Kampf gegen den Hunger in der DR Kongo

PRASA – Regionalprogramm zur Ernährungssicherung

Auf einer Fläche größer als Österreich in der Demokratischen Republik Kongo haben wir ein Programm gegen den Hunger umgesetzt. Warum auf so einer riesigen Fläche? Weil es funktioniert. Es ist ein Programm, das den Hunger wirklich besiegen kann. So retten wir 5.000 Familien, also 27.000 Einzelpersonen, vor dem Hunger und helfen ihnen dabei, sich selbst versorgen zu können.

 „Wir haben den Hunger verjagt“, sagt der Vorsitzende von UFF, einem Verein von Kleinbauern und -Bäuerinnen im Dorf Kabongo gare. UFF steht für "L'union fait la force" (französisch für "Gemeinsam ist man stark"). Er spricht gerade bei der einmal monatlich stattfindenden Vereinsversammlung. Hier wird besprochen, was in den nächsten Wochen auf den Feldern zu machen ist. Alle Mitglieder von UFF wissen, welche Schritte gesetzt werden müssen, dass Pflanzen Soja oder Mais gut wachsen und einen hohen Ertrag liefern, damit das ganze Dorf satt wird. Jeder hier weiß: Die letzten Monate haben „Früchte getragen“, alle werden wieder satt.

Das Dorf Kabongo gare ist nur ein Beispiel für dieses wirkungsvolle Programm zur Ernährungssicherung. Es nennt sich „PRASA“. Die Abkürzung steht für das französische „Programme Régional d’Appui à la Sécurité Alimentaire“.

  • Der Verein von KleinbäuerInnen trifft sich monatlich zum Erfahrungsaustausch.

    Der Verein von KleinbäuerInnen trifft sich monatlich zum Erfahrungsaustausch.

  • Maßnahmen wie Schulungen zu verbesserten Anbaumethoden machen sich bezahlt.

    Maßnahmen wie Schulungen zu verbesserten Anbaumethoden machen sich bezahlt.

  • Zusätzlich erhalten die Familien lokal angepasstes Saatgut.

    Zusätzlich erhalten die Familien lokal angepasstes Saatgut.

  • So werden insgesamt etwa 5.000 Familien unterstützt.

    So werden insgesamt etwa 5.000 Familien unterstützt.

So funktioniert unsere Hilfe gegen den Hunger

Wir verbessern und „diversifizieren“ die Landwirtschaft. Diversifizieren heißt, dass den Bauern vor Ort beigebracht wird, wie sie mehr verschiedene Sorten anbauen können. Dadurch senken sie das Risiko, dass eine ganze Ernte ausfällt. So werden insgesamt etwa 5.000 Familien unterstützt.

Wir helfen mit:

  • Ausbildungen in landwirtschaftlichen Techniken wie Kompostierung, Fruchtwechsel, Gemüseanbau, Viehzucht, Obstbau.
  • Schulungen zu Ernährung, Einkommensverwaltung und nachhaltigem Umgang mit Natur und Ressourcen.
  • Verteilung von verbessertem Saatgut, Gemüsesaatgut, Obstbaumsetzlingen sowie Hühner und Ziegen.

So können Sie den Kampf gegen den Hunger unterstützen

Saatgut schenken

Mit 25 Euro schenken Sie Saatgut wie Mais, um die Ernährung einer Familie zu sichern. AgrarexpertInnen schulen die BäuerInnen in Anbaumethoden und Saatgutvermehrung.

Eine Sparkasse

Mit einer Spende von 50 Euro ermöglichen Sie den Erwerb einer Dorfsparkasse samt Schlössern. So können kleinbäuerliche Familien sinnvoll in die Zukunft investieren.

Ein Fischteich

Mit einer Spende von 1.000 Euro ermöglichen Sie das Anlegen eines Fischteiches mit Setzlingen, sowie Schulung und Begleitung durch einen lokalen Experten.

Warum brauchen die Menschen in der DR Kongo überhaupt Hilfe?

Obwohl die Regionen sehr reich an natürlichen Ressourcen sind, besteht aufgrund der ungleichen Verteilung hohe Armut unter der lokalen Bevölkerung. Der Großteil von ihnen lebt von kleinflächiger Landwirtschaft, Fischerei und Viehzucht, was jedoch häufig nicht einmal den Eigenbedarf der Familie decken kann. Nahrungsmittelknappheit, Unter- und Mangelernährung sind die Folge. Kaum jemand hat Investitionsmöglichkeiten oder besitzt spezifisches landwirtschaftliches Wissen und es fehlt an grundlegenden staatlichen Strukturen. So leben mehr als 90% der Bevölkerung in chronischer Ernährungsunsicherheit.

Die größten Herausforderungen der Kleinbauern in der DR Kongo

  • Ineffiziente Anbaumethoden
  • Erschwerter Marktzugang ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse
  • Niedriges Einkommen, das Investitionen nahezu unmöglich macht
  • Schwache staatliche Strukturen
  • Hohes Analphabetentum (speziell bei Frauen)
  • Erschwerter Zugang zu sauberem Trinkwasser und generell mangelhafte medizinische Grundversorgung im ländlichen Raum

Unser Ziel: den Hunger vollständig beenden/verjagen

Generell soll PRASA zum Ziel 2 der „Sustainable Developement Goals“ (SDGs) der Vereinten Nationen beitragen: „den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern“. Das Ziel ist das Erlangen einer nachhaltigen Verbesserung der Ernährungssituation der unterstützten Haushalte und deren Fähigkeit zum Selbstmanagement. Im Spezifischen bedeutet das:

  1. Die unterstützten Haushalte verbessern ihre Ernährung in ausreichender Menge und Qualität.
  2. Die unterstützten Haushalte verfügen über Einkünfte zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen.
  3. Die unterstützten Haushalte verbessern die Verwaltung und den Schutz ihrer natürlichen Ressourcen.

Die verbesserte Landwirtschaft ermöglicht auch ein Zusatzeinkommen

Einerseits sichert die verbesserte Landwirtschaft die Ernährung der Familie. Andererseits können sie dadurch auch ein Zusatzeinkommen erwirtschaften. Deshalb bringen wir ihnen bei, wie sie am besten ihre zusätzliche, über den Eigenbedarf hinausgehende, Produktion verkaufen können. Um die Stellung der kleinbäuerlichen Familien auch politisch zu stärken, erhalten die Bauern und Bäuerinnen Informationen zu Landnutzungsrechten, zu Steuern und Gesetzen rund um Landwirtschaft, sowie – falls notwendig – einen Rechtsbeistand.