Bangladesch: Nothilfe für die Rohingya

21.09.17

Foto: Tommy Trenchard/Caritas

Gemeinsam mit der Caritas Bangladesch versorgt das Caritas-Netzwerk Rohingya-Flüchtlinge, die vor der Gewalt des Militärs Schutz suchen, mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Kleidung. Die Helfer versuchen, die Sanitärbedingungen zu verbessern und verteilen Tabletten zur Trinkwasserdesinfektion und Plastikplanen.

In Myanmar ist der Alltag der Rohingya seit Jahrzehnten von Unterdrückung, Ausgrenzung und Gewalt geprägt, die muslimische Minderheit wird nicht als eigene Bevölkerungsgruppe akzeptiert. Kein Land macht das – sie sind staatenlos. Myanmar behauptet, sie seien erst unter der britischen Kolonialherrschaft, die bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs dauerte, eingewandert und stammten in Wahrheit aus Bangladesch. Bangladesch hingegen besteht darauf, dass sie nach Myanmar gehören. Die Rohingya selbst sagen, dass sie seit Jahrhunderten in Myanmar siedeln. Mit Militäroffensiven und der Aberkennung von Rechten wurden in der Vergangenheit nahezu 1,5 Millionen Rohingya in die Nachbarländer vertrieben.

 

Übernachtung in provisorischen Camps

Beim letzten gewaltsamen Angriff durch das Militär Ende August 2017, kam es zu einer Massenflucht, und rund 400.000 Menschen, etwa die Hälfte davon Kinder, suchten Schutz im benachbarten Bangladesch. Dort ist die Situation für die Flüchtlinge nicht einfacher. Sie unterliegen strikten Auflagen, dürfen sich nicht frei bewegen und nicht arbeiten. Die meisten befinden sich in provisorischen Camps, viele müssen unter freiem Himmel schlafen oder finden Unterschlupf in Betonröhren, Ställen, Unterständen. Der Monsunregen verschlimmert markant die Lage und verwandelt die Camps in Schlammwüsten. Es gibt kaum sanitäre Einrichtungen, sauberes Wasser und Nahrungsmittel sind knapp. Bangladesch ist mit der Versorgung der Menschen überfordert.

 

Täglich mehr Geflüchtete

"Die Lage für die Geflüchteten hier in Bangladesch hat sich zu einer Katastrophe entwickelt. Tag für Tag strömen mehr Hilfesuchende ins Land", berichtet Atul Sarker, Direktor der Caritas Bangladesch. Die improvisierten Flüchtlingscamps, Schulen und Sozialzentren sind übervoll, für die Versorgung der Menschen fehlt es an Geld. In Bangladesch unterliegen die Rohingyas strikten Auflagen, so dürfen sie sich nicht frei bewegen und nicht arbeiten.

 

So hilft die Caritas

Mittels einer Erhebung in der Grenzregion erfasste die Caritas Bangladesch unmittelbar nach der Massenflucht die dringendsten Bedürfnisse. Demnach ist der Bedarf an Trinkwasser, Nahrungsmitteln, Unterkünften, Medikamenten, sanitäre Einrichtungen und Kinderschutzmaßnahmen derzeit am höchsten.

Gemeinsam mit der Caritas Bangladesch versorgt das Caritas-Netzwerk Flüchtlinge in der Grenzregion bei Cox Bazar mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Kleidung. Weiter werden vor Ort die Sanitärbedingungen verbessert, Tabletten zur Trinkwasserdesinfektion und Plastikplanen abgegeben. Neben diesem Projekt ist die Caritas Bangladesch auch in anderen Regionen aktiv und verteilt Grundnahrungsmittel, wie Reis, Hülsenfrüchte, Salz, Zucker und Speiseöl für die nächsten zwei Wochen sowie Kochutensilien. Rund 70.000 Menschen können so unterstützt werden.

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