Caritas startet Online-Sozialberatung für Menschen in Notlagen

Parr: „Die Not wird bei vielen Menschen angesichts der Teuerungswelle immer größer. Die Caritas ist nun auch online und via Sofort-Chats mit Hilfsangeboten zur Stelle.“

In den 56 Sozialberatungsstellen der Caritas in ganz Österreich werden jährlich über 60.000 Menschen persönlich beraten und unterstützt. Die persönliche Beratung wird nun österreichweit um ein Online-Angebot erweitert.

„Die Not wird bei vielen Menschen angesichts der Teuerungswelle im dritten Jahr der Pandemie immer größer. Immer mehr Menschen wissen nicht mehr, wie sie ihre Mietkosten begleichen oder die plötzlich bis zu zweimal so hohe Stromrechnung zahlen sollen. Besonders Alleinerziehende sind betroffen – jede Zweite ist armutsgefährdet. Viel zu viele Menschen in Österreich stehen vor der Frage: Wie soll ich meine Miete und Energierechnung bezahlen und meinen Kühlschrank füllen? Diese Sorgen spiegeln sich in unseren Sozialberatungsstellen wider: Wir sehen derzeit Armutssituationen, die wir schon lange nicht mehr erlebt haben. Betroffene wenden sich direkt an die Caritas Sozialberatung oder suchen verzweifelt nach Hilfe im Internet, weil sie nicht mehr weiterwissen“, so Anna Parr, Generalsekretärin der Caritas Österreich.

Der erste Klick zur Hilfe: Caritas Wegweiser

Der neue Caritas Wegweiser (www.caritas-wegweiser.at) schafft Orientierung für Hilfesuchende für Anliegen unterschiedlicher Art – etwa bei Geldnot oder in den Bereichen Wohnen, Pflege, Sucht usw.: Am PC, Handy oder Tablet beantworten Betroffene mit wenigen Klicks ein paar vorgegebene Fragen zu ihrem Problem. Der Caritas Wegweiser führt dann je nach Region zu passenden Informationen oder Hilfsangeboten, zur richtigen Anlaufstelle oder Ansprechperson oder – neu und flächendeckend in ganz Österreich – zur Online-Beratung in den Sozialberatungsstellen weiter.

Damit können sich Betroffene schnell, einfach und anonym an eine*einen Caritas-Berater*in wenden: Je nach Angebot können sie per E-Mail und Sofort-Chat Kontakt aufnehmen oder sich online einen Termin für ein Beratungsgespräch vereinbaren – per Videochat, Telefon oder persönlich.

„Hilfe suchen. Hilfe finden. Aktuell suchen viele Menschen, die sich nie gedacht hätten, je Hilfe der Caritas in Anspruch nehmen zu müssen, nach Hilfe. Dieser Schritt ist leider nach wie vor oftmals mit Scham behaftet. Gerade für diese Betroffenen ist es unerlässlich, sehr einfach und schnell und auch anonym zu Beratungs- und Hilfsangeboten zu gelangen. Mit dem Caritas Wegweiser gelangt man schnell und unkompliziert zur richtigen Sozialberatungsstelle, und mit der Online-Sozialberatung machen wir unsere Hilfe noch einfacher, schneller und auch anonym für alle zugänglich“, so Parr.

Online-Beratungen, niederschwellig und trotzdem persönlich

Mit der Online-Sozialberatung bekommen Menschen in finanziellen und sozialen Notlagen Beratung und Hilfe niederschwellig – unabhängig von ihren zeitlichen oder örtlichen Kapazitäten. Das Online-Angebot ergänzt die vor-Ort-Beratung an den 56 Sozialberatungsstellen der Caritas österreichweit und soll so für diverse Gruppen den Zugang zu Hilfsangeboten erleichtern – egal, aus welchen Gründen der digitale Weg bevorzugt wird.

Sofort Chat: Schnell, einfach und anonym

Besonders niederschwellig ist der neue Sofort-Chat: Menschen in Notlagen können ihre Fragen im Chat direkt und anonym an eine*n Caritas-Berater*in schreiben und erhalten umgehend eine Antwort. Eine Registrierung ist dazu nicht notwendig. Der Zugang zu rascher Hilfe ist damit für Klient*innen noch leichter.

Parr: „Denken wir an eine Alleinerziehende, die zwischen Job, Betreuungspflichten und Haushalt ohnehin mobil und zeitlich schon stark gefordert ist. Oder an einen schwerkranken Menschen. Oder an eine beschämte, junge Person, die vieles online erledigt. Ihnen fällt es schwer, die Sozialberatungsstelle vor Ort aufzusuchen – stattdessen können sie unsere Services ab sofort durch den Caritas Wegweiser und den Sofort-Chat ebenso persönlich und umfassend von zu Hause in Anspruch nehmen. So vereinfachen wir für Menschen in unterschiedlichsten Notlagen den Zugang zu unseren Services.“

Dieses Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.