Organisation von Begegnungsveranstaltungen, zusätzlichen Deutschkursen, Verteilung von Sachspenden u.v.m.

Von Profit kann also nicht die Rede sein. 

Kümmert sich die Caritas nur mehr um Flüchtlinge?

Die Caritas hilft überall dort, wo Hilfe benötigt wird. Zu behaupten, die Caritas würde sich nur mehr um geflüchtete Menschen kümmern, ist eine Fehlinformation, die gezielt verbreitet wird, um Stimmung gegen die Unterstützung für Menschen auf der Flucht zu machen.

Im Jahr 2017 wurden 20 Prozent der Aufwendungen der Caritas Österreich in den Bereichen „Asyl, Migration und Integration“ ausgegeben.

Der Rest der Mittel der Caritas wurde in Österreich eingesetzt. Es sind mehr als 1.600 Orte in ganz Österreich, an denen die Caritas Menschen in Not hilft. In den Bereichen Pflege, Menschen mit Behinderungen, Hospiz, in den Sozialberatungsstellen, im Einsatz für Familien in Not oder ältere Menschen, die sich die Heizung nicht leisten können.

Holt die Caritas Flüchtlinge nach Österreich?

Die Caritas holt keine Flüchtlinge ins Land, sondern setzt sich dafür ein, dass in Österreich bereits aufhältige Asylwerbende ein faires, rechtsstaatliches und den Menschenrechten entsprechendes Asylverfahren erhalten. Die Asylverfahren können heute immer noch Jahre dauern. Die Caritas setzt sich daher für rasche und professionelle Verfahren ein, um schnell und genau zu klären, wer Asyl bekommt, und wer Österreich wieder verlassen muss. Die Caritas hilft auch bedürftigen Asylsuchenden sehr erfolgreich bei der freiwilligen Rückkehr in die Heimatländer. Und die Caritas hilft Menschen in Not in ihren Heimatländern vor Ort, damit sie ihre Heimat nicht verlassen müssen.

Schenkt die Caritas Flüchtlingen teure Handys/Smartphones/iPhones?

Wer solche Lügen glaubt, hat keine Ahnung von der Grundversorgung. Handykosten – welcher Art auch immer – werden definitiv nicht übernommen, weder von der Caritas noch von anderen Einrichtungen oder gar Behörden. Im Rahmen der Grundversorgung erhalten Asylwerbende seitens des Landes ein geregeltes Taschengeld in der Höhe von 40 Euro pro Monat. Hinzu kommen Kleider- und andere Sachspenden wie z. B. Duschgel, Zahnbürsten, Zahnpasta, Nassrasierer etc., in manchen Unterkünften wird auch für das Essen gesorgt.

Asylwerber können beim Gebühren Info Service (GIS) des ORF – so wie andere bedürftige Personen in Österreich – einen Zuschuss zum Fernsprechentgelt in der Höhe von 10 Euro pro Monat beantragen. Dabei werden aber weder Mobiltelefone noch Rechnungen übernommen.

Sehr oft werden bei der Verbreitung dieser Geschichte die Firmen Hartlauer oder T-Mobile erwähnt, damit diese Lüge etwas konkreter und glaubwürdiger wirkt. Tatsache ist, dass beide Firmen dieses Gerücht bereits dementiert haben. 

Zahlt die Caritas Flüchtlingen Urlaube?

Auf unseriösen Webseiten findet sich immer wieder der Vorwurf, die Caritas würde Asylwerbern aus Spendengeldern „Heimaturlaube“ finanzieren. Manchmal wird diese falsche Behauptung sogar als angebliche Aussage des Caritas-Präsidenten dargestellt. Diese Behauptung ist so falsch, dass man nur den Kopf schütteln kann. Die Caritas bezahlt selbstverständlich keine Urlaube (oder andere Freizeitaktivitäten) von Flüchtlingen. Dafür gibt es sicher kein Geld.

Im Rahmen der Grundversorgung erhalten Asylwerbende seitens des Landes ein geregeltes Taschengeld in der Höhe von 40 Euro pro Monat. Hinzu kommen Kleider- und andere Sachspenden wie z. B. Duschgel, Zahnbürsten, Zahnpasta, Nassrasierer etc., in manchen Unterkünften wird auch für das Essen gesorgt.

Bereichert sich die Caritas an Textilspenden? Geht die Caritas sorgfältig mit Kleiderspenden um?

Ihre Sachspende kommt auf jeden Fall bei den Ärmsten an. Alle gespendeten Textilien kommen direkt oder indirekt karitativen Zwecken zu Gute:

  • Kleiderspenden werden direkt und kostenlos an Menschen in Not im In- und Ausland ausgegeben (Basisversorgung, aber etwa auch bei Katastrophen)
  • In den Carlas werden gespendete Kleider gratis ausgegeben (v.a. über Gutscheine) und verkauft (second hand). Diese Läden sind für alle Menschen offen.
  • Die Carlas leisten einen Beitrag zur Armutsprävention, weil einkommensschwache Personen zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis einkaufen können.
  • Mit den gespendeten Textilien wird Arbeit in den Bereichen Sammlung, Sortierung, Entsorgung und Verkauf für am Arbeitsmarkt benachteiligte Personen geschaffen. Angesichts der Tatsache, dass es immer weniger Arbeitsplätze für gering qualifizierte Personen gibt, stellt dies einen beachtlichen Mehrwert dar.
  • Die nicht regional verwertbaren Textilien werden verkauft. Der Erlös wird für soziale Projekte im In- und Ausland verwendet. Aus der Sachspende wird so eine Geldspende gemacht.