Wenn in Temeswar die Temperaturen nachts unter null Grad fallen, wird das Nachtasyl der Pater Berno Stiftung für viele Menschen zur letzten Zuflucht. Auf über 80 Plätze finden hier Obdachlose Schutz vor Kälte, Hunger und Einsamkeit. Viele Gäste haben schwere Schicksale hinter sich: Krankheit, Armut, Arbeitslosigkeit oder familiäre Krisen – im Nachtasyl erhalten sie die Möglichkeit, ihr Leben wieder neu zu ordnen. Das Pater-Jordan-Heim ist seit seiner Gründung 1999 eine feste Anlaufstelle für obdachlose Menschen in Temeswar und Umgebung. Bis zu 80 Personen finden hier eine Unterkunft für die Nacht. Besonders im Winter ist die Nachfrage groß. Aber abgewiesen wird niemand, zur Not entsteht ein Matratzenlager im Speisesaal. Neben der Unterbringung stellt das Team warme Mahlzeiten bereit, organisiert medizinische Erstversorgung, hilft bei der Ausstellung von Ausweisen, vermittelt Arbeitsplätze und begleitet die Bewohner*innen auf dem Weg zu einem eigenständigen Leben. Zudem arbeitet das Team eng mit Ärzt*innen, Psycholog*innen und Sozialdiensten zusammen. Kleidung, Medikamente und Hygieneartikel stammen größtenteils aus Spenden. Das Ziel des Nachtasyls ist nicht dauerhafte Unterbringung, sondern Stabilisierung. Immer häufiger suchen auch Mütter mit kleinen Kindern Schutz im Nachtasyl. Für sie ist dieser Ort nicht ideal, aber sicherer als ein Bahnhof oder ein Abbruchhaus. Für viele bedeutet das Heim mehr als nur eine Unterkunft – es schenkt Hoffnung und die Chance auf einen Neuanfang.
Obdachlosigkeit in Rumänien – ein wachsendes Problem
Geschätzt 15.000 Menschen in Rumänien leben ohne festen Wohnsitz, viele von ihnen in Großstädten wie Temeswar, Bukarest oder Cluj-Napoca. Hohe Lebensunterhaltungskosten, geringe Löhne und fehlende soziale Absicherung verschärfen die Lage. Ein großer Teil der Betroffenen hat keine Krankenversicherung und keinen Anspruch auf Rente. Da Nachtasyl versucht, dieser sozialen Lücke zu überbrücken. Es leistet dort Hilfe, wo staatliche Systeme versagen.