Liudmyla ist dank Caritas wieder mobil
Das Krisenzentrum von Caritas Kramatorsk, das von der Europäischen Union finanziert wird, erreicht weiterhin Menschen in Not. Eine dieser Geschichten ist die von Liudmyla, 66 Jahre alt, aus dem Dorf Dmytrokolyne in der Gemeinde Oleksandriwka. Liudmyla lebt mit schwerwiegenden gesundheitlichen Herausforderungen. Selbst kurze Strecken zurückzulegen, ist ohne Unterstützung schwierig. Für sie bedeutet ein Rollator nicht Komfort – sondern Sicherheit, Unabhängigkeit und die Möglichkeit, den Alltag in Würde zu bewältigen. Doch wie viele ältere Menschen in vom Krieg betroffenen Gemeinden sah sie sich mit einer harten Realität konfrontiert: Ihre Pension deckte kaum die notwendigsten Ausgaben. „Ich muss bei allem sparen, nur um die Betriebskosten bezahlen zu können“, sagte sie leise und hielt ihre Tränen zurück.
Der Mangel betraf nicht nur Lebensmittel oder Heizung. Es gab Wochen, in denen das Geld nicht für notwendige Medikamente reichte – und die größte Belastung entstand durch das Fehlen spezieller Hygieneartikel wie urologischer Einlagen und saugfähiger Unterlagen. Diese ständige Unsicherheit führte zu Erschöpfung, Angst und einem zunehmenden Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Als sich Liudmyla an das Krisenzentrum wandte, bestand die erste Reaktion nicht aus einem Paket oder einem Formular – sondern aus menschlicher Unterstützung. Die Caritas-Mitarbeiterin Viktoriia führte eine individuelle Beratung durch und nahm sich Zeit, sowohl die dringenden Sorgen zu verstehen, die Liudmyla äußerte, als auch jene Bedürfnisse, die ihr schwerfielen auszusprechen. Im Rahmen der Unterstützung erhielt Liudmyla:
- Psychosoziale Unterstützung, um emotionale Belastungen zu lindern und das Gefühl zu verringern, mit ihrer Situation allein zu sein.
- Unmittelbare materielle Hilfe, einschließlich wichtiger Hygieneartikel, die eine akute finanzielle Belastung reduzierte und ein grundlegendes Gefühl von Stabilität wiederherstellte.
- Vermittlungen an die Sozialkleiderkammer, wodurch sie Zugang zu Kleidungshilfe als Teil einer umfassenderen Unterstützung erhielt.
Am wichtigsten war jedoch, dass ihre Mobilitätsbedürfnisse als Priorität behandelt wurden. Da sichere Fortbewegung für ihr Wohlbefinden entscheidend war, arbeitete das Team des Krisenzentrums eng mit Partnerorganisationen und anderen Wohltätigkeitsstiftungen zusammen. Durch diesen koordinierten Ansatz und entsprechende Vermittlungen erhielt Liudmyla schließlich den Rollator, den sie sich selbst nicht leisten konnte – sowie zusätzliche Hygieneartikel zur Unterstützung ihrer täglichen Pflege. Heute spricht sie mit mehr Zuversicht über die Zukunft. „Das Leben beginnt sich zum Besseren zu verändern“, sagt sie.
Der Rollator hat ihr nicht nur ihre Beweglichkeit zurückgegeben, sondern auch ein Gefühl von Kontrolle über ihren Alltag. Und die Unterstützung um sie herum hat etwas ebenso Wichtiges wieder aufgebaut: das Gefühl, dass sie zählt und nicht allein ist.
Das Projekt richtet sich an 27.000 Begünstigte an vier Projektstandorten (Tschernihiw, Sumy, Saporischschja und Kramatorsk). Die Maßnahmen umfassen Schutzangebote, psychologische Unterstützung, materielle Hilfe durch Hygienepakete für Menschen mit Behinderungen sowie Aktivitäten für Kinder in Child-Friendly Spaces. Dieses Projekt wird von der Europäischen Union und der Caritas Österreich finanziert.