Syrien
Caritas unterstützt Menschen in Syrien mit humanitärer Hilfe und Projekten zur Sicherung der Lebensgrundlagen
Menschen in Syrien brauchen dringend Hilfe
zuletzt aktualisiert: 14.04.2026
Syrien befindet sich seit dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 im Umbruch. Nach 15 Jahren Krieg hoffen viele Menschen auf Frieden und darauf, in ihre Heimat zurückzukehren. Gleichzeitig bleiben die politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen groß, und viele Minderheiten haben kein Vertrauen in die neuen Machthaber.
Die Not ist weiterhin enorm: Mehr als 16,5 Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen, rund 15 Millionen leiden an Hunger. Viele Städte, Dörfer und wichtige Infrastruktur sind zerstört. Die Caritas hilft den Menschen in Syrien seit über 30 Jahren - mit akuter Hilfe und auch beim Wiederaufbau: etwa in der Landwirtschaft und durch Hilfe für kleine Betriebe. So bekommen Menschen eine Chance auf eine sichere und friedliche Zukunft.
Angesichts der historischen Ereignisse in Syrien sind sowohl humanitäre Hilfe als auch die langfristige Unterstützung beim Wiederaufbau des Landes nötig.
Humanitäre Hilfe muss möglich sein!
Der Syrien-Krieg ist weiterhin eine der größten humanitären Krisen weltweit. Millionen Menschen brauchen dringend Hilfe. Vor allem die Krise im Bankensystem macht es für die Caritas und andere Hilfsorganisationen aktuell aber sehr schwer zu helfen, denn Bargeld wird massiv eingeschränkt.
Die Caritas arbeitet eng mit Partnern vor Ort zusammen, um alle Hilfsprojekte wieder aufzunehmen - in den Bereichen Grundversorgung, Bildung, Lebensgrundlagen, Schutz und nachhaltige Landwirtschaft. Aufgrund der unstabilen und sich stetig ändernden Situation in Syrien müssen unsere Projekte immer wieder für kurze Zeit aussetzen - grundsätzlich gehen aber alle Programme weiter, soweit es die Lage zulässt.
Die wichtigsten Fakten zur Krise in Syrien
- Viele Krankenhäuser und Gesundheitsdienste sind zerstört oder arbeiten nur eingeschränkt – nur etwa 60 % funktionieren noch.
- Der Zugang zu sauberem Wasser ist eingeschränkt.
- Rund 15 Millionen Menschen leiden an akutem Hunger.
- Es fehlt an Lebensmitteln, Wasser und Strom – auch weil Treibstoff und Bargeld knapp sind.
- Etwa 7 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht.
- Wichtige Infrastruktur wie Stromnetze, Straßen und Abfallversorgung ist stark beschädigt und muss dringend repariert werden.
- Unsicherheit, hohe Preise und fehlendes Baumaterial erschweren die Lage und den Wiederaufbau zusätzlich.
Weitere Informationen zur humanitären Lage in Syrien finden Sie im Humanitarian Overview (Year Review 2025) von UN OCHA.
So hilft die Caritas
Die Caritas Österreich ist bereits seit den 1990er Jahren in Syrien aktiv, ab 2011 wurde die Hilfe stark ausgeweitet. Dadurch konnten seit 2011 mehr als 230.000 Menschen in Syrien von konkreten Hilfsmaßnahmen profitieren. Wir leisten überlebenswichtige Soforthilfe und helfen, Lebensgrundlagen wieder aufzubauen und langfristige Perspektiven zu schaffen. Möglich ist das nur durch die langjährige und gute Zusammenarbeit mit unseren Partnern vor Ort. Allen voran die Caritas Syrien und die Hilfsorganisation der Griechisch-Orthodoxen Kirche in Syrien (GOPA-DERD).
Quelle: UN OCHA
Was es braucht, um die Menschen in Syrien zu unterstützen
Die Caritas Österreich nimmt an der jährlich von der EU organisierten humanitären Konferenz in Brüssel "Unterstützung für die Zukunft Syriens und der Region" teil. Dort haben wir 2022, gemeinsam mit Caritas Europa und Caritas MONA (Middle East & North Africa) eine Liste an Empfehlungen veröffentlicht. Deren Umsetzung ist notwendig, damit humanitäre Hilfe in Syrien möglich ist, die Menschen wieder eine Perspektive auf ein selbstbestimmtes Leben bekommen und die multiplen Krisen in Syrien ein Ende finden.
- Finanzielle Ressourcen müssen grundsätzlich aufgestockt werden, um angemessen auf den steigenden humanitären Bedarf in der Region reagieren zu können.
- Humanitäre Hilfe muss planbarer für NGOs werden. Dafür braucht es mittel- und langfristige Zusagen von Förderungen.
- Nothilfemaßnahmen und das Schaffen von Perspektiven (Wiederaufbau von Lebensgrundlagen) müssen integriert gedacht werden, um beides nachhaltiger und wirksamer zu gestalten.
- Die Auswirkungen der Sanktionen auf die zivile Bevölkerung und des „De-Risking“ der Banken, die den Zugang für die Bevölkerung sowie die Qualität und die rechtzeitige Bereitstellung der Hilfe behindern, müssen abgebaut werden.
- Die Stärkung und Vertretung der Zivilgesellschaft vor Ort muss in allen Gebieten, besonders im Libanon und Syrien, sichergestellt werden – denn sie wissen am besten, was sie benötigen.
- Grundlegende Schutzmaßnahmen wie sichere Unterkünfte, ausreichend Lebensmittel, medizinische und psychische Betreuung müssen in allen Projekten und Programmen integriert sein.
- Die politischen Anstrengungen zur Beseitigung der Ursachen des anhaltenden Konflikts müssen intensiviert werden, um weiteres Leid zu vermeiden und eine Konzentration auf Wiederaufbau, Resilienz und Gerechtigkeit im Nahen Osten zu ermöglichen.
Die Aussendung im Original: Caritas Empfehlungen zur Unterstützung Syriens und der Region
Solidarität unter Nachbarn
Alleine der Libanon hat nach Angaben der UNO Flüchtlingshilfe rund 1,5 Millionen geflüchtete Syrer*innen aufgenommen. Dramatischer Beigeschmack: 90 % von ihnen leben heute unterhalb der Armutsgrenze. Das kleine Land kämpft zudem mit einer historischen Wirtschaftskrise und politischer Instabilität. Mit dem Krieg im Nahen Osten fliehen hunderte Syrer*innen wieder zurück nach Syrien. Um sowohl geflüchtete Syrer*innen als auch vulnerable Libanes*innen zu unterstützten, bietet die Caritas sowohl Nothilfe- und Existenzsicherungsprojekte als auch Bildungsmaßnahmen an.
Auch Jordanien beherbergt aktuell rund 1,3 Millionen geflüchtete Syrer*innen und ist bemüht, ihnen Zugang zu Wohnraum und Bildungsangeboten zu ermöglichen. Doch die Möglichkeiten sind begrenzt. Mehr als 100.000 Kinder und Jugendlichen haben in Jordanien keine Möglichkeit eine Schule zu besuchen. Die Caritas bietet in Jordanien unter anderem Gesundheitsdienste für armutsbetroffene Menschen an.
In Ägypten führt die instabile wirtschaftliche Lage zu Arbeitslosigkeit und Einkommensverlusten. Von dieser Situation sind nicht nur Ägypter*innen betroffen, sondern vor allem auch aus Syrien geflüchtete Menschen und Asylbewerber*innen. Die Herausforderungen haben sich für Schutzsuchende nun noch verschärft, da die meisten von ihnen, die im informellen Sektor arbeiteten, ihre Arbeit verloren haben und nun nicht mehr in der Lage sind, die Grundbedürfnisse ihrer Familien zu decken. Die Caritas unterstützt mit Bildungsprogrammen und Projekten zur Wiederherstellung der Lebensgrundlagen.
Die Caritas Salzburg unterstützt nach Ägypten geflüchtete Menschen sowie besonders vulnerable ägyptische Haushalte mit Kinderschutzprojekten, Nothilfeprogrammen und Projekten zur Wiederherstellung der eigenen Lebensgrundlage.
Kinderschutz
Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Missbrauch, Gewalt, Ausbeutung und Vernachlässigung hat in unserer Arbeit oberste Priorität. Mithilfe von Child Safeguarding, dem institutionellen Kinderschutz, gewährleisten wir, dass Kinder innerhalb unserer eigenen Organisation geschützt und in Sicherheit sind.
Diese Hilfsprojekte benötigen Ihre Unterstützung
Syrien: Nothilfe in der Region Hassakeh
In der Region Hassakeh im Nordosten Syriens unterstützt die Caritas im Rahmen eines Nothilfeprojektes sowohl bedürftige Einheimische wie auch eine große Zahl von Inlandsflüchtlingen, die vor Kampfhandlungen in anderen Regionen des Landes hierher geflohen sind.