Armut in Österreich

Jeder 7. Mensch in Österreich ist von Armut und Ausgrenzung betroffen.

Armut ist oft erst auf den zweiten Blick sichtbar. Meist spielen sich Existenzsorgen und Nöte hinter verschlossenen Türen ab.

Die Fakten rund um Armut in Österreich:

  • Rund 400.000 Menschen leben in Österreich in Armut. Das bedeutet, dass diese Menschen ihre Miete nicht bezahlen können, ihre Wohnung im Winter nicht ausreichend heizen können, ihre Wäsche mit der Hand waschen müssen, wenn am Monatsende nicht einmal mehr ein paar Euro für die Waschküche übrig sind. 

  • Weitere 800.000 Menschen sind akut armutsgefährdet. Das heißt, diese Menschen können sich zwar die notwendigsten Dinge noch leisten, müssen aber bereits jeden Euro zweimal umdrehen und können unvorhergesehene Ausgaben (wie zum Beispiel die Reparatur eines kaputten Boilers) kaum stemmen. 

Insgesamt sind somit 1,2 Millionen Menschen in Österreich von Armut betroffen oder armutsgefährdet – das ist jeder Siebte! Männer, Frauen und erschreckend oft auch Kinder, für die ein leerer Kühlschrank häufig Realität ist. Neben Kindern und Jugendlichen aus Ein-Eltern-Haushalten sind vor allem Familien mit drei und mehr Kindern und Menschen mit Migrationshintergrund betroffen.

So können Sie armutsbetroffenen Menschen in Ihrer Region helfen

Ein Babypaket

Mit 20 Euro schenken Sie einer armutsbetroffenen Jungfamilie die Erstausstattung für ihr Baby, mit Babynahrung, Windeln und Kleidung.

Einmal Heizen

Mit 30 Euro ermöglichen Sie einen Heizkostenzuschuss und eine Energieberatung für eine Familie, die sich das Heizen nicht mehr leisten kann.

Ein Dach über dem Kopf

Mit 100 Euro sichern Sie die Unterbringung und Versorgung eines obdachlosen Menschen in einer Notschlafstelle für eine Woche.

So helfen wir armutsbetroffenen Menschen in Österreich

  • 34 Einrichtungen für Wohnungslose und Obdachlose mit 1.352 Schlaf-/Wohnplätzen
  • 19 Einrichtungen für ambulante Beratung, Ausspeisung und medizinische Betreuung
  • 10 Mutter-Kind-Häuser mit 235 Wohnplätzen
  • 36 Sozialberatungsstellen geben notleidenden Menschen in Österreich Rat und Unterstützung
  • 101 Beschäftigungsprojekte bieten insgesamt 1.147 Arbeitsplätze für langzeitarbeitslose Menschen.

Mehr über die Arbeit der Caritas für Menschen in Not in Österreich erfahren.

Das sagen unsere Helferinnen und Helfer

Österreichweit engagieren sich tausende Menschen für jene, denen es nicht so gut geht. Drei Caritas-MitarbeiterInnen erzählen, warum sie sich für andere einsetzen, mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert sind und welche Erlebnisse sie berührt haben.

Heimo arbeitet in der Wohnungssicherung in Graz

"Ich will hier meinen Beitrag leisten – ganz konkret dabei Menschen in dieser Notlage beistehen."

Heimos Geschichte lesen

Judith arbeitet in der Nothilfe und Sozialberatung in Oberwart

"Professionell zu helfen, ist ein tagtäglicher Knochenjob. Aber mir liegen die Menschen einfach am Herzen!"

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Elisabeth ist Familienhelferin in St. Pölten

„Ich war schon immer ein sozialer Mensch und wusste schon früh, dass ich in diesem Bereich tätig sein möchte."

Elisabeths Geschichte lesen

Was sind die Gründe für Armut in Österreich?

Eine Trennung, der Tod des Partners, die nächste Kündigungswelle – das Leben kann rasch aus der Bahn geraten. Zunehmend mehr Menschen haben das Gefühl, von Wohlstand und Reichtum ausgeschlossen zu sein. Vielmehr haben sie das Gefühl, dass es immer enger wird, und dass sie dem Druck des Alltags nicht mehr standhalten können. ArbeiterInnen und Angestellte, PensionistInnen und AlleinerzieherInnen. Menschen, die schon lange einen Job suchen und keinen finden. 

Leben mit 8,50 Euro am Tag

Armut zeigt sich in ganz Österreich. In der Bundeshauptstadt, in Dornbirn oder Innsbruck, in Salzburg ebenso wie in Kirchdorf an der Krems oder in Knittelfeld. Ein Drittel der Menschen, die sich an die Caritas Sozialberatungsstellen wenden, hat nach Abzug der Fixkosten rund 8,50 Euro täglich pro Person zur Verfügung. Dieser Betrag muss für Essen, Kleidung oder auch für Babynahrung und Windeln reichen. 

Wohnkosten steigen, Löhne sinken

Immer mehr Menschen stehen am Monatsende vor der Frage, ob sie das restliche Geld für Essen oder Heizen ausgeben sollen. Für beides reichen die Mittel nicht aus. Seit Jahren steigen die Wohnkosten, während die Reallöhne im Niedriglohnbereich sogar sinken. Familien müssen oft mehr als die Hälfte ihres Einkommens für Wohnen und Heizen ausgeben.

Erfahren Sie hier mehr über Wohnkosten als Auslöser von Armut in Österreich

Miete & Energierechnungen werden zum Problem

Die  Menschen kommen nicht mehr, um vielleicht wie früher Unterstützung für den Schulschikurs der Kinder zu erhalten. Heute geht es um Existenzielleres. Sie suchen etwa Hilfe, weil sie ihre Mieten oder Energierechnungen nicht mehr begleichen können. Insgesamt sind es mehr als 58.500 Menschen pro Jahr, die in den Sozialberatungsstellen der Caritas Unterstützung bekommen.