Ein Brunnen als einzige Überlebenschance

11.07.17

In Turkana, im Norden Kenias, hat es zum letzten Mal im April 2016 geregnet. Die einzige verbliebene Überlebenschance ist daher sauberes Trinkwasser. Ich habe mit einer Betroffenen gesprochen.

Von Nancy McNally. Dieser Beitrag ist Teil des Blogs "Hautnah am Hunger".

 

Mehr als sechs Stunden war Akai Akiro unterwegs um Wasser zu holen. Drei Stunden hin, drei Stunden zurück durch das staubige Flachland rund um Lodwar, der Hauptstadt der Region Turkana im Norden Kenias. Am Rückweg trägt sie einen gelben 20-Liter Wasserkanister auf dem Kopf. Nach diesem anstrengenden Marsch ist sie zu erschöpft, um noch etwas anderes zu machen, erzählt mir die hagere 40-jährige Frau bei meinem Besuch in ihrem Dorf. Beinahe täglich muss sie den Wasserkanister durch die trockene Savanne schleppen, damit sie und ihre drei Kinder sauberes Trinkwasser haben. 

Die Wasserreserven müssen erschlossen werden

Turkana ist seit über einem Jahr von einer massiven Dürre betroffen. Hilfsorganisationen wie der Katholische Hilfsdienst (Catholic Relief Service - CRS), für den ich arbeite, helfen den Menschen dabei die spärlichen Wasserreserven zu erschließen und auszuschöpfen. Wir unterstützen die Diözese Lodwar dabei, neue Brunnen zu graben, bestehende Wasserstellen in Stand zu halten und beschädigte Pumpen zu reparieren. 

Nancy McNally

Bericht von vor Ort

 

Bald wird es auch für Akai Akiro einen Brunnen geben. Und hoffentlich wird es hier in Turkana auch bald wieder regnen. Dann wird das staubige Land wieder grün und dann können die Menschen wieder von ihrer Ernte und von ihrem Vieh leben. 

Über die Autorin - Nancy McNally

Nancy McNally arbeitet für den Katholischen Hilfsdienst (Catholic Relief Service - CRS) als Regional Information Officer für Ost- und Südafrika. Sie ist Ansprechpartnerin für Medien und berichtet über die Situation vor Ort. Aktuell ist Nancy McNally in Nairobi stationiert, um über die verheerende Hungersnot in Teilen Kenias zu berichten.