Südsudan

Die anhaltenden Kämpfe im Südsudan zwingen tausende Menschen zur Flucht. © Caritas Wien / Elisabeth Sellmeier

Krise im Südsudan: Gewalt, Hunger und Flucht

(zuletzt aktualisiert: 16.06.2026)

Der Südsudan ist durch die jahrzehntelangen Kriege schwer gezeichnet, die Lage spitzt sich weiter zu. Es fehlt an allem: Nahrungsmittel, medizinischer Versorgung, Infrastruktur, Arbeitsplätzen und auch an Ausbildungsmöglichkeiten. Die Caritas leistet trotz schwieriger Lage Nothilfe und hilft langfristig.

Nach der Verhaftung des Vizepräsidenten droht das fragile Friedensabkommen von 2018 zu zerbrechen. Es kommt zu schweren Kämpfen, die laut UN bereits 50.000 Menschen zur Flucht gezwungen haben. Besonders betroffen sind ländliche Regionen, in denen die Menschen bereits zuvor mit Armut zu kämpfen hatten. Der anhaltende Krieg im Nachbarland Sudan verschärft die Situation zusätzlich. Neben ethnischen Spannungen und politischer Unsicherheit leidet das Land unter massiven wirtschaftlichen Problemen.

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Hungerkrise und Klimawandel verschärfen die Not

Der Südsudan ist durch jahrzehntelange Kriege schwer gezeichnet – die Kämpfe zwingen Familien, ihre Häuser, Anbauflächen und ihr Vieh zurückzulassen. Dazu trifft die Klimakrise das Land mit voller Wucht: Regenfälle werden weniger, Überschwemmungen häufiger und heftiger. Ganze Regionen werden von lebensnotwendigen Dienstleistungen abgeschnitten, Ernten und Vieh werden zerstört. Tausende sind gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen.

Der Südsudan ist laut Human Development Index das ärmste Land der Welt. Die Bevölkerung steht vor komplexen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Insgesamt wurden durch Konflikte 2,2 Millionen Menschen aus ihren Heimatdörfern vertrieben – die Zahl der Binnenvertriebenen und Flüchtlinge steigt weiter. Zusätzlich zwang der seit 2023 andauernde Krieg im Nachbarland Sudan bereits fast 1,3 Millionen Rückkehrer*innen und Flüchtlinge zur Flucht in den Südsudan. Das Kriegsrisiko bleibt hoch und verschärft die ohnehin fragile Lage weiter.

Die humanitäre Situation ist äußerst kritisch: Über 7,8 Millionen Menschen – rund 63 Prozent der Bevölkerung – leiden unter Ernährungsunsicherheit. 7,7 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu ausreichender Nahrung und befinden sich in IPC-Phase 3 oder höher. Besonders betroffen sind Kinder: 2,1 Millionen Kinder unter fünf Jahren leiden an akuter oder chronischer Unterernährung. Gleichzeitig steigen die Preise für Grundnahrungsmittel stark an, wodurch sich viele Familien Lebensmittel kaum noch leisten können.

So hilft die Caritas

Trotz der schwierigen Lage bleibt die Caritas eine der wichtigsten Hilfsorganisationen im Land. Wir erreichen mit unseren Projekten jährlich über 95.000 Menschen und bieten akute Nothilfe sowie langfristige Unterstützung.

  • Schutz für Menschen, die vor den Kämpfen flüchten: In der Pfarre Rimenze, wo die Caritas seit Jahren landwirtschaftliche Projekte unterstützt, suchen hunderte Familien Schutz vor den Kämpfen in ihren Heimatdörfern. In Juba strömen täglich Schutzsuchende ins Flüchtlingslager der Salesianer, das die Caritas seit langem unterstützt. Es werden dringend Lebensmittel, Baumaterialien für Unterkünfte und Hygieneartikel benötigt.
  • Frauenförderung und landwirtschaftliche Projekte: Besonders Frauen und Kinder leiden unter den Zuständen im Land. Gleichzeitig sind es aber auch die Frauen, die die gesamte Verantwortung für die Versorgung der Familie tragen. Die knappen Ressourcen stellen sie vor enorme Herausforderungen. Die Caritas setzt sich deshalb gezielt für Frauenförderung ein und ermöglicht ihnen, durch landwirtschaftliche Projekte ihre Familien nachhaltig zu ernähren.
  • Unterstützung für geflüchtete Menschen aus dem Sudan: In Malakal hilft die Caritas in einem Transitlager mit Unterkünften und Nahrung für Rückkehrer*innen. In Gorom wird ein Soforthilfeprojekt für sudanesische Flüchtlinge unterstützt.
  • Zukunft durch Bildung: Zudem engagiert sich die Caritas stark im Bildungsbereich: Schulen werden gebaut, Lehrer fortgebildet und Bildungsprojekte in mehreren Landesteilen unterstützt. Bildung gibt Kindern eine Perspektive und trägt langfristig zur Stabilisierung der Gesellschaft bei.

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Die Lage im Südsudan ist dramatisch - unsere Hilfe wird dringend gebraucht! Mit Ihrer Spende können wir Menschen in Not mit Nahrung, Unterkünften und medizinischer Versorgung helfen. Ihre Spende hilft uns dabei!

Eine Frau ist von hinten zu sehen, sie hat ein Baby auf dem Arm. Im Hintergrund sind viele Menschen auf einem Boot zu erkennen.
Nothilfe im Südsudan

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Unsere Projekte im Südsudan

Landwirtschaftstrainings für Frauen in Rumbek - Südsudan

Ein Erfolgsmodell zieht Kreise: Die Landwirtschaftstrainings für Frauen konnten mittlerweile von Wulu auf zwei weitere Standorte in der Diözese Rumbek ausgeweitet werden.

Nachhaltige Lebensgrundlagen in Kuron - Südsudan

Der Südsudan ist eines der ärmsten Länder der Welt, rund 7,7 Millionen Menschen sind akut von Hunger bedroht und auf humanitäre Hilfe angewiesen. Von unserer Partnerorganisation in Kuron werden daher Kleinbäuer*innen in nachhaltiger Landwirtschaft geschult und bei Anbau und Vermarktung unterstützt.

Gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft: Klimaanpassung & Ressourcenschonung

Angesichts der zunehmenden Herausforderungen durch den Klimawandel setzt das Projekt auf nachhaltige und gemeinschaftsorientierte Lösungen.

Grundschule im Südsudan

Knapp 70 Prozent der Erwachsenen im Südsudan können weder lesen noch schreiben. Auch die Zahl der Kinder, die eine Grundschule besuchen, ist mit 42 Prozent sehr gering. Da Bildung ein wichtiger Baustein für eine gute Zukunft in Frieden ist, unterstützen wir unsere Partnerorganisation St. Vinzenz beim Ausbau und Erhalt einer Grundschule in Lologo.