Nothilfe für Menschen in der Ukraine-Krise

Die Menschen in der Ukraine leiden unter großer Armut, dazu kommen die Kämpfe im Osten des Landes. Besonders betroffen sind Kinder und ältere Menschen.

Die Ukraine befindet sich seit 2014 in einer schweren politischen Krise. Teile der Ostukraine sind bis heute Kriegsgebiet. Es ist ein seit Jahren schwelender Konflikt mitten in Europa, von der internationalen Gemeinschaft größtenteils vergessen.

Die Zivilbevölkerung in den vom Konflikt betroffenen Regionen ist weiterhin auf humanitäre Hilfe angewiesen. Laut Schätzungen der UN benötigen nach wie vor 3.4 Millionen Menschen humanitäre Hilfe, darunter fast 500.000 Kinder.  Der Konflikt hat bisher mehr als 3.000 zivile Opfer gefordert, mehr als 7.000 Menschen wurden verletzt. Rund drei Millionen Menschen mussten ihre Wohnorte verlassen, innerhalb des Landes sind 1,4 Millionen Menschen geflüchtet.

Durch den Konflikt sind Millionen von Menschen verarmt und ihrer Grundrechte und Grundversorgung beraubt worden. Nach über acht Jahren Konflikt haben sie noch immer mit Unsicherheit, Zerstörung, Traumata, Versorgungsengpässen und Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Zu den grundlegenden Bedürfnissen zählen Schutz, Zugang zu Wasser, Nahrung, Wärmeversorgung, Gesundheitsdiensten, Schulen und Märkten. In isolierten Dörfern entlang der 427km langen Kontaktlinie, die von der ukrainischen Regierung kontrollierte Gebiete von nichtregierungskontrollierten Gebieten trennt, leben die Menschen unter besonders prekären Bedingungen.

Vor allem ältere Menschen, Kinder und AlleinerzieherInnen, innerhalb des Landes geflüchtete Personen und Menschen mit Behinderungen zählen zu den besonders gefährdeten Gruppen, die dringend Unterstützung von Hilfsorganisationen brauchen. Alleinstehende RentnerInnen etwa müssen mit umgerechnet rund 54 Euro monatlich auskommen. Das reicht gerade für Strom, Wasser und Gas - für Nahrungsmittel und Medikamente bleibt nichts mehr. Hilfe kommt von der Caritas Österreich.

Auswirkungen der Pandemie

Für zusätzliche Belastung im Jahr 2020 sorgte die weltweite Covid-19 Pandemie. Diese hat dazu beigetragen, dass die Wirtschaft weiterhin massiv einbricht und die Arbeitslosenzahlen in die Höhe schnellten.

Covid-19 hat die Ukraine hart getroffen, das Gesundheitssystem ist seit Jahren unterfinanziert und altersschwach. Laut UNICEF Schätzungen könnte sich die Kinderarmut in der Ukraine im schlimmsten Fall fast verdoppeln. Durch fehlende Infrastruktur und Transportmöglichkeiten ist der Zugang zu adäquater Gesundheitsversorgung in den vom Konflikt betroffenen Gebieten noch schwieriger geworden. Besonders schwer haben es die Menschen in den nichtregierungskontrollierten Gebieten. Viele von ihnen sind auf regelmäßige Besuche in den regierungskontrollierten Gebieten angewiesen um ihre Pensionen zu erhalten und Sozial-oder Gesundheitsleistungen in Anspruch zu nehmen, was durch die Covid-19 bedingten Quarantänemaßnahmen und Reiseeinschränkungen stark eingeschränkt worden ist.

So hilft die Caritas in der Ukraine

Seit März 2014 hat die Caritas Österreich gemeinsam mit der Caritas Ukraine und anderen lokalen Partnerorganisationen unzähligen Personen mit Nothilfeprojekten für Binnenflüchtlinge und vom Konflikt betroffene Menschen geholfen. Allein im letzten Jahr konnten 9.500 hilfsbedürftige Menschen im Zuge der Ukraine Nothilfe erreicht werden. Weiteren 15.000 Personen konnte in Form von anderen Projekten geholfen werden.

Die Schwerpunkte der humanitären Hilfe in der Ukraine

  • Verteilung von Nahrungsmitteln, Heizmaterial und Hygienemitteln im Konfliktgebiet
  • In sogenannten Child Friendly Spaces werden Kindern im Konfliktgebiet die Möglichkeit geboten, von PsychologInnen und SozialarbeiterInnen betreut in geschützter Umgebung zu spielen und zu lernen, und ihre Traumata zu bewältigen
  • Multisektorale Projekte zur Linderung unmittelbarer Bedürfnisse und dem Aufbau langfristiger, nachhaltiger Perspektiven (Bereiche WASH, Gesundheit, Livelihoods)
  • Unmittelbare Unterstützung bei Katastrophen wie beispielsweise Überflutungen oder Waldbrände. 

Unsere Hilfsprojekte in der Ukraine

Netzwerk für Kinderzentren – Ukraine

Das Netzwerk für Kinderzentren verbindet 10 verschiedene Standorte in der Ukraine.

 

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Gesundheit, Gemeinschaftsresilienz und starke Lebensgrundlagen

Das Projekt Strengthening Health, Community Resilience and Livelihoods in Donetsk and Luhansk oblasts in den vom Konflikt betroffenen Gebieten verbindet humanitäre Hilfe mit der Stärkung lokaler Kapazitäten, um langfristig und nachhaltig Perspektiven zu schaffen.

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Psychosoziale Unterstützung im Konfliktgebiet – Ukraine

In der Pufferzone in der Ostukraine werden Kinder und ihre Eltern von PsychologInnen und SozialpädagogInnen betreut.

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Kinder- und Familienzentrum Charkiw - Ukraine

Dieses Projekt in der ostukrainischen Stadt Charkiw bietet jährlich 800 Kindern und zusätzlich 200 Eltern aus sozial prekären und wirtschaftlich benachteiligten Verhältnissen sowie Familien, die vor den Kampfhandlungen aus den Separatistengebieten nach Charkiw geflohen sind, Hilfe und Unterstützung bei der Bewältigung ihres Alltags.

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Ein Zufluchtsort für vergessene Kinder - Ukraine

Das Kinderdorf bietet ein neues Zuhause für Waisenkinder.

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Netzwerk Hauskrankenpflege - Ukraine

Alte und pflegebedürftige Menschen haben unter der schlechten medizinischen Versorgung in der Ukraine besonders zu leiden. Mit dem Netzwerk Hauskrankenpflege setzt die Caritas in der Ukraine ein Programm um, durch das alte und kranke Menschen umfassend betreut werden.

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