"Hauptsache, ich lebe noch"

Die Geschichte von Oleksandr K. aus Stepanivka, dessen Haus schwer beschossen wurde.

Die Nacht des 8. Oktober 2025 wurde für die Bewohner des Dorfes Stepanivka in der Region Sumy zu einer der schrecklichsten seit Beginn des Krieges. Mehr als 20 russische Drohnen griffen die Gemeinde an. Häuser wurden beschädigt, Fenster zersplitterten, Dächer zerstört – und die Menschen blieben in Angst und Schock zurück.
In jener Nacht war der 47-jährige Oleksandr zu Hause. Eine gewaltige Druckwelle erschütterte alles um ihn herum. „Es war dunkel, der Lärm war so laut, dass mir die Ohren klingelten. Ich begriff erst nicht, was passiert war“, erinnert sich Oleksandr. Durch die Wucht der Explosion stürzte ein Kleiderschrank auf ihn. Sein Haus wurde schwer beschädigt: zerbrochene Fenster, Risse in den Wänden und ein zerstörtes Dach. Zunächst erklärte eine Gutachterkommission das Haus für unbewohnbar. Später wurde das Gebäude als sanierungsfähig eingestuft. Oleksandr wohnt derzeit vorübergehend bei seiner Mutter.

„Solange man lebt, kann alles wieder aufgebaut werden“, sagt er. „Hauptsache, es fliegt nie wieder etwas.“ Unmittelbar nach dem Anschlag traf das von der Europäischen Union finanzierte Team des Caritas-Krisenzentrums Sumy in Stepanivka ein. Die Fachkräfte boten Oleksandr psychologische Unterstützung, Rechtsberatung und Informationen zur Beantragung von Entschädigung für sein beschädigtes Haus. Heute kehrt Oleksandr allmählich in seinen Alltag zurück. Er sagt, er sei allen, die nicht gleichgültig geblieben sind und beim Wiederaufbau geholfen haben – nicht nur von Häusern, sondern auch vom Sicherheitsgefühl und der inneren Stärke der Menschen –, zutiefst dankbar. Seine Geschichte zeigt, dass humanitäre Hilfe mehr ist als Nothilfe. Es geht darum, Menschen in den schwierigsten Momenten beizustehen und ihnen Schritt für Schritt zu helfen, wieder auf die Beine zu kommen.

Das Projekt erreicht 27.000 Menschen an vier Standorten (Tschernihiw, Sumy, Saporischschja und Kramatorsk) durch verschiedene Maßnahmen, darunter Schutzdienste, psychologische Unterstützung, materielle Hilfe in Form von Hygienepaketen für Menschen mit Behinderungen sowie Angebote für Kinder in kinderfreundlichen Räumen. Das Projekt wird von der Europäischen Union und Caritas Österreich finanziert.