Flüchtlingshilfe Griechenland

Die Situation in den griechischen Lagern ist seit Jahren ein chronischer Notstand, der keinem Menschen zumutbar ist. Nun ist die Notlage akut: Nach den Bränden im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos, sind tausende Menschen, die zuvor schon nichts hatten, auf der Straße. 

Nach Bränden: Europäische Lösung dringend notwendig

Die jüngsten, dramatischen Bilder aus Griechenland nach den Bränden im Lager Moria zeigen zum wiederholten Mal die prekäre Lage der Menschen auf den griechischen Inseln. Die Situation ist seit Jahren angespannt, durch Covid-19 hat sich die Situation noch verschärft.

„Die Menschen müssen versorgt werden, sie benötigen Schutz sowie Trinkwasser, Nahrungsmittel und ein sicheres Dach über dem Kopf. Aber das alleine reicht nicht. Es braucht dringend eine gemeinsame europäische Lösung und Solidarität mit den Menschen, die seit Jahren in menschenunwürdigen Zuständen leben müssen. Auch Österreich ist hier gefragt sich zu engagieren und seine europäische Verantwortung wahrzunehmen und Griechenland nicht alleine zu lassen“, so Andreas Knapp, Generalsekretär für internationale Programme der Caritas Österreich.

Endlich handeln!

Gemeinsam mit Ärzte ohne Grenzen und dem Roten Kreuz fordern wir als Caritas Österreich endlich zu handeln:  „Wir können nicht länger zusehen. Auch Österreich muss einen Beitrag leisten. Wir richten unseren Appell an die österreichische Bundesregierung und fordern die Evakuierung von Kindern, Kranken und besonders Schutzbedürftigen nach Österreich. Was wir jetzt brauchen ist ein Korridor der Menschlichkeit“, sagt Andreas Knapp.

So hilft die Caritas

Die Situation in Griechenland ist komplex und herausfordernd. Seit Monaten ist die Caritas Österreich intensiv im Austausch mit unseren Partnern und damit beschäftigt, Maßnahmen zu finden und umzusetzen, um den Menschen in Griechenland bestmöglich zu helfen. In einem ersten Schritt haben wir Hygienepakete (Desinfektionsmittel, Seife, Frauenhygieneprodukte, Abfallsäcke) in Moria, Kara Tepe und Vial (Chios) durch unsere Schwesternorganisation, Caritas Hellas, verteilt.

Vor dem Hintergrund der Corona-Krise hat die Caritas Österreich auch eine Kooperation mit Ärzte ohne Grenzen Österreich auf der griechischen Insel Samos gestartet und auf der Insel Lesbos arbeiten wir mit „Watershed“ zusammen.

In beiden Fällen unterstützen wir über die Partner Aktivitäten zur Verbesserung der Wasser-, Sanitär-, und Hygienebedingungen in Lagern auf den griechischen Inseln. Auf Lesbos warten wir aktuell ab, wie sich die Situation nach der Zerstörung des Camps Moria entwickelt.

Wir unterstützen außerdem Projekte für Flüchtlinge und für die griechische Bevölkerung auf dem griechischen Festland. Der Betrieb im Sozialzentrum Kipseli, ein Schulungs- und Beratungszentrum für geflüchtete Menschen der Caritas Hellas in Athen, konnte zunächst für weitere 6 Monate gesichert werden.

Weitere Aktivitäten sind in Anbahnung: wir sind mit anderen NGOs Verhandlung, um Projekte auf Schiene zu bringen, die sich um Unterbringung und den Schutz von UMFs kümmern; wir sind in Kontakt mit NGOs die sich um Frauen kümmern sowie um obdachlose Flüchtlinge – dabei loten wir aus, welche Unterstützung notwendig ist und Sinn macht.

Durch den Lockdown haben sich einige Maßnahmen verzögert, allerdings wurde inzwischen vieles begonnen und umgesetzt.

Uns ist bei allen Aktivitäten wichtig, dass diese in Koordination mit den griechischen Behörden geschieht.  Als Caritas Österreich halten wir dabei selbstverständlich unsere strengen Reglements ein (z.B. Beschaffungsrichtlinien, Safeguarding, Spendengütesiegel, etc.).

Die Menschen auf der Flucht benötigen dringend Unterstützung - Mit 30 Euro schicken Sie ein Nothilfepaket: