Bildung für Kinder im Nahen Osten

Bildungsprogramme im Nahen Osten ermöglichen Kindern in Krisenregionen Zugang zu Lernangeboten

Bildung schafft Zukunftsperspektiven

Jedes Kind hat laut UN-Kinderrechtskonvention das Recht auf Bildung. Dieses Recht gilt für alle Kinder, unabhängig von Flucht oder Vertreibung. Gerade in Krisen gibt Schule Halt und Stabilität.

Allein in Syrien können derzeit mehr als 2,5 Millionen Kinder keine reguläre Schule besuchen. Zusätzlich können über 115.000 Kinder vorübergehend nicht zur Schule gehen, weil mehr als 435 Schulen als Notunterkünfte genutzt werden.

Auch im Libanon ist die Lage schwierig. Rund ein Drittel der Kinder im schulpflichtigen Alter besucht keine Schule oder erhält keine ausreichende Bildung. Das betrifft etwa 700.000 Kinder.

Auch wenn die Welt um sie herum unsicher ist, gibt Schule Kindern ein Stück Normalität. Sie bietet Schutz vor Gewalt, Ausbeutung und Vernachlässigung und schafft einen sicheren Ort zum Lernen. Bildung ist der Schlüssel für eine selbstbestimmte Zukunft und ein wichtiger Weg aus der Armut. Deshalb setzen wir uns in unseren Projekten für den Zugang zu Bildung ein.

Kinderwünsche aus Syrien

Millionen Kinder haben Syrien nur im Kriegszustand erlebt. Manche ihrer Wünsche sind größer, als man beschreiben kann.

Die Caritas bietet aktuell über 2.800 Kindern und Jugendlichen im Nahen Osten Zugang zu Bildung.

Bildung schafft Hoffnung in Krisenzeiten

Bildung gibt Kindern auch in Krisenzeiten Halt und Zukunftsperspektiven. Doch im Nahen Osten ist der Zugang zur Schule für viele Kinder stark eingeschränkt. Allein in Syrien können derzeit mehr als 2,5 Millionen Kinder keine Schule besuchen.

Auch in Nachbarländern wie dem Libanon ist die Situation schwierig. Viele geflüchtete Kinder gehen nicht regelmäßig zur Schule oder müssen ihre Ausbildung abbrechen. Konflikte, Armut und zerstörte Infrastruktur machen den Schulbesuch zusätzlich schwer.

Bildung ist deshalb besonders wichtig. Sie gibt Kindern Schutz, Stabilität und neue Chancen für ihre Zukunft.

Die wichtigsten Fakten zu Bildung im Nahen Osten
 

  • Mehr als 2,5 Mio. Kinder gehen allein in Syrien nicht zur Schule

  • 1,6 Mio. Kinder sind zusätzlich gefährdet, ihre Bildung zu verlieren

  • 610.000 syrische Flüchtlingskinder im schulpflichtigen Alter leben im Libanon

  • Bis zu 80 % der syrischen Flüchtlingsjugendlichen im Libanon besuchen keine weiterführende Schule

  • Jedes achte Kind braucht psychosoziale Unterstützung, um Erlebnisse zu verarbeiten
Bildungsprojekte Naher Osten

Bildung für Kinder im Nahen Osten

Der Fokus der gesamten Caritas Bildungsarbeit fußt auf vier Eckpfeilern

In Syrien, im Libanon und in Jordanien erhalten aktuell über 1.200 Kinder im Alter von 3 bis 18 Jahren Zugang zu Bildungsangeboten. Insgesamt erreichen die Projekte über 2.000 Menschen.

Gemeinsam mit lokalen Partnern und in Abstimmung mit den Bildungsministerien setzen wir Bildungsprojekte um. So bekommen Kinder neue Perspektiven für ihre Zukunft. Die Angebote reichen vom Kindergarten über regulären Schulunterricht bis hin zu Nachhol- und Förderklassen, damit Kinder verpassten Lernstoff aufholen können.

Zusätzlich unterstützen wir Kinder mit Transportkosten, Schulmaterialien sowie gesunden Mahlzeiten. Auch Partnerschulen profitieren, zum Beispiel durch bessere Schulgebäude und Ausstattung. Davon haben alle Schüler*innen etwas.

Ein wichtiger Schwerpunkt von Caritas Bildungsarbeit im Nahen Osten ist die Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften. Sie werden darauf vorbereitet, besser auf die Bedürfnisse von Kindern einzugehen, die durch Flucht und Vertreibung belastet sind.

Gerade bei traumatisierten Kindern ist es wichtig, sensibel zu handeln. Nur so können sie dem Unterricht folgen und lernen.

Ziel ist es, kindgerechte und moderne Lehrmethoden im öffentlichen Bildungssystem zu stärken. Lehrkräfte lernen, wie sie Kinder aktiv einbeziehen und ihre Fähigkeiten zum selbstständigen Lernen und Problemlösen fördern.

Auch Kinder mit Beeinträchtigungen erhalten über unsere Bildungsprojekte Zugang zu inklusiven Lernangeboten. So können sie lernen und sich weiterentwickeln. Dafür werden Schulen renoviert und barrierefrei gestaltet. Ziel ist, dass alle Kinder zur Schule gehen können, unabhängig von Geschlecht, Beeinträchtigung oder Herkunft.

Schulen sind auch wichtige Orte für die Gemeinschaft. Hier können Unterschiede abgebaut und Zusammenhalt gestärkt werden.

Im Rahmen unserer Bildungsarbeit unterstützen wir zudem die Instandhaltung von Schulen, zum Beispiel bei Sanitäranlagen. Wenn nötig, führen wir Schulungen durch. Dazu gehören auch Maßnahmen zur Hygieneaufklärung und medizinische Untersuchungen. Gerade während der Coronakrise hat sich gezeigt, wie wichtig das ist.

Für Eltern und Erziehungsberechtigte bieten wir Workshops zum Thema Erziehung an. So werden sie stärker in die Bildung ihrer Kinder einbezogen und verstehen besser, wie wichtig Schule ist.

Außerdem organisieren wir Treffen zwischen Eltern und Lehrkräften. Dabei geht es um den Lernfortschritt der Kinder, aber auch um mögliche Probleme zu Hause.

Zusätzlich erhalten Eltern und Lehrkräfte Unterstützung im Umgang mit Stress, Belastungen und möglichen traumatischen Erlebnissen.

2,5

Mio. Kinder

können in Syrien nicht zur Schule gehen

60%

der Kinder

mit Beeinträchtigung waren noch nie in der Schule

Caritas Bildungsprojekte im Nahen Osten

Ein starkes Netzwerk für Bildung in Krisenzeiten

Kinder sind von humanitären Krisen besonders stark betroffen. Oft verlieren sie wichtige Rechte, zum Beispiel ihr Recht auf Bildung. Dieses Recht ist in der UN-Kinderrechtskonvention von 1989 festgelegt.

Gerade in Krisen ist Bildung besonders wichtig. Sie gibt Kindern neue Perspektiven und hilft, die Folgen von Krieg und Vertreibung zu bewältigen.

Damit das gelingt, braucht es starke Partnerschaften. Caritas ist Teil der Initiative „No Lost Generation“ von UNICEF. Gemeinsam mit internationalen Partnern setzen wir uns dafür ein, dass besonders gefährdete Kinder und Jugendliche Zugang zu Bildung, Schutz und Entwicklungsmöglichkeiten erhalte

Caritas Projektländer im Nahen Osten

Ägypten

Caritas Unterstützung in Ägypten

Die instabile wirtschaftliche Lage in Ägypten führt zu Arbeitslosigkeit und Einkommensverlusten. Davon sind nicht nur Ägypter*innen betroffen, sondern vor allem auch aus Syrien geflohene Menschen und Asylbewerber*innen. Die Caritas unterstützt nach Ägypten geflüchtete Menschen sowie besonders vulnerable ägyptische Haushalte mit Kinderschutzprojekten, Nothilfeprogrammen und Projekten zur Wiederherstellung der eigenen Lebensgrundlage.

Kinderschutz

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Missbrauch, Gewalt, Ausbeutung und Vernachlässigung hat in unserer Arbeit oberste Priorität. Mithilfe von Child Safeguarding, dem institutionellen Kinderschutz, gewährleisten wir, dass Kinder innerhalb unserer eigenen Organisation geschützt und in Sicherheit sind. 

Unsere Projektpartner