11 Jahre Krieg in Syrien

Ein trauriger Jahrestag: Der Krieg in Syrien – ein Schwerpunktland der Caritas Salzburg – jährt sich am 15. März. Seit 2011 wurden mehr als 12 Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben, rund sieben Millionen Menschen sind auf der Flucht im eigenen Land.

Nach Jahren des Krieges in Syrien hat der Konflikt nach wie vor enorm komplexe und dramatische Ausmaße auf die Menschen in Syrien: Anhaltende Feindseligkeiten, langwierige Vertreibungen und der kontinuierliche Rückgang der wirtschaftlichen und sozialen Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung sind die Folgen. Aufgrund der verheerenden Situation im eigenen Land sind 5,6 Millionen Menschen, das sind 83 Prozent der Schutzsuchenden, in die Nachbarländer geflohen. Die ökonomische Situation der Menschen in Syrien hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend verschlechtert. So haben sich auch die Preise für Grundnahrungsmittel aufgrund einer Währungsabwertung vervielfacht. 

Die Bevölkerung in Syrien leidet seit Jahren unter erdrückender Armut, die sich laut Einschätzung der UNO aufgrund des aktuellen Krieges in der Ukraine für Millionen von Menschen noch dramatisch verschärfen wird. Denn mehr als die Hälfte des importierten Weizens bezieht das verarmte Land aus den Kriegsländern Russland und der Ukraine. Zu den dramatisch gestiegenen Preisen für Grundnahrungsmittel kommt nun auch noch eine Versorgungskrise. Es droht eine Hungersnot für mehr als 14 Millionen Menschen, die schon jetzt auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. 

Es fehlt vor allem an Grundnahrungsmitteln, aber auch an Bildungsmöglichkeiten für Kinder. 30 Prozent der Kinder im schulpflichtigen Alter haben noch nie eine Schule besucht. Als Caritas helfen wir besonders Alleinerziehenden und armutsbetroffenen Familien, sich eine Lebensgrundlage aufzubauen.

Andreas Knapp,
Generalsekretär Auslandshilfe

€ 50,–

Ernähren Sie eine Familie für zwei Wochen

€ 100,–

Ermöglichen Sie einem Kind mit Beeinträchtigung Fördermaßnahme

€ 135,–

Mietzuschuss für drei Monate für eine Familie in Aleppo

Die wichtigsten Fakten zur Krise in Syrien

  • 14,6 Mio. Menschen innerhalb Syriens benötigen humanitäre Hilfe (davon 6,5 Mio. Kinder)
  • 12 Mio. Menschen sind in Syrien von Nahrungsmittelknappheit betroffen
  • 553.000 Kinder sind von chronischer Mangelernährung betroffen (245.000 davon sind akut mangelernährt)
  • 6,9 Mio. Menschen sind innerhalb Syriens auf der Flucht.
  • 2,4 Millionen Kinder gingen im Jahr 2021 nicht zur Schule (wobei die Dunkelziffer deutlich höher liegen dürfte)
  • 90% der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze
  • 50% der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter ist arbeitslos
  • 5,7 Mio. Menschen (83% der Schutzsuchenden) sind in die angrenzenden Nachbarländer geflohen

11 Jahre Hilfe für Menschen in Not

Die Caritas Syrien unterstützt aktuell tausende Familien mit der Verteilung von Lebensmitteln, Deckung von Grundbedürfnissen, Bildungsmaßnahmen und der Widerherstellung von Lebensgrundlagen.

Carlos Rayess, Caritas Syrien, berichtet über die langjährige Hilfe für Menschen in Not in Syrien. 

Krise in der Krise: Covid-19 und Einbruch der Wirtschaft

In den verganenen beiden Jahren haben sowohl die Covid-19-Pandemie als auch der Rückgang der syrischen Wirtschaft eine ohnehin schon komplexe humanitäre Situation in der gesamten Region weiter verschärft. Diese Krisen innerhalb der Krisen machen den Bedarf an Unterstützung und Soforthilfemaßnahmen immer dringlicher.

Die Caritas Österreich ist seit Beginn des Syrienkonflikts im Nahen Osten aktiv, um Menschen dabei zu unterstützen, sicher ihre Grundbedürfnisse decken und ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Gleichzeitig ist es von entscheidender Bedeutung, längerfristige Perspektiven zu schaffen. Etwa durch den Zugang zu Bildungsmöglichkeiten und Unterstützung bei der Sicherung des Lebensunterhalts.

Seit Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien hat die Caritas Österreich 25 Mio. Euro für humanitäre Hilfe innerhalb des Nahen Ostens aufgewendet ­- mehr als 223.000 Menschen konnten damit unterstützt werden.

Bilder aus dem Nahen Osten

Die Projekte der Caritas Österreich helfen den Menschen einerseits dabei ihre grundlegendsten Bedürfnisse wie Nahrung, Schutz und medizinische Versorgung decken zu können. Des Weiteren geben Bildungsprojekte Perspektiven für eine selbstbestimmte Zukunft.

Elf Jahre Krieg in Syrien ...

... ließen viele Städte in Trümmern zurück.

Leidtragende der anhaltenden Konflikte ist die syrische Bevölkerung.

Die Caritas ist seit 2011 im Nahen Osten aktiv, um die syrische Bevölkerung zu unterstützen.

Die Ausbreitung des Coronavirus verschärft die Krisen im Nahen Osten zusätzlich.

Bildungsprogramme in der Region geben den Menschen ...

Seit 2020 natürlich unter Einhaltung aller Maßnahmen, um die Verbreitung von Covid-19 zu stoppen.

So hilft die Caritas

So hat die Caritas seit 2011 knapp 25 Mio. Euro für humanitäre Hilfe im Nahen Osten aufgewendet. Sowohl für überlebenswichtige Nothilfemaßnahmen wie die Bereitstellung von sicheren Unterkünften, Lebensmitteln und medizinischer Versorgung als auch für qualitativ hochwertige und inklusive Bildungsangebote und Projekte zur Widerherstellung von Lebensgrundlagen, um den Menschen in der Region eine langfristige Zukunftsperspektive auf ein selbstbestimmtes Leben zu geben. Durch diesen breiten Unterstützungsansatz erhielten seit 2011 mehr als 223.000 Menschen im Nahen Osten konkrete Hilfe Seitens der Caritas und ihrer lokalen Partner.

25

Mio. Euro

der Caritas für humanitäre Hilfe

223.000

Menschen

wurden seit 2011 unterstützt

14,6

Mio. Menschen

benötigen humanitäre Hilfe

Nachhaltige Unterstützung: Wiederherstellung des Lebensunterhalts

Um die Zukunftsperspektiven gefährdeter Haushalte zu verbessern, müssen sie in die Lage versetzt werden, ihre Lebensgrundlagen wiederherzustellen und den Übergang von der Abhängigkeit von Hilfe zu Eigenständigkeit zu schaffen. Ziel ist es die Armut gefährdeter Haushalte zu verringern und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber den sozioökonomischen Folgen langwieriger Krisen zu erhöhen. In Syrien sind mehr als 13 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe zur Sicherung ihres Lebensunterhalts angewiesen, da der Krieg und seine Folgen verheerende Auswirkungen auf die sozioökonomische Situation im Land hat. Der Zugang zu Nahrung, Gesundheitsversorgung, Bildung, Wohnraum und Einkommensmöglichkeiten ist stark eingeschränkt. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei über 50 Prozent, 90 Prozent der Syrer*Innen leben unterhalb der Armutsgrenze. 

Da eines der Hauptprobleme der Mangel an Möglichkeiten zur Schaffung von Lebensgrundlagen ist, setzt die Caritas Österreich auf einen langfristigen Ansatz, der Haushalte bei der Gründung bzw. Wiedergründung privater kleiner und mittlerer Unternehmen unterstützt, um die eigene Widerstandsfähigkeit zu fördern: das Projekt R2R (Relief to Recovery). In der ersten Phase werden rund 4.000 Personen in Hama und Homs bei der Deckung ihrer Grundbedürfnisse unterstützt. Sind die Grundbedürfnisse gesichert erhält ein Teil der Begünstigten in der zweiten Phase intensive Schulungen zur Geschäftsentwicklung. Im Anschluss erhalten rund 240 Personen Startkapital (Start und Re-Start Grants) und professionelle Unterstützung dabei ihr eigenes Unternehmen zu gründen bzw. neu zu starten, um langfristig den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien bestreiten zu können.

Das Projekt R2R wird auch von der ADA und Nachbar in Not unterstützt.

Ein weiteres Projekt, dass Syrer*Innen dabei unterstützt wieder eigenständig ihren Lebensunterhalt zu verdienen, ist das Projekt LARMA (Livelihood Assistance in Re-emerging Markets in Syria). Vulnerable Familien erhalten Zugang zu Ausbildungsmaßnahmen und Unterstützung bei der Gründung von Kleinunternehmen, um langfristig wieder ein eigenständiges Einkommen erwirtschaften zu können. Begleitet werden diese Maßnahmen durch vorübergehende Bargeldhilfen, um betroffenen Familien eine Starthilfe zu geben. LARMA fokussiert dabei besonders auf zwei Gruppen: Einerseits Kleinunternehmer*Innen, die aufgrund der Folgen des Krieges – wie z.B. den Verlust oder die Zerstörung von Werkzeug und Maschinen – ihre Unternehmen schließen mussten und nun ihre Unternehmen wiedereröffnen wollen. Andererseits erhalten Syrer*Innen Zugang zu qualitativ hochwertigen Ausbildungsmaßnahmen, Managementschulungen und Coachings. Zusätzlich erhalten sie auch sogenannte Start-up Grants, um die Gründung eigener kleiner Unternehmen zu fördern. Insgesamt werden durch das LARMA Projekt 400 Personen unterstützt sich langfristig eine eigenständige Lebensgrundlage aufzubauen.

Das Projekt LARMA wird auch von Nachbar in Not unterstützt.

Bildung gibt Hoffnung und schafft Perspektiven

Für viele bildungsaffine Syrer seien "fehlende Bildungsmöglichkeiten" für ihre Kinder ein wesentlicher Fluchtgrund. Genau hier setze die Caritas mit ihren Bildungsprogrammen an, so Andreas Knapp, Generalsekretär für Internationale Programme der Caritas Österreich. "Wir wollen heranwachsenden Kindern eine Chance geben." Ziel sei es zudem, die "Drop-Out-Rate, welche bei sozialen Randgruppen sehr hoch sei, zu reduzieren, respektive Kinder zum Schulbesuch zu animieren. Unterstützung gebe es für Schulbusse, das Mittagessen - oft die einzige richtige Mahlzeit am Tag - und die psychische Betreuung zur Bekämpfung der Traumata der Schüler.

So hilft Ihre Spende

  • 50 Euro kosten Gutscheine für Nahrungsmittel für eine fünfköpfige Familie für zwei Wochen, die in lokalen Geschäften eingelöst werden können.
  • 100 Euro ermöglichen einem Kind mit Beeinträchtigung die Teilnahme an speziellen Fördermaßnahmen zur persönlichen Entwicklung.
  • 135 Euro kostet ein Mietzuschuss für drei Monate für eine Familie in Aleppo, wo der Wohnraum begrenzt ist und die Mieten daher besonders hoch sind.

Solidarität unter Nachbarn

Alleine der Libanon hat nach Angaben der UNO Flüchtlingshilfe rund 1,5 Millionen geflüchtete SyrerInnen aufgenommen. Dramatischer Beigeschmack: 90% von ihnen leben heute unter der Armutsgrenze. Das kleine Land kämpft zudem aktuell mit den Auswirkungen der Covid-19 Krise, die die multiplen Krisen innerhalb des Landes – von einer historischen Wirtschaftskrise bis zu politischer Instabilität – weiter verstärken. Die verheerende Explosion im Beiruter Hafen im August 2020 verschärfte die angespannte Lage weiterhin: An die 300.00 Menschen verloren ihre Unterkunft, 160 Schulen wurden teils oder ganz beschädigt. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie gehen 1,2 Millionen Kinder im Libanon nicht zu Schule. Und dennoch bleibt der Libanon jenes Land, das Pro-Kopf die höchste Zahl an Schutzsuchen weltweit aufnimmt. Um sowohl geflüchtete SyrerInnen als auch vulnerable LibanesInnen zu unterstützten, bietet die Caritas sowohl Nothilfe- und Existenzsicherungsprojekte als auch Bildungsprojekte an.

Auch Jordanien beherbergt aktuell rund 1,3 Millionen geflüchtete SyrerInnen und ist auch bemüht, ihnen Zugang zu Wohnraum und Bildungsangeboten zu ermöglichen. Doch die Möglichkeiten sind begrenzt. Mehr als 100.000 Kinder und Jugendlichen haben in Jordanien keine Möglichkeit eine Schule zu besuchen. Die Caritas unterstützt daher über das Bildungsprogramm RHEP knapp1.300 Kinder und ihre Familien dabei, sich Perspektiven für die Zukunft schaffen zu können.

In Ägypten wirkt sich der durch Covid-19 verursachte Stillstand negativ auf soziale Programme aus und lässt die Schwächsten der Gesellschaft ohne Unterstützung zurück. Die instabile wirtschaftliche Lage führt zu Arbeitslosigkeit und Einkommensverlusten. Von dieser Situation sind nicht nur ÄgypterInnen betroffen, sondern vor allem syrische Flüchtlinge und Asylbewerber, die in Ägypten Schutzgesucht haben. Die Herausforderungen haben sich für Schutzsuchende nun noch verschärft, da die meisten von ihnen, die im informellen Sektor arbeiteten, ihre Arbeit verloren haben und nicht in der Lage sind, die Grundbedürfnisse ihrer Familien zu decken. Viele sind von der Zwangsräumung ihrer Wohnungen bedroht, weil sie die Miete nicht bezahlen können oder können ihre Familie nicht mehr ausreichend ernähren.

Die Caritas Salzburg unterstützt nach Ägypten Geflüchtete sowie besonders vulnerable ägyptische Haushalte mit Kinderschutzprojekten, Nothilfeprogrammen und Projekten zur Widerherstellung der eigenen Lebensgrundlage.

Kinderschutz

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Missbrauch, Gewalt, Ausbeutung und Vernachlässigung hat in unserer Arbeit oberste Priorität. Mithilfe von Child Safeguarding, dem institutionellen Kinderschutz, gewährleisten wir, dass Kinder innerhalb unserer eigenen Organisation geschützt und in Sicherheit sind. 

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