Prasixcheck

Sozialstaat unter Druck

Umfrage von Caritas und Volkshilfe, 2026

Caritas Österreich und Volkshilfe Österreich haben im Rahmen eines umfassenden Praxis-Checks rund 600 Praktiker*innen im Sozialbereich zur sozialen Lage in Österreich und zu aktuellen Entwicklungen befragt. Der Praxis-Check beleuchtet in mehreren Teilen die aktuelle soziale Lage und zeigt, wie sich politische Maßnahmen konkret auf die Lebensrealitäten vulnerabler Gruppen und die tägliche soziale Arbeit auswirken.

Kürzungen im Sozialbereich

Der erste Teil des Praxischecks widmet sich den Kürzungen bei Transferleistungen und im Sozialbereich. Ausgehend von einem großen Spardruck in Österreich wurden zahlreiche Kürzungen bereits mit dem Doppelbudget 2025/26 auf den Weg gebracht und weitere stehen im Raum. Die Ergebnisse der Umfrage sind alarmierend: Vier von fünf sozialen Fachkräften wissen von Kürzungen in ihrem Arbeitsbereich, oder befürchten diese. Aus Sicht der Praxis wirken sich die Kürzungen besonders nachteilig auf Menschen mit geringem Einkommen, insbesondere Kinder, Jugendliche und Familien aus. Die Befragten erwarten spürbare Verschlechterungen der Lebensbedingungen: steigende finanzielle Belastungen, mehr Verschuldung sowie zunehmende Probleme bei Wohnen, Gesundheit und sozialer Teilhabe. Auch ein Anstieg von Wohnungs- und Obdachlosigkeit wird befürchtet. Außerdem werden – das gibt der Großteil der sozialen Praktiker*innen an – durch Kürzungen viele bereits erreichte Fortschritte z.B. beim selbstständigen Wohnen, oder der Arbeitsmarktintegration zunichte gemacht. 97 Prozent der Praktiker*innen gehen außerdem davon aus, dass künftig mehr Menschen keine passende Unterstützungsstelle mehr finden werden. Die Mehrheit der Praktiker*innen warnt davor, dass Kürzungen im Sozialbereich Probleme verschieben und langfristig höhere gesellschaftliche Folgekosten verursachen können.

Praxischeck zeigt: Sozialstaat unter Druck

Umfrage von Caritas und Volkshilfe, 2026

Teil 1: Befragung von Praktiker*innen im Sozialbereich zu Auswirkungen von Kürzungen auf vulnerable Gruppen