Häufig gestellte Fragen

Wem hilft die Caritas?

Die Caritas hilft Menschen in Notsituationen, etwa bei Armut, Krankheit, Behinderung oder Pflegebedürftigkeit - und zwar ungeachtet von Geschlecht, Herkunft und Religion. Caritas Mitarbeiter*innen haben durch den täglichen Umgang mit den Betroffenen große Erfahrung in der Treffsicherheit und Effektivität von Maßnahmen für Hilfesuchenden.

Wie kann ich sicher sein, dass meine Spende auch ankommt?

In den Caritas-Einrichtungen in ganz Österreich – etwa in der Hospizbegleitung, in den Sozialberatungsstellen, den Mutter-Kind-Häusern, der Katastrophenhilfe und alle anderen sozialen Angebote – wird die Hilfe der Caritas ganz konkret und sichtbar. Spenden können einem bestimmten Zweck bzw. Projekt gewidmet werden, indem bei der Einzahlung vermerkt wird, wofür die Spende verwendet werden soll. Ungewidmete Spenden setzt die Caritas dort ein, wo Hilfe gerade am nötigsten gebraucht wird.

Wer kontrolliert die Caritas?

Transparenz ist für uns, gerade weil wir eine Spendenorganisation sind, zentral. U.a. informieren wir mit jährlich einem Bericht über die Verwendung der Spendenmittel. Die Buchhaltungen der Caritas Organisationen in Österreich sind zudem folgenden Kontrollen unterworfen:

  • Das Finanz- und Rechnungswesen wird von organisationsinternen bzw. kirchlichen Prüfstellen kontrolliert.
  • Die Bücher werden von beeideten externen Wirtschaftstreuhändern geprüft.
  • Öffentliche Mittel, die von der Caritas verwendet werden, unterliegen der Kontrolle der öffentlichen Hand.

Wie viel Geld wird für die Verwaltung verwendet?

Als Caritas verpflichten wir uns, unsere Mittel möglichst effizient einzusetzen. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, österreichweit im Schnitt mindestens 90% unserer Mittel direkt in unseren Kernauftrag – die Hilfe für Menschen in Not – zu investieren. Dazu zählen vor allem sozial-caritative Arbeit, Katastrophenhilfe im In- und Ausland sowie auch Entwicklungszusammenarbeit zur nachhaltigen Armutsbekämpfung.

Dass die Caritas diesen Anteil mit maximal 10 Prozent so gering halten kann, liegt zum einen an einer Vielzahl von ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen in den Gemeinden und Pfarren, die die Caritas tatkräftig unterstützen. Zum anderen kann die Caritas Dank der Werbewirtschaft auch über die Medien um Spenden werben - entweder kostenlos oder zu stark rabattierten Tarifen Plakate, Inserate, Online-Banner oder Radio -und TV Spots schalten.

Spenden steuerlich absetzen - Wie geht das?

Spenden in Österreich sind seit dem Jahr 2009 steuerlich absetzbar. Durch die gesetzliche Neuregelung zur antragslosen Arbeitnehmerveranlagung stehen wir als Organisationen in der Pflicht, Spenden an das Finanzamt zu melden. Dies ist jedoch erst dann möglich, wenn die* der Spender*in uns einmalig ihren Vor- und Nachnamen laut Meldezettel sowie das Geburtsdatum bekanntgeben.

Nähere Informationen dazu finden Sie hier

Wie hoch ist das Gehalt von Caritas Präsident Michael Landau?

Caritas Präsident Michael Landau bezieht sein Priestergehalt von der Erzdiözese Wien, die ihm auch eine Wohnung zur Verfügung stellt. Seine Funktionen als Caritasdirektor der Erzdiözese Wien, als Präsident der Caritas Österreich und als Präsident der Caritas Europa übt Michael Landau ehrenamtlich aus. Die Caritas übernimmt lediglich die Kosten für Übernachtungen und Fahrtkosten bei Dienstreisen, die zumeist mit öffentlichen Verkehrsmitteln getätigt werden.

Ist die Caritas ein Konzern?

Die Caritas ist eine gemeinnützige Hilfsorganisation. In Österreich ist die Caritas ein Netzwerk von neun eigenständigen diözesanen Caritas-Organisationen und der Caritas Österreich als Bundesorganisation. Alle zehn Organisationen tragen eine gemeinsame kirchliche Verantwortung für das Soziale und Caritative in Österreich und in der internationalen Hilfe.

Wir geben Frauen, Männern und Kindern ein Dach über dem Kopf, wir verteilen Schlafsäcke an obdachlose Menschen und wir begleiten sterbende Menschen in der Hospizarbeit. Wir setzen uns dafür ein, dass Menschen möglichst viele Chancen in ihrem Leben bekommen. Damit tragen wir - unsere haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen - zu einem gesellschaftlichen Klima der Hoffnung und des Zusammenhalts bei. In einer Reihe von Bereichen übernehmen wir auch Aufgaben im Auftrag von und Zusammenarbeit mit Bund, Ländern und Gemeinden. So betreuen wir etwa Menschen in der stationären Pflege und der Pflege zu Hause, wir begleiten Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen oder unterstützen Menschen beim (Wieder-) Einstieg in den Erwerbsarbeitsmarkt als professionelle Dienstleisterin und zugleich kirchliche Hilfsorganisation.

Gemeinnützigkeit ist in Österreich gesetzlich geregelt und bedeutet, dass keine eigennützigen Ziele und keine Profite, sondern Ziele im Interesse der Allgemeinheit verfolgt werden. Als gemeinnützige Organisation investiert die Caritas - wie auch alle anderen gemeinnützigen Organisationen - ihre Mittel ausschließlich in die Verwirklichung ihrer gemeinnützigen Zwecke; sprich Hilfe für Menschen in Not wird ermöglicht. Die Arbeit der Caritas und anderer gemeinnütziger Organisationen dient dem Gemeinwohl. Somit unterscheiden sich gemeinnützige Organisationen ganz grundsätzlich von Konzernen, bei denen die Maximierung des Gewinns und die Interessen von Aktionär*innen und Eigentümer*innen im Vordergrund stehen. Wir sind vor allem Menschen in Not, die unsere Hilfe brauchen, verpflichtet.

Wozu Caritas, wenn es den Sozialstaat gibt?

Dem Sozialstaat sind finanzielle Grenzen gesetzt. Ohne freiwillige Initiativen, ohne private oder kirchliche Hilfe gäbe es längst keinen finanzierbaren Wohlfahrtsstaat mehr. Nicht wenige Menschen fallen durch die Maschen des sozialen Netzes, wissen nicht Bescheid um ihren Anspruch auf Sozialleistungen, oder sind (kognitiv oder mental) nicht in der Lage, ihre Ansprüche geltend zu machen. Hier hilft die Caritas und unterstützt Betroffene je nach Bedürfnissen. Durch die besondere Caritasstruktur (In der Caritas engagieren sich 47.000 Menschen freiwillig in unseren Einrichtungen, Projekten und Pfarren, 40.000 Menschen unterstützen uns über unsere digitale Involvierungsplattform füreinand‘ in niederschwelliger und kurzfristiger Form), durch das einzigartige Zusammenspiel von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen kann die Caritas ihre Arbeit für Menschen in Not optimieren.

Die Kirche ist reich genug und bekommt auch noch meinen Kirchenbeitrag. Warum spendet die Kirche nicht selbst?

Viele Aufgaben einer Pfarre, von der Jungschar über die Denkmalpflege bis zur Aktivitäten der Pfarrcaritas und zu Projekten der Entwicklungszusammenarbeit, sind nur deshalb erfüllbar, weil Menschen zusätzlich zu ihrem Kirchenbeitrag freiwillig spenden und ihre Arbeitskraft unentgeltlich in den Dienst der Gemeinschaft stellen.

Wussten Sie, dass Sie bis zu 50% des Kirchenbeitrags zweckwidmen können? So können Sie etwa bewusst einen Beitrag zum Engagement gegen den weltweiten Hunger leisten.

Darüber hinaus ist die österreichische Kirche alles andere als untätig, was den Kampf gegen Armut auf der Welt betrifft: Die KOO (Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission) hat im Jahr 2020 knapp 3.288 Projekte in 124 Ländern mit 84,54 Millionen Euro unterstützt. 

Der Reichtum der Kirche besteht außerdem nicht aus wirtschaftlich verwertbarem Vermögen, das ständig Einnahmen abwirft, sondern aus Kunstschätzen, deren Erhaltung hohe Kosten verursacht. Die Ausgaben der Diözesen werden zu rund 75% aus dem Kirchenbeitrag bestritten. Nur weniger als 10% der Einnahmen stammen aus Vermietung bzw. Verpachtung und Finanzerträgen. Daran sieht man, wie vergleichsweise unbedeutend das wirtschaftlich verwertbare Vermögen ist. Der Kirchenbeitrag wird für die laufenden Ausgaben verwendet.

Wollen die Menschen, denen die Caritas hilft, überhaupt arbeiten?

Unsere Erfahrung aus zahlreichen Beschäftigungsprojekten mit Menschen, die schon lange Arbeit suchen, ist: Betroffene können und wollen arbeiten, wenn auch nicht alle in einem Fulltime-Job. Was vielfach fehlt, sind geeignete und auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Angebote und Wiedereinstiegshilfen, etwa für Sozialhilfebezieher*innen.

Warum hat die Caritas mir (oder anderen) nicht richtig geholfen?

Um Hilfe zu bitten, fällt oft nicht leicht. Armut bzw. in eine Notsituation zu geraten, ist leider nach wie vor mit Scham besetzt. Die Caritas kann jedoch nur auf Notlagen reagieren, die ihr bekannt werden. Reagiert die Caritas in einer Notsituation nicht so, wie erhofft, wenden Sie sich bitte an uns. Wir prüfen wie und warum es dazu gekommen ist. Wir sind offen für konstruktive Kritik und es ist unser Anspruch, unsere Hilfe weiter auszubauen und zu verbessern. Dennoch kann es dazu kommen, dass die Erwartungen von Notleidenden und die Möglichkeiten der Caritas in Einzelfällen nicht übereinstimmen. Und: Nicht immer ist Geld die sinnvollste Art der Hilfe.
Wenn Sie Hilfe brauchen, wenden Sie sich bitte an eine unserer Einrichtungen in Ihrer Nähe.

Caritas Wegweiser | Hilfe suchen. Hilfe finden.

Holt die Caritas Flüchtlinge ins Land?

Aufgabe der Caritas ist, sich dafür einzusetzen, dass in Österreich bereits aufhältige Asylwerber*innen ein faires, rechtsstaatliches und den Menschenrechten entsprechendes Asylverfahren erhalten. Asylverfahren sind oft jahrelange, für die Betroffenen belastende Prozesse. Die Caritas setzt sich daher für rasche und professionelle Verfahren ein, um schnell und genau zu klären, wer Asyl bekommt, und wer Österreich wieder verlassen muss. Mit dem Projekt IRMA plus unterstützt die Caritas vulnerable Personen, die freiwillig in ihre Herkunftsländer zurückkehren. Und die Caritas hilft Menschen in Not in ihren Heimatländern vor Ort, damit sie ihre Heimat nicht verlassen müssen.

Bereichert sich die Caritas an Textilspenden? Geht die Caritas sorgfältig mit Kleiderspenden um?

Ihre Sachspende kommt auf jeden Fall bei jenen Menschen an, die diese dringend brauchen. Alle gespendeten Textilien kommen direkt oder indirekt karitativen Zwecken zu Gute:

  • Kleiderspenden werden direkt und kostenlos an Menschen in Not im In- und Ausland ausgegeben (Basisversorgung, aber etwa auch bei Katastrophen)
  • In den Carlas werden gespendete Kleider gratis ausgegeben (v.a. über Gutscheine) und verkauft (second hand). Diese Läden sind für alle Menschen offen.
  • Die Carlas leisten einen Beitrag zur Armutsprävention, weil einkommensschwache Personen zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis einkaufen können.
  • Mit den gespendeten Textilien wird Arbeit in den Bereichen Sammlung, Sortierung, Entsorgung und Verkauf für am Arbeitsmarkt benachteiligte Personen geschaffen. Angesichts der Tatsache, dass es immer weniger Arbeitsplätze für gering qualifizierte Personen gibt, stellt dies einen beachtlichen Mehrwert dar.
  • Die nicht regional verwertbaren Textilien werden verkauft. Der Erlös wird für soziale Projekte im In- und Ausland verwendet. Aus der Sachspende wird so eine Geldspende gemacht.

Wem kommen die Sachspenden in den Caritas Läden zugute?

Die Sachspenden werden entweder an Menschen in Notsituationen z.B. obdachlose Menschen gratis weitergegeben oder in den Caritas Läden zu günstigen Preisen an Menschen mit kleiner Brieftasche weiterverkauft.

Kann ich mir bei der Caritas ein Patenschafts-Kind aussuchen?

Nein, die Caritas bietet keine Direktpatenschaften an. Denn unsere Erfahrung ist, dass dann einige („meist hübsche“) Kinder viele Pat*innen, andere gar keine Pat*innen bekommen. Wir wollen aber alle Kinder in Not unterstützen und deshalb werden die Spenden für alle Kinder gleichermaßen verwendet. Projekte und weitere Informationen zu den Caritas Kinderpatenschaften unter www.patenschaften.at

Ich möchte vor Ort im Katastrophengebiet helfen. Wo kann ich mich hinwenden?

Die Caritas verfügt über ein internationales Netzwerk an Partnerorganisationen weltweit und kann daher meist auf lokale Fachkräfte und Mitarbeiter*innen vor Ort zurückgreifen. Österreichisches Personal wird von der Caritas Österreich in der Regel nur entsandt, wenn es sich um Fachkräfte (Wassertechniker*innen...) handelt, deren Qualifikationen vor Ort gerade gebraucht werden. Falls Sie bereits einschlägige Erfahrungen im Katastropheneinsatz und/oder entsprechende Qualifikationen mitbringen schicken Sie bitte einen kurzen Lebenslauf (samt Angaben über Auslandsaufenthalte, Sprachenkenntnisse...) an office@caritas-austria.at. Wir halten Sie gerne in Evidenz und kontaktieren Sie bei Bedarf.