In Burundi liegt die Sterblichkeit von Kindern unter 5 Jahren bei 5,4% (Österreich 0,4%). Ein wesentlicher Faktor sind Armut und Unterernährung. Obwohl Gesundheitsversorgung für schwangere Frauen und Kinder unter 5 Jahren kostenlos ist, fehlt das Geld für die Umsetzung. Dazu kommen die schlechte Ausstattung der öffentlichen Krankenstationen, qualifizierte Ärzte und Pflegepersonal fehlen, die Anzahl der Fachärzte lässt sich an einer Hand abzählen. Eine angemessene medizinische Versorgung ist für den Großteil der Bevölkerung unerschwinglich.
Die Diözese Gitega hat sich zum Ziel gesetzt eine Ausbildungsstätte für Ernährung und Kinderkrankenpflege zu errichten, um Fachpersonal auszubilden und für sozial benachteiligte qualifizierte Jugendliche eine hochwertige Ausbildung zu ermöglichen. Die Diözese und ihre Einrichtungen leisten damit einen wesentlichen Beitrag Verbesserung der Gesundheitsversorgung und damit auch Entwicklung des Landes.
2022 wurden, mit Unterstützung durch das Land Tirol, die Hörsäle mit Demonstrationsraum, Labor und Sanitärräumen errichtet. Dank vieler Unterstützungen und Spenden konnte 2023-2025 ein Internat für 80 Schüler*innen mit Küche und Speisesaal, sowie eine Solaranlage für die gesamte Anlage finanziert werden. Dazu wurden ein Administrationsgebäude mit Direktion, Sekretariat, Bibliothek und einem Mehrzwecksaal sowie eine Umfassungsmauer errichtet.
Im Jänner 2026 wurde das Institut Supérieur de Nutrition et Paramédical de Simba feierlich eröffnet und der Lehrbetrieb für die ersten Studienjahrgänge aufgenommen. In den beiden Lehrgängen wird Wissen über ausgewogene Ernährung und Wissen über eine qualifizierte Pflege chronisch unterernährter Kinder vermittelt.
Bis 2028 soll die 3. Bauphase erfolgen: Bau eines zweiten Internatsblocks, Gebäude für das Lehrpersonal, Erweiterung der Bibliothek, Lesesaal und Computerraum, sowie zwei weitere notwendige Hörsäle.
Ausbildung wirkt
Das Ausbildungszentrum steht allen motivierten Jugendlichen, ohne Unterscheidung bzw. Bevorzugung sozialer, religiöser, ethnischer oder geschlechtsspezifischer Zugehörigkeit, offen. Die Aufnahme erfolgt nach klar definierten Aufnahmekriterien, der Ausbildung von Mädchen wird verstärkt Rechnung getragen.
Die Konzeption der Ausbildung und die Erstellung der Lehrpläne erfolgten in enger Abstimmung mit den staatlichen Bildungsbehörden. Die organisatorische und administrative Leitung liegt beim Orden „Neues Leben für die Versöhnung“ – langjähriger Projektpartner der Caritas Steiermark. Der Orden hat die Basis für den Betrieb und für die Erhaltung des Zentrums für Ernährung und Kinderkrankenpflege sicherzustellen.
Das Institut Supérieur de Nutrition et Paramédical de Simba ist die erste Einrichtung in Burundi, welche fachspezifisches Wissen über Ernährung und die Pflege ernährungsbedingter Krankheiten bei Kindern vermittelt.