Portrait Mädchen mit Migrationshintergrund

Gerüchte und Fakten zu Flucht und Asyl

Hier gibt’s die Fakten zu den Lügen und Gerüchten, die über unsere Arbeit verbreitet werden. Auch wenn die Gerüchte oft geteilt werden – sie werden dadurch nicht wahrer und wir stellen uns entschieden gegen Stimmungsmache und Hass im Netz.

Auf der Flucht

Weltweit sind 60 Millionen Menschen auf der Flucht.

Die Menschen fliehen vor Kriegen, Verfolgung und Unterdrückung, Klimakatastrophen oder Hunger. Die Hälfte aller Flüchtlinge sind Kinder.

Kümmert sich die Caritas nur mehr um Flüchtlinge?

Die Caritas hilft überall dort, wo Hilfe benötigt wird. Zu behaupten, die Caritas würde sich nur mehr um geflüchtete Menschen kümmern, ist eine Fehlinformation, die gezielt verbreitet wird, um Stimmung gegen die Unterstützung für Menschen auf der Flucht zu machen.

Im Jahr 2015 wurden rund 15 Prozent der Aufwendungen der Caritas Österreich für Projekte in den Bereichen „Asyl, Migration und Integration“ sowie die Notversorgung von Transitflüchtlingen ausgegeben.

Der Rest der Mittel der Caritas wurde in Österreich eingesetzt. Es sind mehr als 1.600 Orte in ganz Österreich, an denen die Caritas Menschen in Not hilft. In den Bereichen Pflege, Menschen mit Behinderungen, Hospiz, in den Sozialberatungsstellen, im Einsatz für Familien in Not oder ältere Menschen, die sich die Heizung nicht leisten können.

Unterstützt die Caritas Vergewaltiger?

Nein, die Caritas verurteilt jegliche Gewalt, wie Vergewaltigung, auf das Schärfste, egal von wem sie verübt wird. Auch für geflüchtete Menschen gilt Österreichisches Recht. Personen, die mit dem Österreichischen Gesetz in Konflikt geraten, müssen Caritas-Einrichtungen verlassen. Strafbare Handlungen von BewohnerInnen in Caritas-Flüchtlingshäusern und anderen Einrichtungen werden ausnahmslos angezeigt. Die betreffenden Personen müssen ganz klar die vorgesehenen strafrechtlichen Konsequenzen für ihr Handeln tragen. Strafen werden keinesfalls von der Caritas bezahlt.

Leistet sich die Caritas mit Spendengeldern Firmenautos?

Im Netz kursieren Bilder von angeblich „aussortierten“ Caritas-Autos, die bei einem Autohändler zum Verkauf stehen sollen, obwohl sie in einem guten Zustand sind. Unterstellt wird der Caritas dabei, sie hätte sich mit Spendengeldern neue Autos angeschafft und/oder viel Geld mit dem Verkauf spendenfinanzierter Autos verdient.

Solche Vorwürfe sind falsch. Die auf diesen Fotos abgebildeten Autos werden für das mobile Pflege-Team der Caritas benötigt. Alleine in Wien und Niederösterreich betreut dieses Team über 10.000 ältere, pflegebedürftige und auch sterbenskranke Menschen zu Hause. Diese Tätigkeit ist eine wertvolle Dienstleistung und wird – so wie die dafür benötigten Autos – nicht über Spenden finanziert.

Schenkt die Caritas Flüchtlingen teure Handys/Smartphones/iPhones?

Wer solche Lügen glaubt, hat keine Ahnung von der Grundversorgung. Handykosten –welcher Art auch immer – werden definitiv nicht übernommen, weder von der Caritas noch von anderen Einrichtungen oder gar Behörden. Im Rahmen der Grundversorgung erhalten Asylwerbende seitens des Landes ein geregeltes Taschengeld in der Höhe von 40 Euro pro Monat. Hinzu kommen Kleider- und andere Sachspenden wie z. B. Duschgel, Zahnbürsten, Zahnpasta, Nassrasierer etc., in manchen Unterkünften wird auch für das Essen gesorgt.

Asylwerber können beim Gebühren Info Service (GIS) des ORF – so wie andere bedürftige Personen in Österreich – einen Zuschuss zum Fernsprechentgelt in der Höhe von 10 Euro pro Monat beantragen. Dabei werden aber weder Mobiltelefone noch Rechnungen übernommen.

Sehr oft werden bei der Verbreitung dieser Geschichte die Firmen Hartlauer oder T-Mobile erwähnt, damit diese Lüge etwas konkreter und glaubwürdiger wirkt. Tatsache ist, dass beide Firmen dieses Gerücht bereits dementiert haben. 

Zahlt die Caritas Flüchtlingen Urlaube?

Auf unseriösen Webseiten findet sich immer wieder der Vorwurf, die Caritas würde Asylwerbern aus Spendengeldern „Heimaturlaube“ finanzieren. Manchmal wird diese falsche Behauptung sogar als angebliche Aussage des Caritas-Präsidenten dargestellt. Diese Behauptung ist so falsch, dass man nur den Kopf schütteln kann. Die Caritas bezahlt selbstverständlich keine Urlaube (oder andere Freizeitaktivitäten) von Flüchtlingen. Dafür gibt es sicher kein Geld.

Im Rahmen der Grundversorgung erhalten Asylwerbende seitens des Landes ein geregeltes Taschengeld in der Höhe von 40 Euro pro Monat. Hinzu kommen Kleider- und andere Sachspenden wie z. B. Duschgel, Zahnbürsten, Zahnpasta, Nassrasierer etc., in manchen Unterkünften wird auch für das Essen gesorgt.

Verdient sich die Caritas mit Spenden eine goldene Nase?

Die Caritas hat sich selbst das Ziel gesetzt, mindestens 90 Prozent der Spendenmittel direkt für die konkrete Hilfe einzusetzen – und erfüllt diese Vorgabe. Von jedem Spenden-Euro werden daher maximal 10 Cent für „Overheadkosten“ wie Öffentlichkeitsarbeit und Serviceleistungen für Spender/innen verwendet. Das Personal und alle benötigten Arbeitsmittel werden so effizient wie möglich eingesetzt. Kurz gesagt: Die Caritas arbeitet extrem kostengünstig. Die Caritas besitzt außerdem das österreichische Spendengütesiegel.

Erfahren Sie hier mehr über die Verwendung von Spenden an die Caritas

Bereichert sich die Caritas an der Flüchtlingsbetreuung?

Die Caritas arbeitet als gemeinnützige Organisation ganz klar nicht gewinnorientiert. Uns geht es darum Menschen zu helfen. In Österreich ist es Aufgabe des Staates, Flüchtlinge während ihrem Asylverfahren menschenwürdig zu versorgen. Wir werden wie andere Organisationen vom Staat beauftragt, diese Leistung zu erbringen, die Finanzierung erfolgt aus öffentlichen Geldern. Die Behauptung, dass die Betreuung von geflüchteten Menschen ein Geschäft ist, ist schlichtweg falsch. Die Unterstellung, dass die Caritas so über 300 Millionen oder ähnlich wahnwitzige Beträge verdient hat, ist dreist und stellt auch das Engagement hunderter Freiwilliger in den Schatten, die ehrenamtlich in der Flüchtlingsbetreuung arbeiten.

Holt die Caritas Flüchtlinge nach Österreich?

Die Caritas holt keine Flüchtlinge ins Land, sondern setzt sich dafür ein, dass in Österreich bereits aufhältige AsylwerberInnen ein faires, rechtsstaatliches und den Menschenrechten entsprechendes Asylverfahren erhalten. Die Asylverfahren können heute immer noch Jahre dauern. Die Caritas setzt sich daher für rasche und professionelle Verfahren ein, um schnell und genau zu klären, wer Asyl bekommt, und wer Österreich wieder verlassen muss. Die Caritas hilft auch bedürftigen Asylsuchenden sehr erfolgreich bei der freiwilligen Rückkehr in die Heimatländer. Und die Caritas hilft Menschen in Not in ihren Heimatländern vor Ort, damit sie ihre Heimat nicht verlassen müssen.

Wie hoch ist das Gehalt von Caritas Präsident Michael Landau?

Caritas Präsident Michael Landau bezieht sein Gehalt als Priester von der Erzdiözese Wien, die ihm auch eine Wohnung zur Verfügung stellt. Die Behauptung, er würde ein Gehalt im fünfstelligen Bereich beziehen, ist eine Lüge.

Seine Funktionen als Caritasdirektor der Erzdiözese Wien und als Präsident der Caritas Österreich übt Michael Landau ehrenamtlich aus. Die Caritas übernimmt in dem Fall lediglich die Kosten für Übernachtungen und Fahrtkosten bei Dienstreisen, die zumeist mit öffentlichen Verkehrsmitteln getätigt werden.

Bereichert sich die Caritas an Textilspenden? Geht die Caritas sorgfältig mit Kleiderspenden um?

Ihre Sachspende kommt auf jeden Fall bei den Ärmsten an. Alle gespendeten Textilien kommen direkt oder indirekt karitativen Zwecken zu Gute:

  • Kleiderspenden werden direkt und kostenlos an Menschen in Not im In- und Ausland ausgegeben (Basisversorgung, aber etwa auch bei Katastrophen)
  • In den Carlas werden gespendete Kleider gratis ausgegeben (v.a. über Gutscheine) und verkauft (second hand). Diese Läden sind für alle Menschen offen.
  • Die Carlas leisten einen Beitrag zur Armutsprävention, weil einkommensschwache Personen zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis einkaufen können.
  • Mit den gespendeten Textilien wird Arbeit in den Bereichen Sammlung, Sortierung, Entsorgung und Verkauf für am Arbeitsmarkt benachteiligte Personen geschaffen. Angesichts der Tatsache, dass es immer weniger Arbeitsplätze für gering qualifizierte Personen gibt, stellt dies einen beachtlichen Mehrwert dar.
  • Die nicht regional verwertbaren Textilien werden verkauft. Der Erlös wird für soziale Projekte im In- und Ausland verwendet. Aus der Sachspende wird so eine Geldspende gemacht.

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