10 Jahre Krieg in Syrien

Im März 2021 beging der Bürgerkrieg in Syrien sein zehntes Jubiläum. Der Konflikt hat nicht nur das Land stark gezeichnet, sondern hat enorme Auswirkungen auf den gesamten Nahen Osten. Die Caritas hilft seit der ersten Stunde.

Auch nach zehn Jahren Krieg in Syrien hat der Konflikt nach wie vor enorm komplexe und dramatische Ausmaße auf die Menschen in Syrien: Anhaltende Feindseligkeiten, langwierige Vertreibungen und der kontinuierliche Rückgang der wirtschaftlichen und sozialen Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung sind die Folgen. Aufgrund der verheerenden Situation im eigenen Land sind 5,6 Millionen Menschen, das sind 83 Prozent der Schutzsuchenden, in die Nachbarländer geflohen. Die ökonomische Situation der Menschen in Syrien hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend verschlechtert. So haben sich auch die Preise für Grundnahrungsmittel aufgrund einer Währungsabwertung seit Herbst 2019 verdreifacht. 

Es fehlt vor allem an Grundnahrungsmitteln, aber auch an Bildungsmöglichkeiten für Kinder. 30 Prozent der Kinder im schulpflichtigen Alter haben noch nie eine Schule besucht. Als Caritas helfen wir besonders Alleinerziehenden und armutsbetroffenen Familien, sich eine Lebensgrundlage aufzubauen.

Andreas Knapp,
Generalsekretär Auslandshilfe

€ 50,–

Ernähren Sie eine Familie für zwei Wochen

€ 100,–

Ermöglichen Sie einem Kind mit Beeinträchtigung Fördermaßnahme

€ 135,–

Mietzuschuss für drei Monate für eine Familie in Aleppo

Die wichtigsten Fakten zur Krise in Syrien

  • 13,4 Mio. Menschen innerhalb Syriens benötigen humanitäre Hilfe (davon über 6 Mio. Kinder)
  • 12,4 Millionen Menschen sind in Syrien von Nahrungsmittelknappheit betroffen
  • 600.000 Kinder sind von chronischer Mangelernährung betroffen
  • Mehr als 6,7 Mio. Menschen sind innerhalb Syriens auf der Flucht
  • 2,4 Mio. Kinder gingen in Syrien im Jahr 2020 nicht zur Schule 
  • 90% der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze
  • 50% der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter ist arbeitslos
  • 5,6 Mio. Menschen (83% der Schutzsuchenden) sind in die angrenzenden Nachbarländer geflohen

10 Jahre Hilfe für Menschen in Not

Die Caritas Syrien unterstützt aktuell tausende Familien mit der Verteilung von Lebensmitteln, Deckung von Grundbedürfnissen, Bildungsmaßnahmen und der Widerherstellung von Lebensgrundlagen.

Carlos Rayess, Caritas Syrien, berichtet über die langjährige Hilfe für Menschen in Not in Syrien. 

Krise in der Krise: Covid-19 und Beirut-Explosion

Im Jahr 2020 haben sowohl die Covid-19-Pandemie als auch die massive Explosion in Beirut im August eine ohnehin schon komplexe humanitäre Situation in der gesamten Region weiter verschärft. Diese Krisen innerhalb der Krisen machen den Bedarf an Unterstützung und Soforthilfemaßnahmen immer dringlicher.

Die Caritas Österreich ist seit Beginn des Syrienkonflikts im Nahen Osten aktiv, um Menschen dabei zu unterstützen, sicher ihre Grundbedürfnisse decken und ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Gleichzeitig ist es von entscheidender Bedeutung, längerfristige Perspektiven zu schaffen. Etwa durch den Zugang zu Bildungsmöglichkeiten und Unterstützung bei der Sicherung des Lebensunterhalts.

Seit Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien hat die Caritas Österreich 25 Mio. Euro für humanitäre Hilfe innerhalb des Nahen Ostens aufgewendet ­- mehr als 223.000 Menschen konnten damit unterstützt werden.

Bilder aus dem Nahen Osten

Die Projekte der Caritas Österreich helfen den Menschen einerseits dabei ihre grundlegendsten Bedürfnisse wie Nahrung, Schutz und medizinische Versorgung decken zu können. Des Weiteren geben Bildungsprojekte Perspektiven für eine selbstbestimmte Zukunft.

Zehn Jahre Krieg in Syrien ...

... ließen viele Städte in Trümmern zurück.

Leidtragende der anhaltenden Konflikte ist die syrische Bevölkerung.

Die Caritas ist seit 2011 im Nahen Osten aktiv, um die syrische Bevölkerung zu unterstützen.

Die Ausbreitung des Coronavirus verschärft die Krisen im Nahen Osten zusätzlich.

Bildungsprogramme in der Region geben den Menschen ...

Seit 2020 natürlich unter Einhaltung aller Maßnahmen, um die Verbreitung von Covid-19 zu stoppen.

So hilft die Caritas

So hat die Caritas seit 2011 knapp 25 Mio. Euro für humanitäre Hilfe im Nahen Osten aufgewendet. Sowohl für überlebenswichtige Nothilfemaßnahmen wie die Bereitstellung von sicheren Unterkünften, Lebensmitteln und medizinischer Versorgung als auch für qualitativ hochwertige und inklusive Bildungsangebote und Projekte zur Widerherstellung von Lebensgrundlagen, um den Menschen in der Region eine langfristige Zukunftsperspektive auf ein selbstbestimmtes Leben zu geben. Durch diesen breiten Unterstützungsansatz erhielten seit 2011 mehr als 223.000 Menschen im Nahen Osten konkrete Hilfe Seitens der Caritas und ihrer lokalen Partner.

25

Mio. Euro

der Caritas für humanitäre Hilfe

223.000

Menschen

wurden seit 2011 unterstützt

13,4

Mio. Menschen

benötigen humanitäre Hilfe

Nachhaltige Unterstützung: Wiederherstellung des Lebensunterhalts

Um die Zukunftsperspektiven gefährdeter Haushalte zu verbessern, müssen sie in die Lage versetzt werden, ihre Lebensgrundlagen wiederherzustellen und den Übergang von der Abhängigkeit von Hilfe zu Eigenständigkeit zu schaffen. Ziel ist es die Armut gefährdeter Haushalte zu verringern und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber den sozioökonomischen Folgen langwieriger Krisen zu erhöhen. In Syrien sind mehr als 13 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe zur Sicherung ihres Lebensunterhalts angewiesen, da der Krieg und seine Folgen verheerende Auswirkungen auf die sozioökonomische Situation im Land hat. Derr Zugang zu Nahrung, Gesundheitsversorgung, Bildung, Wohnraum und Einkommensmöglichkeiten ist stark eingeschränkt. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei über 50 Prozent, 90 Prozent der Syrer*Innen leben unterhalb der Armutsgrenze. 

Da eines der Hauptprobleme der Mangel an Möglichkeiten zur Schaffung von Lebensgrundlagen ist, setzt die Caritas Österreich auf einen langfristigen Ansatz, der Haushalte bei der Gründung bzw. Wiedergründung privater kleiner und mittlerer Unternehmen unterstützt, um die eigene Widerstandsfähigkeit zu fördern: das Projekt R2R (Relief to Recovery). In der ersten Phase werden rund 4.000 Personen in Hama und Homs bei der Deckung ihrer Grundbedürfnisse unterstützt. Sind die Grundbedürfnisse gesichert, erhält ein Teil der Begünstigten in der zweiten Phase Schulungen zur Geschäftsentwicklung, Startkapital und professionelle Unterstützung dabei ihr eigenes Unternehmen zu gründen bzw. neu zu starten, um langfristig den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien bestreiten zu können.

Das Projekt R2R wird auch von der ADA unterstützt.
 

Bildung gibt Hoffnung und schafft Perspektiven

Für viele bildungsaffine Syrer seien "fehlende Bildungsmöglichkeiten" für ihre Kinder ein wesentlicher Fluchtgrund. Genau hier setze die Caritas mit ihren Bildungsprogrammen an, so Andreas Knapp, Generalsekretär für Internationale Programme der Caritas Österreich. "Wir wollen heranwachsenden Kindern eine Chance geben." Ziel sei es zudem, die "Drop-Out-Rate, welche bei sozialen Randgruppen sehr hoch sei, zu reduzieren, respektive Kinder zum Schulbesuch zu animieren. Unterstützung gebe es für Schulbusse, das Mittagessen - oft die einzige richtige Mahlzeit am Tag - und die psychische Betreuung zur Bekämpfung der Traumata der Schüler.

So hilft Ihre Spende

  • 50 Euro kosten Gutscheine für Nahrungsmittel für eine fünfköpfige Familie für zwei Wochen, die in lokalen Geschäften eingelöst werden können.
  • 100 Euro ermöglichen einem Kind mit Beeinträchtigung die Teilnahme an speziellen Fördermaßnahmen zur persönlichen Entwicklung.
  • 135 Euro kostet ein Mietzuschuss für drei Monate für eine Familie in Aleppo, wo der Wohnraum begrenzt ist und die Mieten daher besonders hoch sind.

Solidarität unter Nachbarn

Alleine der Libanon hat nach Angaben der UNO Flüchtlingshilfe rund 1,5 Millionen geflüchtete SyrerInnen aufgenommen. Dramatischer Beigeschmack: 90% von ihnen leben heute unter der Armutsgrenze. Das kleine Land kämpft zudem aktuell mit den Auswirkungen der Covid-19 Krise, die die multiplen Krisen innerhalb des Landes – von einer historischen Wirtschaftskrise bis zu politischer Instabilität – weiter verstärken. Die verheerende Explosion im Beiruter Hafen im August 2020 verschärfte die angespannte Lage weiterhin: An die 300.00 Menschen verloren ihre Unterkunft, 160 Schulen wurden teils oder ganz beschädigt. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie gehen 1,2 Millionen Kinder im Libanon nicht zu Schule. Und dennoch bleibt der Libanon jenes Land, das Pro-Kopf die höchste Zahl an Schutzsuchen weltweit aufnimmt. Um sowohl geflüchtete SyrerInnen als auch vulnerable LibanesInnen zu unterstützten, bietet die Caritas sowohl Nothilfe- und Existenzsicherungsprojekte als auch Bildungsprojekte an.

Auch Jordanien beherbergt aktuell rund 1,3 Millionen geflüchtete SyrerInnen und ist auch bemüht, ihnen Zugang zu Wohnraum und Bildungsangeboten zu ermöglichen. Doch die Möglichkeiten sind begrenzt. Mehr als 100.000 Kinder und Jugendlichen haben in Jordanien keine Möglichkeit eine Schule zu besuchen. Die Caritas unterstützt daher über das Bildungsprogramm RHEP knapp1.300 Kinder und ihre Familien dabei, sich Perspektiven für die Zukunft schaffen zu können.

In Ägypten wirkt sich der durch Covid-19 verursachte Stillstand negativ auf soziale Programme aus und lässt die Schwächsten der Gesellschaft ohne Unterstützung zurück. Die instabile wirtschaftliche Lage führt zu Arbeitslosigkeit und Einkommensverlusten. Von dieser Situation sind nicht nur ÄgypterInnen betroffen, sondern vor allem syrische Flüchtlinge und Asylbewerber, die in Ägypten Schutzgesucht haben. Die Herausforderungen haben sich für Schutzsuchende nun noch verschärft, da die meisten von ihnen, die im informellen Sektor arbeiteten, ihre Arbeit verloren haben und nicht in der Lage sind, die Grundbedürfnisse ihrer Familien zu decken. Viele sind von der Zwangsräumung ihrer Wohnungen bedroht, weil sie die Miete nicht bezahlen können oder können ihre Familie nicht mehr ausreichend ernähren.

Die Caritas Salzburg unterstützt nach Ägypten Geflüchtete sowie besonders vulnerable ägyptische Haushalte mit Kinderschutzprojekten, Nothilfeprogrammen und Projekten zur Widerherstellung der eigenen Lebensgrundlage.

Kinderschutz

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Missbrauch, Gewalt, Ausbeutung und Vernachlässigung hat in unserer Arbeit oberste Priorität. Mithilfe von Child Safeguarding, dem institutionellen Kinderschutz, gewährleisten wir, dass Kinder innerhalb unserer eigenen Organisation geschützt und in Sicherheit sind. 

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