Deutsch für Flüchtlinge: Caritas begrüßt neue Plätze

16.04.15

Regierung hatte am Donnerstag zusätzliche Deutschkurse für 7.300 Flüchtlinge angekündigt - Generalsekretär Wachter: "Erster wichtiger Schritt" - Landau: Fokus auf Bildung und Ausbildung nötig

Erfreut hat die Caritas auf die Ankündigung der Regierung reagiert, 7.300 neue Sprachkursplätze für Flüchtlinge zu schaffen. Angesichts des Notstandes bei der Integration von Asyl- und Subsidiär Schutzberechtigten sei dies ein "erster wichtiger Schritt", betonte Caritas Generalsekretär Bernd Wachter am Donnerstag in einer Stellungnahme gegenüber "Kathpress". Für diese Personengruppe fehle es derzeit an Startwohnungen, Sprachkursangeboten und Unterstützung am Arbeitsmarkt, wobei die gestiegene Flüchtlingszahl sowie AMS-Einsparungen die Notlage noch zusätzlich verschärft hätten.

Am Donnerstag hatten das Sozial-,  das Innen- und  das Integrationsministerium auf entsprechende Kritik reagiert und 7.300 neue Deutschkurs-Plätze für Flüchtlinge - vor allem für anerkannte Asylanten aus Syrien - in Aussicht gestellt. Finanziert werde dies aus rückgeflossenen Mitteln sowie aus internen Umschichtungen, hieß es, wobei das Sozialministerium 4.300 Kursplätze um 3,44 Mio. Euro aus Rückflüssen des Europäischen Globalisierungsfonds im Bereich Arbeitsmarkt schafft, das Integrationsministerium um 1,6 Mio. Euro 2.000 Plätze sowie das Innenministerium weitere 1.000 Plätze.

Wachter zufolge könne nur derjenige, der "ein Dach über dem Kopf hat, die Sprache beherrscht und ein ausreichendes Einkommen habt", sich langfristig in Österreich zu Hause fühlen. Flüchtlinge seien in Österreich aber besonderen Integrationshürden ausgesetzt, zitierte der Caritas Generalsekretär eine UNHCR-Studie von 2013.

Besonders problematisch sei, dass Asylberechtigte nach vier Monaten aus der Grundversorgung fallen und damit "von einem Tag auf den anderen völlig auf sich allein gestellt" seien. Wachter: "Ab da ist es entscheidend, dass praktische Hilfestellungen zu einer allumfassenden Integration zur Verfügung stehen. Versäumnisse in dieser Phase führen dazu, dass auch durchaus qualifizierte Flüchtlinge keinen Job finden oder obdachlos werden." Unterstützung bei der Suche nach leistbarer Wohnung, beim Erwerb der deutschen Sprache und beim Eintritt in den Arbeitsmarkt - etwa durch die Anerkennung von Bildungsabschlüssen - sei deshalb dringend erforderlich.

Caritas Präsident Michael Landau forderte darüber hinaus zusätzliches Augenmerk auf Bildung und Ausbildung besonders bei den minderjährigen Flüchtlingen zu legen. Jedes Flüchtlingskind müsse ab dem ersten Tag in Österreich die Schule besuchen können, zudem sei es "tragisch und wirtschaftlich nicht intelligent", Menschen mit Migrationshintergrund nicht zu höheren Schulabschlüssen zu bringen: Sehr gute schulische Fähigkeiten, Facharbeiter und auch die Muttersprache der Flüchtlinge als Zweitsprache würden von der österreichischen Gesellschaft in Zukunft dringend benötigt werden, um international wettbewerbsfähig zu bleiben, mahnte Landau.

 

(Quelle: Kathpress)