Caritas: Covid-19 zeigt Herausforderungen für Menschen mit Behinderung auf.

03.12.20

Landau: „Menschen mit Behinderungen sind auf vielfältige Weise von der Corona Pandemie betroffen und müssen gut eingebunden und gehört werden“

Anlässlich des morgigen Welttags für Menschen mit Behinderung erinnert Caritas-Präsident Michael Landau daran, dass die Corona-Krise Menschen mit Behinderungen in verschiedener Weise betrifft: „Einige sind aufgrund von Vorerkrankungen einem erhöhten Risiko ausgesetzt, andere haben aufgrund von kognitiven Beeinträchtigen einen erschwerten Zugang zu vielen wichtigen Informationen oder sind durch die eingeschränkte Mobilität noch stärker als sonst von Isolation betroffen. Menschen mit Behinderungen mit ihren unterschiedlichen Bedarfen sollten in die Gestaltung der Maßnahmen einbezogen werden. Das gilt sowohl für laufende Testungen als auch die bevorstehende Umsetzung der Impfstrategie.“

Isolation und Einsamkeit verschlechterte Gesundheit

Die mit den Lockdowns einhergehende Isolation und Einsamkeit hat viele Menschen in den letzten Monaten vor große Herausforderungen gestellt. Gerade bei Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder psychosozialen Behinderungen führte dies zu einer allgemeinen Verschlechterung der Gesundheit, da diese stark den Austausch mit anderen Menschen in der Gruppe brauchen.

„Die Corona-Krise hat besonders deutlich gemacht, welchen wichtigen Stellenwert persönlicher Austausch und ein selbstbestimmtes Leben in Gemeinschaft haben – für viele Menschen mit Behinderungen sind Strukturen unerlässlich, die diesen laufenden Kontakt ermöglichen.“, so Daniel Pateisky, Fachreferent für Menschen mit Behinderungen.

Insbesondere für Menschen mit kognitiver Behinderung ist der Zugang zu wichtigen Informationen erschwert und in Zeiten von Corona besonders wichtig. Es braucht mehr barrierefreie und leicht verständliche Kommunikation, etwa durch die Ausweitung von Nachrichten in leichter Sprache. „Hier sollte es nicht nur darum gehen, die zu befolgenden Schutzmaßnahmen zu erläutern, sondern die Menschen angesichts der täglichen beängstigenden Bilder und Zahlen bei der Einordnung dieser Ereignisse nicht alleine zu lassen.“, sagt Pateisky.

Covid-19 hat bestehende strukturelle Herausforderungen verschärft

Neben den Corona-spezifischen Herausforderungen hat die Krise bestehende strukturelle Benachteiligungen und Lücken für Menschen mit Behinderungen verschärft und den dringenden Handlungsbedarf sichtbar gemacht.

Um ein selbstbestimmtes Leben im Einklang mit der UN-Behindertenkonvention zu ermöglichen, sind diverse Maßnahmen notwendig. Hier kommt der persönlichen Assistenz eine Schlüsselrolle zu. Es braucht einen Rechtsanspruch auf persönliche Assistenz. Diese sollte unabhängig von der Art der Behinderung bedarfsgerecht zugänglich, sowie österreichweit einheitlich geregelt, finanziert und entlohnt sein.

Weiters braucht es Lösungen für die 23.000 Menschen, die als „arbeitsunfähig“ gelten und in Tagesstrukturen und Werkstätten beschäftigt sind. „Diese Menschen brauchen eine Existenzsicherung samt Sozialversicherung beziehungsweise eine angemessene Entlohnung, um sie in der Krise zu stärken und um in weiterer Folge Altersarmut zu verhindern.“, so Landau. „Der neue Nationale Aktionsplan Behinderung (NAP), der nächstes Jahr finalisiert werden soll, bietet die Chance, diese notwendigen Schritte auch zu setzen.“

Weiter Informationen:

https://www.caritas.at/hilfe-beratung/menschen-mit-behinderung/

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