Hunderttausende ohne Schule, Schutz und Perspektiven – Hilfe dringend nötig!
Angesichts der anhaltenden Eskalation der Gewalt im Libanon weist die Caritas auf die dramatischen Folgen speziell für Kinder hin. Seit Beginn der Eskalation am 2. März wurden laut Gesundheitsministerium über 1.200 Menschen getötet, darunter mindestens 124 Kinder, mehr als 3.500 wurden verletzt.
„Gewalt und Vertreibung im Nahen Osten treffen mit besonderer Härte auch Kinder. Im Libanon haben etwa rund 370.000 Kinder – etwa jedes fünfte Kind im Libanon - ihr Zuhause verloren. Zehntausende leben in Notunterkünften, bei Verwandten, in provisorischen Unterkünften oder auf der Straße. Fehlender Zugang zu Hygiene und medizinischer Versorgung sowie ein erhöhtes Risiko für Gewalt und familiäre Trennung prägen ihren Alltag. Und nicht zuletzt: Unterbrochen Bildung – für viele Kinder zum wiederholten Male. Für uns ist klar: Dass Kinder Zukunft haben, darf nicht zur Verhandlung stehen“, so Andreas Knapp, Generalsekretär der Auslandshilfe der Caritas Österreich.
Überfüllte und oft unhygienische Unterkünfte erhöhen das Risiko für Krankheiten, Gewalt, Vernachlässigung und familiäre Trennung. Gleichzeitig hinterlassen Bombardierungen, Flucht und die ständige Angst vor weiterer Eskalation tiefe psychische Spuren: Viele Kinder leiden unter Angst, Stress und Traumata.
Schulen geschlossen – Kinder verlieren Schutzräume und Perspektiven
In vielen Regionen des Landes sind Schulen geschlossen – entweder aufgrund von Evakuierungen oder weil sie als Notunterkünfte genutzt werden. Für hunderttausende Kinder bedeutet das nicht nur unterbrochene Bildung, sondern auch den Verlust sicherer Räume, sozialer Kontakte und stabiler Routinen.
„Was wir im Libanon sehen, ist eine massive Vertreibungskrise. Kinder werden aus ihrem Alltag gerissen, verlieren ihre Lernmöglichkeiten und wichtige Schutzräume. Schule bedeutet im Libanon weit mehr als Unterricht – sie bietet Stabilität, Austausch und oft auch Zugang zu Mahlzeiten. Wenn diese Strukturen wegfallen, verlieren Kinder Halt und Perspektive“, so Knapp. Bereits in den vergangenen Jahren kam es durch Konflikte immer wieder zu Schulschließungen – mit gravierenden Folgen: Lernrückstände und Bildungsabbrüche nehmen zu.
„Die Gefahr, dass hunderttausende Kinder ohne Perspektiven aufwachsen, steigt von Tag zu Tag. Dabei ist klar: Der Schutz von Zivilistinnen und Zivilisten ist im humanitären Völkerrecht verankert, ebenso wie das Recht von Kindern auf Bildung und Schutz – und diese Verpflichtungen gelten auch in Zeiten von Krieg“, so Knapp. Im Libanon zeige sich derzeit besonders deutlich, welche Folgen es habe, wenn internationale Regeln nicht konsequent eingehalten werden: Es leide immer zuerst die Zivilbevölkerung – insbesondere Kinder. „Genau deshalb ist es jetzt dringend notwendig, dass Europa und die internationale Gemeinschaft handeln – Menschenleben schützen und humanitäre Hilfe stärken“, betont Knapp. Es müsse sichergestellt werden, dass humanitäre Hilfe möglich ist und ausreichend finanziert wird, damit Organisationen vor Ort die betroffenen Menschen unterstützen können. „Unser Auftrag als Caritas ist es, zu helfen und unsere Stimme für benachteiligte Menschen zu erheben – und genau das tun wir“, so Knapp.
Die Caritas hilft Kindern in Not - mit Ihrer Hilfe!
Gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen ist die Caritas Österreich im Libanon unter schwierigsten Bedingungen im Einsatz, damit die Menschen vor Ort so gut wie möglich durch diese Zeit kommen: Die Partnerorganisation Caritas Libanon hat seit Beginn der Eskalation über 66.000 warme Mahlzeiten, tausende Brot- und Lebensmittelpakete verteilt. Familien erhalten Kleidung, Matratzen, Decken und Hygieneartikel. Zusätzlich wurden mehr als 2.500 medizinische Behandlungen durchgeführt und tausende chronisch kranke Menschen versorgt.
Ein besonderer Fokus liegt auf Kindern: Über 1.000 psychosoziale Unterstützungsmaßnahmen helfen, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten. Lernzentren, die von der Caritas unterstützt werden, sind wieder geöffnet und ermöglichen Kindern – auch mit Behinderungen – weiterhin Zugang zu Bildung. Durch Theater- und spielbasierte Programme unterstützt unsere Partnerorganisation Seenaryo Kinder und ihre Eltern dabei, mit den belastenden Erfahrungen umzugehen und wieder ein Stück Stabilität zu gewinnen.
„Unsere Hilfe erreicht die Kinder dort, wo sie sie am dringendsten brauchen. So hilft jede Spende ganz konkret und unmittelbar. Sie ermöglicht Lebensmittel, Hygieneartikel, medizinische Versorgung, sichere Unterkünfte sowie Bildungs- und Schutzangebote für Kinder, die alles verloren haben. Ihre Spende kann der Anfang für eine Zukunft mit Chancen sein. Danke an alle, die nicht nur ihre Herzen, sondern auch ihre Geldbörsen öffnen“, so Andreas Knapp abschließend.
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